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Abnehmen hat, wenn schon nicht mit Verzicht, dann doch mit Mäßigung der eigenen Essgewohnheiten und vor allem Disziplin zu tun. Doch wer ist schon so perfekt, sich stets 100%ig diszipliniert zu verhalten. Rückschläge gehören zum Abnehmen einfach dazu. Man kann sie auf Dauer nicht verhindern, lediglich das Risiko minimieren.
Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, es gibt da draußen Leute, die den Begriff der Ernährungs-UM-stellung nicht wirklich verinnerlicht haben. Es gibt Foren, in denen Klagethreads existieren, in denen “Rückfall”-Opfer ihr Leid und ihr schweres Los beklagen. Da heißt es beispielsweise:
Habe Donnerstag mit ww angefangen und heute schon einen rückfall erlitten. Hatte meine Punkte schon gegessen und aß danach nochn brot, nen stück pizza und kuchen
oder
bis zum ende des Tages klappt es immer super, aber dann kommt dieser Heißhunger und plötzlich is ne ganze Schachtel Pralinen leer, oder mein Magen sagt mir ich müsse doch die guten Schokoweihnachtmänner schnell wegessen, damit ich sie nicht dauernd ankucke.
Ich muss gestehen, dass sich mir an dieser Stelle die Nackenhaare aufgestellt haben und ich mir eine Antwort nicht verkneifen konnte. Denn wozu habe ich, wenn ich doch abnehmen will, Kuchen, Pralinen, und Schokoweihnachtsmänner im Haus bzw. so griffbereit, dass ich sie quasi in einem Haps verschlingen kann. Wenn die “Droge” Schokolade in ständiger Griff- und Sichtweite liegt, wird man die Sucht nur schwer wenn überhaupt bezähmen können.
Nun lebt ja nicht jeder alleine, und nicht bei jedem muss der Partner oder das Kind auch auf Süßigkeiten verzichten. Aber selbst diese Situation ist aus unserer Sicht keine Entschuldigung für Rückfälle wie die oben beschriebenen. Außer Haus, beim Shopping, in einem Restaurant oder bei Freunden halte ich Rückschläge für verzeihlich, ja manchmal sogar für unvermeidlich.
Ich selbst beispielsweise liebe Tortellini alla panna - so oder so ein Gericht, das eine tiefe Kerbe ins Punktekonto schlägt. Für ein echtes Tiramisu (Punktebombe!) könnte ich Morde begehen, aber sowas kommt uns nicht ins Haus, weder am Stück noch als einzelne Zutaten. Wenn ich dann alle Jubeljahre einmal beim Italiener lande, dann brauche ich eigentlich keine Speisekarte, dann gibt es Tortellinin panna und Tiramisu.
Das kann man psychologisch aus Zweierlei Perspektiven sehen. Ist es einerseits ein Rückschlag, weil man Punktelimits außer acht gelassen hat und sogar weit überzogen hat? Oder ist es eine wohlverdiente Belohnung, weil man sich eben diese Kalorienansammlung lange Zeit verkniffen hat? In Foren wäre alleine diese Frage schon wieder eine Diskussion wert.
Doch wie kann man zumindest die häuslichen Rückfälle erfolgreich(er) umschiffen. Wir haben hier mal unsere wichtigsten Tipps zusammengestellt:
1) Nicht kaufen = nicht essen
Der einzige existenzgrund von Lebensmitteln ist der verzehrt zu werden. Wenn ich mir also eine Schachtel Pralinen oder eine Tafel Schokolade in den Einkaufswagen packe, dann ist schon in diesem Moment klar, dass diese Tafel gegessen wird. Genau genommen ist der Kauf schon der Augenblick des Rückfalls, nicht der Verzehr. Also gilt: Was auch immer die Heißhunger-Droge ist, sie bleibt im Supermarkt, dort ist sie unserem Zugriff am besten entzogen.
