Kein Atemschutz über BMI 30?

Verfasst am 8. Februar 2009 in Presse, In den Medien, Politik, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

fwm1.jpgAufruhr bei den Feuerwehren. Seit Jahren entscheidet ein knüppelharter, körperlicher Belastungstest über die Tauglichkeit für den Feuerwehrdienst unter Atemschutz. Egal ob kräftig oder schmächtig, wer den Parcours ohne Zusammenzuklappen bewältigte hatte ausreichend unter Beweis gestellt, dass er in der Lage war die Belastungen des Einsatzes durchzustehen.

In einem neuen Tandard der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung soll nun ein maximaler BMI von 30 für den Gebrauch von Atemschutzgeräten vorgeschrieben werden, sehr zum Entsetzen gerade der Freiwilligen Feuerwehren. Denn der BMI ist nicht unbedingt repräsentativ. Ein trainierter, muskulöser Athlet kann ohne Schwierigkeiten einen BMI über 30 erreichen, trotzdem aber fit sein. Und ein schlanker Mensch muss nicht notwendigerweise die Konstitution mitbringen, um unter Atemschutz arbeiten zu können:

Wer sehr groß oder korpulent sei, habe ohnehin Schwierigkeiten, die Atemschutzstrecke zurückzulegen, sagt Karl Miller, der Vorsitzende des Feuerwehr-Vereins Ziemetshausen. Ein Einsatz mit Atemschutz sei sehr anstrengend. „Ohne Kondition geht das nicht“, sagt der Krumbacher Kommandant Wolfgang Hiller. Mit der Neuregelung werde die körperliche Fitness zementiert. „Es geht ganz klar um den Gesundheitsaspekt.“ Das ist auch Karl Miller klar. Aber: „Man sollte froh sein, wenn man genügend Leute hat.“

Sollte die Richtlinie durchgesetzt werden, fürchten gerade die freiwilligen Feuerwehren um Ihre Einsatzfähigkeit, sollten bisher als “fit” eingestufte Wehrmänner durchs Raster fallen.

Der BMI als Fitnessmesser? Klar gibt der Body Mass Index eine ungefähre Richtung vor, gibt Hinweise auf die körperliche Verfassung - 100%ig verlässlich ist der BMI aber in dieser Hinsicht nicht. Die besten Hinweise auf die körperliche Fitness gibt immer noch der regelmäßig durchgeführte Fitnesstest. Und ganz im Vertrauen: Ich lasse mich lieber von einem übergewichtigen aber fitten Feuerwehrmann retten als von keinem!

Quelle: Augsburger Allgemeine

 

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Neues in der Blogroll

Verfasst am 20. November 2008 in Gesundheit, Links, Allgemein von Redaktion

Durch einen Kommentar bei Sveas Blog bin ich heute auf Rio gestoßen. Rio leidet an der so genannten Binge-Eating-Disease, einer Esstörung mit regelmäßigen Heißhunger- / Freßanfällen mit vollständigem Kontrollverlust. Das Prinzip ähnelt dem der Bulimie, unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Punkt. Der Bulimiker erbricht die aufgenommene Nahrung wieder, der BED-Patient nicht. Die Folge ist logischerweise eine massive Zunahme des Körpergewichts.

Rio hat sich erstmals 2004 gegen seine Krankheit zur Wehr gesetzt - und das überaus erfolgreich. von rund 230 Kilo nach eigener Schätzung hat er bis auf 120 Kilo abgespeckt. Mittlerweile hat die Esstörung wieder zugeschlagen, doch Rio kämpft weiter. Eine seiner Waffen gegen das Essen ist sein Blog http://150kg-leichter.de - schaut doch mal bei Rio rein.

 

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Erfolge der Adipositas-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

Verfasst am 16. Oktober 2008 in Forschung, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

Erfolge der Adipositas-Behandlung bei Kindern und Jugendlichen

Anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft vom 16. bis 18. Oktober 2008 stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erste Ergebnisse ihrer Studie zur Wirksamkeit unterschiedlicher Maßnahmen für adipöse Kinder und Jugendliche vor. Im Rahmen der Adipositas-Therapie können Kinder und Jugendliche kurzfristig ihr Gewicht senken und lernen, sich gesünder zu verhalten. Ob diese Veränderungen auch dauerhaft Bestand haben, wird sich erst nach Abschluss der Studie zeigen.

Vor Beginn der Behandlung waren 14 Prozent der Befragten übergewichtig, 49 Prozent adipös und 37 Prozent extrem adipös. Am Ende der Behandlung konnte eine Reduktion des Gewichts festgestellt werden: 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen konnten ihren Gewichtsstatus halten oder vermindern, davon erreichten 56 Prozent eine deutliche Reduktion. Bei 12,5 Prozent der
Patienten kam es zur Gewichtszunahme, weitere 12,5 Prozent haben die Behandlung abgebrochen, so dass deren Gewichtsentwicklung nicht bekannt ist.

