Die moderne Lebens- und Arbeitswelt lässt uns oftmals wenig Zeit fürs Kochen oder Essen. Nicht umsonst erfreuen sich Fertiggerichte so großer Beliebtheit. Nicht umsonst haben die Tempel des Fast Foods immer noch so regen Zulauf. Ein schneller Burger oder Döner auf dem Weg, und das erste Hungergefühl ist gestillt. Doch leider sind gerade die schnellen Happen oft die gemeinsten Kalorienbomben, sozusagen heimtückische Fallgruben jeglicher ernsthafter Abnehmbemühungen - und im Falle von Fertiggerichten auch oft ziemliche geschmackliche Enttäuschungen.
Und doch - auch Abnehmende arbeiten und müssen manchmal unter Zeitdruck eine Mahlzeit zubereiten. Die Light-Welle hat erste kalorienarme Fertiggerichte in die Supermärkte gebracht, seit einiger Zeit bietet auch Weight Watchers seine Produkte in Deutschlands Shoppingparadiesen an. Purzelpfund.de hat ein Fertiggericht entdeckt und getestet, das sich weder “light” nennt, noch aus einem teuren Hause stammt.
In der Tiefkühltruhe der Warenhauskette “Marktkauf” fanden wir ein Päckchen “Putencurry” der Marktkauf Handelsmarke “Gut und Billig” zum Preis von 1,19 Euro. “Putenbruststücke in Currysauce, tiefgefroren” verheißt die Aufschrift auf der Packung und “Mit einer Beilage ergibt dieses Gericht 2-3 Portionen”. Nun eine dieser beiden Behauptungen sollte sich alsbald als dreiste Übertreibung herausstellen - welche wird aber noch nicht verraten.
Bemerkenswert sind die Nährwerte des Produkts, vor allem der für ein derartiges Gericht doch recht niedrige Kalorienwert von 91 kcal pro 100 Gramm bei gleichzeitig ebenfalls niedrigen drei Prozent Fettanteil. WW-Anhänger müssten für die ganzen 450 Gramm achteinhalb Punkte investieren, zuzüglich Beilagen, denn die sind in der orangefarbenen Schachtel nicht enthalten.
Beim Öffnen in noch tiefgekühltem Zustand fällt einem ein gelber, in Folie eingeschweißter Eisblock in die Hände, der sich bei kurzem Erwärmen in der Mikrowelle in das besagte Putencurry verwandelt. Fruchtig, ja sogar ziemlich süß ist der erste geschmackliche Eindruck, Curry ist auch erschmeckbar, jedoch fehlt jegliche Schärfe, so dass das Gericht auch für sensible Gaumen geeignet ist. Auch die Fruchtigkeit verwundert nicht wirklich, denn ein Blick auf die Zutatenliste führt unter anderem Mandarinen, Pfirsiche, Ananas und Mango auf.
In der gelben Soße schwimmen große, appetitliche Fleischstücke (Gesamtanteil laut Packung immerhin 24 Prozent), die uns als angenehm zart und saftig in Erinnerung bleiben und auch das Obst ist nicht nur als Aroma vorhanden.
Fazit bis zu diesem Zeitpunkt: niedrige Kalorienzahl, Fleischqualität ansprechend, Sauce süß und fruchtig.
Fertiggerichte leiden oft darunter, dass sie zu möglichst vielen Gaumen kompatibel sein sollen, so dass an der Würze oft gespart wird. Auch unser Putencurry litt an dieser Krankheit, die wir jedoch schnell kurieren konnten - und zwar durch ein kurzes Rendezvous mit unserem Salzfass und einer großen Prise Madras-Curry. Außerdem haben wir die Sauce mit zwei Esslöffeln Sauerrahm gestreckt, um die starke Süße etwas zu mildern.
Wie die “Gut und Billig”-Strategen aus dieser Packung allerdings drei Portionen herausholen wollen, war uns schleierhaft. 24 Prozent Fleischanteil ergeben bei 450 Gramm insgesamt knapp 110 Gramm Fleisch. Bei drei Essern kämen so am Ende pro Nase gerade noch etwas mehr als 36 Gramm Fleisch auf den Teller. Ganz im Vertrauen: Wir haben noch eine Paprika und eine Zucchini in die Sauce geschnippelt und Reis als Beilage serviert, um das Gericht wirklich auf eine vernünftige Portionsgröße für zwei Personen zu bringen.
Dennoch werden wir das “Gut und Billig Putencurry” wohl wieder bevorraten. Denn wenn es mal fix gehen muss oder die Kochlust ihren freien Tag hat, dann ist das Putencurry eine gute Grundlage, die sich mit wenig Aufwand zu einem leckeren Gericht für zwei Personen aufpeppen lässt. Ob die Sauce nun zu süß ist oder nicht… Nun Geschmäcker sind verschieden. Eines bleibt aber festzuhalten: Das Fleisch im Putencurry übertraf unsere Erwartungen an ein derartiges 1,19 Euro-Fertiggericht weit, ebenso wie die niedrige Kalorienzahl. In Schulnoten bekäme das Curry wohl eine gute 3.
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