2) Nicht geschenkt bekommen = nicht essen
Manche Freunde meinen, sie sind besonders gute Freunde, wenn sie beteuern, man müsse doch gar nicht abnehmen. Diese Art Freund lassen auch keine Gelegenheit aus, bei Besuchen Süßkram mitzubringen. Solange man dieses Verhalten mehr oder minder mit einem Achselzucken quittiert, hat man dem Rückfall schon wieder Tür und Tor geöffnet. Freunde sollten klare Worte vertragen können und so empfiehlt sich ein klärendes Gespräch unter Freunden. Betont, wie wichtig Euch Eure Abnahme ist - ganz gleich was Eure Freunde denken.
Erklärt Ihnen deutlich, dass künftige Süßigkeitengeschenke ungeöffnet in den Müll, zum Nachbarn, in den nächsten Kindergarten wandern. Einziger Nachteil - Ihr müsst dann auch die Stärke haben, das Angedrohte (mindestens einmal) durchzuziehen, für den Fall dass man Euch auf die Probe stellen will. Danach solltet Ihr Eure Ruhe haben, wer kauft schon gerne vergeblich Mitbringsel ein?
3) Stichwort “Ersatzdroge”
Wie in der richtigen Suchttherapie lasen sich auch beim Abnehmen viele Dinge substituieren. Wenn einen die Lust auf etwas Süßes oder Herzhaftes überkommt, dann muss man etwas griffbereit haben, dass a) den Hunger und b) dieLust / Sucht befriedigt. Was das sein kann, hängt immer von der individuellen “Sucht” ab. Nehmen wir beispielsweise einmal die beliebte Schokolade. Tafelschokolade haut kalorien- oder punktetechnisch richtig rein. Esse ich dagegen ein 0,1% Schokopudding von Optiwell oder Linessa, habe ich nicht nur den größten Teil der Kalorien eingespart, nein, ich habe auch noch den Schokotrieb befriedigt und (im Falle Optiwell) 15 Gramm mehr bekommen als mit der Tafel Schokolade.
4) Bitterschokolade
Nochmal Thema Schoki. Kakao enthält u.a. mit Theobromin einen Stoff, der stimmungsaufhellend wirkt. In Vollmilchschokolade oder anderen beispielsweise gefüllten Schokoladen ist durch die Beimischung anderer Zutaten der Theorbrominanteil relativ niedrig, weshalb eine größere Menge verzehrt werden muss, bis die befriedigende Wirkung eintritt. Greift man hingegen zu Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil, bekommt man schon mit dem ersten Stück eine entsprechend konzentrierte Ladung “Glück” ausgeschüttet. Wenn also der Schokoladenhunger nicht besiegt werden kann, dann solte man ihm zunächst mit einem kleinen Stück Bitterschokolade gegenüber treten.
5) Ostern ist das ganze Jahr
Das Hauptproblem an Rückfällen zu Hause ist das Vorhandensein von “Suchtmitteln”, wie der oben erwähnten Schokolade. Ist dann noch einer im Haushalt, der a) nicht abnehmen muss und b) auch gerne Süßes ist, sind Konflikte und Rückschläge vorprogrammiert. Unsere Lösung für dieses Problem ist relativ einfach:
Ich (Tom) kann mich inzwischen recht gut beherrschen, was Schokolade betrifft. Obwohl ich in diesem Moment von meinem Arbeitsplatz rund 500g Schokolade in Griffweite hätte, kann ich nicht sagen, wann ich das letzte Mal welche zu mir genommen habe. Es war wohl noch im alten Jahr.
Eben weil ich in diesem einen (Sünden-)Fall der diszipliniertere bin, kommt mir die Aufgabe zu, die Schokolade zu verstecken. Irgenwo in unserer Wochnung ist ein kleines Päckchen versteckt, in dem die Schokolade lagert und wenn Martina ein Stückchen will UND noch Punkte zur Verfügung hat, dann fragt sie mich und ich hole die Schokolade aus dem Versteck. Eine einfache Lösung für ein einfaches Problem. Denn da kann der Heißhunger noch so groß sein - 70 qm Wohnung wollen erstmal nach einer winzigen Schachtel durchsucht sein.
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