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… denn in der WDR-Talkshow “Hart aber Fair”, die diese Woche unter dem Titel “Dick, dicker, Deutsch” stand, kam auch die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln zur Sprache. Grudnsätzlich ging es jedoch um die Frage, wo Schuld oder Verantwortung für die zunehmende Zunahme der Deutschen liege. Frank Plasberg versuchte der Frage gewohnt “gemein” auf den Grund zu gehen, und so stellte er seine Gäste auch gleich mit Ihrem Body-Mass-Index vor. Hier die Gästeliste samt BMI und Eingangsstatement:
Sarah Wiener, Köchin (BMI 20): Wir haben den Respekt vor Lebensmitteln verloren. Wenn ein Huhn soviel kostet wie eine Stunde Parken, dann stimmt etwas nicht.
Werner Wolf, Geschäftsführer des Knabberherstellers Intersnack (Chio, funny-frisch, Pom-Bär etc.) (BMI 28): Kein Lebensmittel ist per se ungesund. Wer sich nur von Äpfeln ernährt, leidet auch irgendwann an Mangelernährung.
Rainer Hunold, Schauspieler und Genussmensch (BMI 29): Meine Lebensmittelkontrolle ist der Hosengürtel, denn von Kalorienzählen und Feldzügen gegen Fertiggerichte halte ich gar nichts.
Thilo Bode, Chef der Verbraucherschutzorganisation “Foodwatch“ (BMI 26): Wir werden bei jedem Einkauf betrogen und die Politik sieht tatenlos zu.
Horst Seehofer, Bundesgesundheitsminister (BMI ?? geschätzt 26): Die Qualität unserer Lebensmittel ist heute so hoch wie nie zuvor, gesunde Ernährung ist vor allem eine Frage der Vernunft.
In der Diskussion bildeten sich recht schnell zwei Lager, getrennt vom gutmütig neutralen Rainer Hunold, der sich zwar gegen Feldzüge gegen Fertiggerichte aussprach, aber als gutverdienender Genussmensch dann doch lieber auf qualitativ hochwertige Produkte zurückgreift, etwa als Gast von Sarah Wiener.
Diese bildete mit Thilo Bode das eine Lager, das die die fortschreitende Verbreitung hochverarbeiteter Lebensmittel sowie deren mangelnde Kennzeichnung kritisierte. Der Verbraucher werde von Industrie und Politik bewusst in Unwissenheit gehalten.
Ihnen gegenüber standen Gesundheitsminister Seehofer, der die Kennzeichnung insbesondere durch die neue EU-Regelung in ausreichendem Maße erfüllt sieht, und Chipshersteller Wolf, der sich vehement gegen eine verpflichtende Kennzeichnung zur Wehr setzte. Warum Wolf unter anderem so deutlich gegen die britische Ampelkennzeichnung plädierte, wurde nach einem Einspieler der Redaktion klar: die roten Punkte wären die vorherrschende Kennzeichnung der Knabberfabrikanten. Lediglich beim Zuckergehralt bekämen die Chio-Chips einen grünen Punkt.
Kritisiert wurde die neue Kennzeichnungs von Thilo Bode, der auf lange Frist keine Veränderungen für den Verbraucher erkennen konnte, schließlich sei die neue Regelung ja eine freiwillige Regelung und Kleinpackungen wären ohnehin ausgenommen.
Purzelpfund.de schlägt sich in Sachen Lebensmittelkennzeichnung eindeutig auf die Seite von Industriekritiker und Verbraucherschützer Bode. Seit wir uns aufgrund unserer Gewichstreduzierung intensiver mit dem Thema “Lebensmittel” beschäftigen, und wir zu treuen Lesern von Nährwertinformationen geworden sind und auch Produkte ohne solche Kennzeichnung im Regal stehen lassen, wissen wir, welche Überraschungen sich oft in Lebensmitteln verbergen.
Seehofer verwies in der Diskussion auch auf die Eigenverantwortung der Bürger sich zu informieren, aber wer hat denn die Zeit, jedes Lebensmittel zweimal zu drehen und die Packungsangaben zu lesen. Viele Menschen - wie auch wir früher - vertrauen darauf, dass das, was man auf uns Menschen loslässt, halbwegs verträglich ist. Wenn dann ein “gesundes” Kindergetränk “Biene Maja” mit “40 Stück Würfelzucker pro Liter Coca Cola wie ein Light-Getränk” aussehen lässt (Bode), dann ist es Zeit, die Lebensmittel a) deutlich und b) verpflichtend zu kennzeichnen!
Direkt-Link zur Web-TV-Aufzeichnung der Sendung (75 min)
Link zu Foodwatch
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