Vor etwa drei Jahren war es, als ein großer deutscher Discounter (nein, nicht der aus Mühlheim/Ruhr) Fitnessartikel als Aktionsangebote in sein Sortiment aufnahm – darunter auch ein Rudergerät. Und irgendein Teufel ritt mich damals, uns eben diese Rudermaschine ins Haus zu holen.
Mit großen Ambitionen wuchtete ich die riesige, schwere Kiste in die Wohnung und baute das Gerät zusammen. In den folgenden drei Wochen wurde fleißig gerudert bis, ja bis uns eine größere Umräumaktion zwang, die Maschine aufrecht an die Wand zu lehnen. Und da lehnte sie fortan und geriet zwar nicht in Vergessenheit – dafür stand sie zu offensichtlich sichtbar da – aber irgendwie verfestigte sich der Glaube, ihre bloße Anwesenheit würde für unsere Fitness sorgen.
Erst als in den letzten Wochen meine Gewichtsabnahme sehr zu wünschen übrig ließ, erinnerte ich mich an die Maschine an der Wand und gestern war es soweit. Das “Boot” wurde nach langer Pause erstmals wieder zu Wasser gelassen. Zwei Batterien für den Trainingscomputer waren alles, was nötig war, um es wieder völlig seeklar zu machen.
Für Unterhaltung sorgte eine DVD von “Fawlty Towers”, ein offenes Fenster für frische Luft und dann konnte es schon losgehen. Wie ein Weltmeister legte ich mich in die Riemen und klotzte richtig ran. 30 Minuten Rudern ließen mich auf insgesamt 400 Schläge kommen und trieben mir ordentlich den Schweiß auf die Stirn. Von Oxford ging es sozusagen geradewegs nach Cambridge…
Jetzt galt es nur noch herauszufinden, ob sich die Anstrengung gelohnt hat. Am nächsten Morgen befragte ich die Waage über mein Gewicht und zugleich über das weitere Schicksal des Rudergeräts. Bewährung oder Sperrmüll? Was soll ich sagen, es gab Bewährung – “Minus 400 Gramm” sicherten dem Rudergerät das Weiterleben und gaben mir wieder den nötigen Motivationsschub.
Seitdem sind weitere Gramm gepurzelt und mein “Boat Race” gehört zum allmorgendlichen Fitnessprogramm. Vorerst noch bei 400 Schlägen – ich bin schon gespannt, wann ich die Schlagzahl erhöhen kann

