Von Kindesbeinen an lernen wir, dass Spiele nur dann Spass machen und zum Erfolg führen, wenn wir uns an die entsprechenden Spielregeln halten.
Nun ist Abnehmen zwar kein Spiel, aber dass der Spass dabei nicht unbedingt zu kurz kommen muss, versuchen wir hier im Purzelpfund-Blog jeden Tag zu zeigen. Doch trotz unseres zuweilen spitzbübischen und locker-flockigen Umgangs mit dem Thema wissen wir, dass es sich um eine ernste Angelegenheit handelt, und wir um Erfolg zu haben, auch gewisse Spielregeln einhalten müssen. Für uns als WW’ler handelt es sich dabei um ein Punktesystem, das zwar recht flexibel ist und uns viele Freiheiten gestattet, aber uns andererseits auch viel Verantwortung für den Erfolg unseres Vorhabens auferlegt.
Während meines ersten Jahres in der WW Gruppe habe ich dabei viele Arten von Abnehmwilligen kennengelernt - die Schnellabnehmer, die Kontrollfreaks, die Zweifler, die Streber, die Langsam-aber-sicher-Abnehmer und die Rebellen. Jede dieser Gruppen innerhalb der Gruppe zeichnet sich durch eine andere Vorgehensweise bei der Abnahme aus, aber diese Woche habe ich ein Gespräch mit angehört, dass mich zweifeln ließ, ob eine der beiden beteiligten Personen überhaupt bereit ist, sich ernsthaft mit dem WW-System auseinander zu setzen.
Die beiden beteiligten Personen waren eine WW-Veteranin (nachfolgend Person 1), die immerhin bereits 30 Kilo abgenommen hat und eine Anfängerin (nachfolgend Person 2), die das Treffen zum 5. oder 6. Mal besuchte.
Person 1: Na, wie geht es Dir so im Programm?
Person 2: Ich weiß nicht, irgendwie klappt das bei mir nicht so gut. Ich ernähre mich gesund und trotzdem nehme ich nicht ab.
Person 1: Führst du denn ein Punktetagebuch?
Person 2: Ja klar - warte ich zeig’s dir.
Person 1: (Schaut ins Tagebuch und stutzt.) … Aber da stehen die Punkte ja gar nicht drin, die du gegessen hast.
Person 2: Ja, ich schreib mir halt auf, was ich gegessen habe, aber da immer die Punkte rauszusuchen, das ist mir zu viel Arbeit.
Person 1: Aber dann hast du doch gar keinen Überblick wieviele Punkte du verbraucht hast. Hälst du dich denn an deine Punktezahl?
Person 2: Na ja, ich versuche mich halt gesund zu ernähren…
Person 1: Aber du musst die Mengen in den Griff bekommen, man kann auch von gesunden Sachen zuviel essen.
Person 2: Weißt du es ist schon schwer für mich, mich ans Programm zu halten, ich bin beruflich so viel unterwegs.
Person 1: Dann musst du dir halt eine Brotzeit mitnehmen.
Person 2: Ich will aber mittags was Warmes zu essen, da bleiben mir ja nur Imbißbuden.
Person 1: Wie wäre es dann mit einer Suppe oder einem Tee in einer Thermoskanne? Oder hast du vielleicht Zugang zu einer Mikrowelle?
Person 2: Ja, ich hätte da schon eine Stelle mit Mikrowelle, aber das ist doch alles so viel Aufwand. Weißt du die kennen mich ja bei den Geschäften schon, ich bekomme inzwischen meine Camembertsemmel ja schon ohne Butter.
Person 1: (Erstaunt und geschockt) Also wenn du Camembert isst, dann kannst du da auch Butter drauf machen, die reißt es dann auch nicht mehr raus. Wie wäre es denn mit einer Schinkensemmel?
Person 2: Ich esse keine Wurst, auch keinen Leberkäse.
Person 1: Aber Schinken ohne Fettrand ist punktemäßig viel besser - da noch ein Salatblatt und eine Scheibe Tomate auf eine Vollkornsemmel, dann hast du einen punktemäßig guten Snack.
Person 2: Vollkornbrot vertrag ich nicht, da bekomme ich immer Blähungen….
An diesem Punkt habe ich mich aus dem Dialog verabschiedet und inzwischen meine eigenen Schlüsse daraus gezogen.
Offensichtlich haben wir es hier mit einer Person zu tun, die denkt, dass sie allein, durch den Besuch der Treffen alles tut, um mit WW abzunehmen. Diese “hier - werden - sie - geholfen - Einstellung” bringt einen in Sachen Gewichtsverlust aber nicht wirklich weiter. Langfristig kann sich nur etwas ändern, wenn es aktiv geändert wird - von selbst passiert da nichts. Für manche Menschen scheint es sehr schwer zu sein, die simple Tatsache zu realisieren, dass das bisher praktizierte, falsche Essverhalten die Ursache für das vorhandene Übergewicht ist, und dass sich am Gewicht nichts ändert, solange das Essverhalten so bleibt. Wer nicht bereit ist, die Tips der WW anzunehmen, und sich an die Regeln des Punktesystems zu halten ist in den Gruppen fehl am Platz. Meistens schmeißen solche Teilnehmer auch nach einigen Wochen das Programm und sind dann enttäuscht und frustriert.
Bemerkungen wie: “Das WW Programm ist schon toll, aber das muss man ja dann immer machen, damit man nicht mehr zunimmt.” machen mich rasend. Natürlich hilft nur eine DAUERHAFTE Ernährungsumstellung auch DAUERHAFT gegen Übergewicht. Das ist genau der Grund, warum jede 2-Tage-Wunder-Bauch-Weg Diät Unsinn ist - zumindest für Leute, die mehr Übergewicht als 2 Kilo haben.
Spiele ohne Regeln funktioneren nicht, sie machen keinen Spass, es gibt kein Ziel und so bleiben auch Erfolgserlebnisse aus. Genau so ist es mit dem Abnehmen bei WW - halte dich (zumindest meistens
an die Regeln und du wirst abnehmen. Als Preis winkt eine neue Lebensqualität und das gute Gefühl etwas wirklich Tolles geleistet zu haben.
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