Das blaue Wunder
Manchmal muss man gar nichts tun, um neue Themen für Purzelpfund.de zu finden. Manchmal stechen Sie einem auch am Straßenrand ins Auge, so wie der Wegweiser, der uns beim sonntäglichen Ausflug “frische Heidelbeeren” verhieß. Nun sind Heidelbeeren in unserer Region keinesfalls so flächendeckend anzutreffen wie etwa Erdbeerplantagen, die mit ihren knallig-roten Erdbeerhäuschen-Filialen mittlerweile sogar das sommerliche Stadtbild beherrrschen, so dass wir kurz entschlossen den Wegweisern folgten.
Am Kassenhäuschen der kleinen Plantage erstanden wir ein Pfund Heidelbeeren für drei Euro und eine Tüte Gummi-Heidelbärchen für 1,50. Eigentlich wollten wir die Beeren ja mit nach Hause nehmen, aber irgendwie überlebten die kleinen blauen Beeren die Fahrt nicht. Zu Hause angekommen war die Pappschale leer, der Magen hatte eine angenehme “Snackfülle” und wir wollten einmal wissen, was es mit der Heidelbeere so auf sich hat. Ersten Aufschluss gab ein kleiner “CMA”-Flyer, den wir bei der Plantage erhalten hatten. Titel “Deutsche Heidelbeeren - Das blaue Wunder”.
Darin hieß es unter anderem, dass in den USA vor etwas mehr als 100 Jahren begonnen wurde, die Heidelbeere zu kultivieren, In den 1930er Jahren war es dann auch bei uns soweit. Kompliziert ist laut CMA-Flyer die Anzucht “…denn die Pflanzen sind erst nach drei Jahren kräftig und mit 40-60 Zentimertern groß genug, um ins Freiland umgesetzt werden zu können.” Bis zu ihrer endgültigen Höhe von zwei Metern vergehen insgesamt sieben bis 9 Jahre. 800 Hektar werden in Deutschland zum Anbau von Heidelbeeren genutzt, der Hektarertrag liegt dabei bei 6 bis 8 Tonnen. Soweit also die CMA.
Wissenschaftlicher wurde es da bei Wikipedia: Vaccinium ist die wissenschatftliche Bezeichnung für die Gattung der Heidelbeeren, der neben der Kulturheidelbeere selbst auch die Blaubeeren, die Preiselbeeren, die Moosbeeren und die amerikanischen Huckleberries zugerechnet werden. Aber uns ging es ja um die Heidelbeere, also weiter im Text…
Die Unterscheidung zwischen Blaubeeren / Waldheidelbeeren und Kulturheidelbeeren fällt relativ leicht. Zeigt das eigene Spiegelbild ein freundlich blaues Lächeln, so hat man Blaubeeren verspeist, glänzen die Beisserchen in gewohnten Elfenbeinschimmer, dann standen Kulturheidelbeeren auf dem Speiseplan. Der Grund ist einfach. bei den speziell gezüchteten Heidelbeeren ist das Fruchtfleisch - im Gegensatz zur durch und durch blauen Blaubeere - selbst weißlich, nur die Schale ist noch blau gefärbt.
Wer das Original kosten will, der sucht am besten in den Nadel- und Mischwäldern Mittel- und Nordeuropas, wo die Halbschattenpflanze vorzugsweise in Kiefernwäldern und Gebirgs-Fichtenwäldern wächst.
Doch jetzt zum Wichtigsten, quasi den “inneren Werten” der Heidelbeere. Heidelbeeren sind kleine “Wertstoffbomben”, denn sie enthalten Vitamin C, Karotin, Magnesium und Vitamin B6, außerdem Vitamin A (hilft gegen Nachtblindheit) und Kalzium. Wichtig sind auch die Farbpigmente der Beeren, die so genannten Anthozyane, die wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge eine Schutzwirkungen vor Erkrankungen von Herz-Kreislauf-System, der Augen, Haut oder Nieren aufweisen. Grund: Die Fähigkeit die im Körper entstehenden und verbleibenden freien Radikalen zu binden. Diese freien Radikale greifen Körperzellen an, und gelten neben unserem natürlichen Alterungsprozess unter anderem auch als Auslöser von Krebs.
Angst müssen die freien Radikalen also vor allem vor Lebensmitteln mit antioxidanter Wirkung haben, und dazu zählen auch Heidelbeeren. Eine Untersuchung des US Landwirtschaftsministeriums hat 1999 ergeben, dass Heidelbeeren unter allen untersuchten Obst- und Gemüsesorten die dritthöchste Kapazität zur Bindung freier Radikaler aufwiesen. Überflügelt wurden die kleinen, blauen Beerchen nur von Dörrpflaumen und Rosinen.
Und das Wichtigste ganz zum Schluss: 100 g Heidelbeeren haben gerade mal 57 kcal, ungefähr 0,5 g Fett und etwa 14 g Kohlehydrate. Und wenn man(n) oder frau dann die Beeren auch noch selber auf der Plantage pflückt, dann kommt auch noch die äußerst gesunde Bewegung dazu, so dass die Bilanz mit einem erfreulichen Minus endet. In diesem Sinne…
Viel Spass beim Pflücken und Essen.
















Klamotten einzukaufen war mir schon immer verhasst, ganz gleich ob ich L oder XXXL Kleidung benötigte. Das An und Aus beim Probieren von Hosen, T-Shirts, Hemden war für mich zeitlebens immer ein Grund, mit meinem Schicksal zu hadern. Diese Woche war es wieder mal soweit, ich konnte meinem geliebten Eheweib keine noch so verzeifelte Ausrede mehr präsentieren, die mich gerettet hätte. Eine schlabbernde Hose, die nicht einmal ein neu gelochter Gürtel mehr vernünftig auf der Hüfte halten wollte, dazu ein 33 Prozent-Rabattgutschein von unserem derzeit bevorzugten Ausstatter (von wegen großer Auswahl in großen Größen) und schönes Shoppingwetter - bei solchen Voraussetzungen hatte ich einfach verloren.
Mit dieser neuen Situation muss ich erstmal fertig werden. Normalerweise war der Hosenkauf ein herantasten von unten. Erst sahen sich Knopf und Knopfloch nur aus der Ferne, und dann kamen sie sich irgendwann immer näher, bevor schließich die hocherotische Vereinigung von Knopf und Knopfloch vor dem Umkleidespiegel stattfand. Ich beginne zu schwitzen. Keine passende Hose im ersten Durchgang bedeutet normalerweise eine Verlängerung der Pein. Doch irgendwie will sich die sonst aufkeimende Panik nicht einstellen. Stattdessen macht sich eine Art nervöser Spannung breit.
Motivation ist alles, gerade beim Abnehmen. Nach 20 Kilogramm weiß man das aus eigener Erfahrung und schmerzlichen Motivationstiefs. Darum hat meine Frau nun auch eine humorvoll putzige Art gefunden, uns weiter zu motivieren. Als echte Teddybärenfans konnte eigentlich nur ein knuddeliger Petz über unsere Gänge zum Kühlschrank wachen.