Actifry-Test: Eine Bolognese aus der Friteuse
Wie an unseren Berichten derzeit unschwer zu erkennen ist, testen wir momentan ein Haushaltsgerät auf seine Eignung für einen Abnehmhaushalt. Die Actifry Friteuse von Tefal soll Pommes mit nur einem Esslöffel Öl zubereiten können und auch noch einige kulinarische Kniffe mehr beherrschen.
Nun, der Begriff “Friteuse” ist im Hinblick auf den eigentlichen Garvorgang ein wenig irreführend. Die Lebensmittel werden von einem Rotor (im Öl) gewälzt und mittels Heißluft gegart. So lassen sich durchaus Pommes zubereiten, die qualitativ denen aus der echten, fettigen Friteuse in nichts nachstehen, außer dem Fettgehalt.
Doch, so verrät das der Actifry beigelegte Rezeptheft, das Gerät kann noch viel mehr. Angeblich lässt sich damit auch eine leckere Bolognese Sauce für die Spaghetti zubereiten.
Da Spaghetti Bolognese eines der am häufigsten im Purzelpfund-Haushalt gekochten Gerichte ist, haben wir gestern die Sauce in der Actifry zubereitet. Wir mussten unser Rezept dazu ein wenig den Gegebenheiten anpassen.
Wir haben den Tatar - je magerer das Fleisch, desto abnehmfreundlicher - zunächst zum Anbraten in die Actifry gegeben. Der Rotor hat sich sofort liebevoll um das Fleisch gekümmert und es fleißig gewendet und gebrutzelt. Leider schafft es die Actifry mit Ihrem Rotor nicht, das Fleisch vollkommen in die gewohnte gleichmäßig “bröselige” Konsistenz zu versetzen. Es blieben einige größere Fleischbröckchen zusammenkleben. Das Fleisch wird jedoch schön durchgegart.
Dann kommen Zwiebelwürfel dazu, gestiftelte Karotten und ein Päckchen passierte Tomaten. Und hier mussten wir vom Ursprungsrezept abweichen. Da wir für gewöhnlich Sauce für zwei Mahlzeiten (oder eine Mahlzeit mit vier Personen) zubereiten, benötigen wir gewöhnlich mehr als ein Päckchen passierte Tomaten. Da die Actifry aber nur eine maximale Flüssigkeitszugabe von 500 Millilitern verträgt, haben wir kurzerhand in der Actifry ein Saucenkonzentrat gekocht, das anschließend mit passierten Tomaten verlängert wurde.
Apropos Flüssigkeitszugabe: Dort wo das Steuergestänge des Rotors aus der Maschine ragt, hat der Actifry-Topf logischerweise ein Loch. Ist der Rotor aufgesetzt, soll eigentlich eine Gummidichtung auf der Unterseite des Rotors ein durchsuppen von Flüssigkeit in den Actifry-Boden verhindern. Soll! Es klappt nur leider nicht so richtig. Nach Fertigstellung der Sauce stand Tomatensaft in der Maschine. Das ist um Gottes willen kein Beinbruch und auch keine große Überschwemmung - ein Küchentuch und die Bescherung war beseitigt - aber es zeigte eine Schwachstelle auf.
Nach rund 45 Minuten war unser Saucenkonzentrat fertig. Das Gemüse in der Sauce hatte noch Biss, das Fleisch war gut gebraten, lediglich die kleinen Klumpen störten ein wenig. Geschmacklich entsprach die Bolognese aus der Actifry in etwa den Ergebnissen, die wir bisher im großen Topf erzielt hatten, das gewohnte Mundgefühl wollte sich aber nicht einstellen. Das mag daran liegen, dass die Actifry das Fritiergut nur punktuell beim Rotieren erhitzt, die Masse aber an sich nicht zum Kochen gebracht wird. Nach unserer Gewohnheit ist eine Bolognese Sauce aber erst dann optimal, wenn Sie rund eineinhalb Stunden gekocht hat. Aber das ist eine rein persönliche Ansicht. Das Ergebnis ist nichtsdestotrotz eine wohlschmeckende und gute Bolognese Sauce.
Frühere Artikel aus der Purzelpfund.de-ActiFry-Testreihe:
ActiFry - Test: Schnippeln, brutzeln, schmatzen
Toll eine Friteuse als Leihgabe
Saftige aber bröselige Nuggets
Noch mehr Kartoffeln
Links:
TEFAL
Initiative Gesund Geniessen
Prof Hademar Bankhofer über die Actifry
Die Tefal ActiFry bei Amazon

















(3 Stimmen, Durchschnitt: 4.33 von 5)
am 28. März 2008 um 23:23 Uhr
Warum habt ihr die Kochzeit im Vergleich zu eurem gewohnten Rezept halbiert?
am 29. März 2008 um 00:37 Uhr
Gruß Tom
am 29. März 2008 um 01:06 Uhr
Aaalso, ich habe die Frage weiter gereicht und dasselbe erstaunte Gesicht geerntet, das ich ebenwohl auch gemacht habe. Das scheitn also wirklich ein völlig unbewusster Fehler “im System” gewesen zu sein - der sich allerdings erklären lässt, wie wir glauben.
Geschmacklich hatten wir ja nichts zu kritisieren am Ergebnis des Tests, lediglich die Konsistenz war nicht so, wie von unserer “normalen” Blognese erwartet. Das lag aber schon zu einem großen Teil daran, dass das Hackfleisch sich zu kleinen Klumpen verbindet wogegen das Hackfleisch bei der herkömmlichen Zubereitung in der Pfanne eher bröselig oder feiner wird.
Ob sich das mit einer längeren Garzeit geändert hätte bezweifeln wir, werden es aber in den kommenden Wochen nochmal testen - versprochen!
am 2. April 2008 um 22:25 Uhr
Das Gerät habe ich so noch nie gesehen, aber anbraten dürfte darin allerdings nichts. Vielleicht kann man nicht alle Speisen darin zubereiten, allerdings finde ich es sehr interessant. Vielleicht muss man es nur für die richtigen Speisen einsetzen. Ich rühr ja auch net mit dem Mixer meinen Pudding durch, …
am 3. April 2008 um 00:40 Uhr
Prinzipiell würde ich Dir da ja sogar zustimmen, würde Tefal nicht ausdrücklich die Hackfleischsoße im beigelegten Rezeptheft so vorschlagen.
am 4. April 2008 um 21:06 Uhr
[…] Actifry-Test: Eine Bolognese aus der Friteuse […]
am 22. April 2008 um 08:20 Uhr
[…] Sauce Bolognese: Geschmacklich gibt es nichts auszusetzen an der Actifry Bolognese, wohl aber an der Konsistenz. […]