Eine weitere Auswertung der Daten wird Unterschiede zwischen den einzelnen Therapiekonzepten zeigen. Bisher konnte festgestellt werden, dass Kinder, die in stationären Rehaeinrichtungen behandelt wurden, im Verlauf der Behandlungsphase besser abnahmen als die in ambulanten Einrichtungen. Auch die Verringerung des hohen TV- und PC-Konsums war bei stationärer
Behandlung größer. Jüngere und nicht so stark übergewichtige Patienten waren erfolgreicher als ältere adipöse Kinder und Jugendliche. Jungen und Mädchen waren ähnlich erfolgreich, zwischen deutschen und Kindern mit Migrationshintergrund konnte bei der Gewichtsabnahme kein Unterschied ermittelt werden.

Zu Behandlungsbeginn wurden bei 26 Prozent der Kinder und Jugendlichen Bluthochdruck und bei 37 Prozent erhöhte Blutfettwerte diagnostiziert. Durch die Behandlung konnte eine Verbesserung dieser Risikofaktoren erreicht werden: Nach Therapieende wurden nur noch bei 17 Prozent der Patienten zu hohe Blutdruckwerte, bei 28 Prozent erhöhte Blutfettwerte gefunden.

Während der Behandlung konnte das Ernährungs- und Bewegungsverhalten verbessert werden. Auch die erwünschte Verringerung des hohen TV- und PC-Konsums wurde erreicht.

Links:
Mehr Informationen zum Thema

 

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Feldzug gegen Fettsucht
Keine Fast Food-Lokale für L.A. Süd

Verfasst am 19. August 2008 in Fast Food, Politik, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

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Einen neuen Ansatz in der Bekämpfung von Fettleibigkeit haben die Behörden in Los Angeles entdeckt. Sie ordneten ein einjähriges Moratorium für Neueröffnungen von Fast Food Restaurants im überwiegend armen Süden der Millionenmetropole an.

Hintergrund des neuen Vorstoßes sei nicht, bestimmte Vorlieben auszumerzen sondern zu einem vielfältigen Speiseplan zu ermuntern und den Bewohnern mehr Wahlmöglichkeiten zu geben, so Stadträtin Jan Perry. Es sei schwer, sich für eine gesunde Ernährung zu entscheiden, wenn das nächste Lebensmittelgeschäft fünf Meilen entfernt sei, der 1$-Cheeseburger aber gleich um die Ecke erhältlich sei, so Perry.

fastfood2.jpgUnterstützung bekommt die Stadtverwaltung vom früheren Pulitzerpreis-Gewinner Jonathan Gold, der die Fast Food-Ketten mit Quallenschwärmen vergleicht, die, wo sie auftreten, jegliches anderes Leben unterdrücken.

“Food deserts” werden die Regionen der Stadt bezeichnet, in denen es wenig Zugang zu frischen Lebensmitteln gibt. Hier soll nun die Stadtplanung helfen mit genauen Vorgaben, welche Art von Unternehmen in den betroffenen Regionen zugelassen werden. Dabei ist man sich bei der Stadverwaltung im Klaren, dass es mit dem Moratorium alleine nicht getan ist. Jan Perry:

Jeder, der glaubt, Fast Food sei der Ursprung jedes Ernährungs-Übels, ist selbstverständlich naiv. Auch andere Aspekte des modernen Lebens tragen zu Fettleibigkeit bei. Die Menschen fahren mehr als sie laufen, Kinder spielen mehr Videospiele als Ball und das alltägliche Leben quillt über mit Gelegenheiten für einen schnellen Happen.

Doch nicht alle sind mit den neuen Regeln einverstanden, insbesondere nicht die, die das Gefühl haben durch das Raster zu fallen. Sue Morre verkauft Hotdogs, allerdings nicht die klassischen Schlabberwürstchen im Wabbelbrot sondern qualitativ hochwertige Würstchen von edlen Weiderindern mit frischen hochwertigen Zutaten.

Doch die neue Regelung untersagt Restaurantbetriebe mit einer eingeschränkten Speisenauswahl, zum Vor-Ort-Essen oder Mitnehmen, mit im Voraus zubereiteten oder aufgewärmten und in Wegwerfbehältern oder Papier eingepackten Speisen, oder ohne Bestellung am Tisch. Welche Kriterien letztlich Anwendung finden ist Sache der Verwaltung. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sues Hot Dogs auch darunter fallen ist groß.

Ob der in Los Angeles eingeschlagene Weg zielführend ist, wir wissen es nicht. Wir sind da eher pessimistisch. Letztlich entscheidet doch immer noch der Geldbeutel, so dass auch in Zukunft ein möglicherweise weiter entfernter billiger Burgerbrater gegen den dann näher gelegenen aber teureren Gemüsehändler “gewinnt”.

Links:
Der ganze Artikel in der New York Times

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Bayern führt staatliche Ernährungsberatung wieder ein

Verfasst am 7. Juli 2008 in Politik, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

Edmund Stoiber, ja genau der Mann mit dem Problembären, hat vor einigen Jahren die bayerische Bürokratie entrümpelt. Nunja,m zumindest hat er die eine oder andere staatliche Leistung für Bürger abgeschafft, ein paar Euros eingespart und sich so für seinen Altenteil in Brüssel qualifiziert, wo er jetzt der europäische Bürokratie zuleibe rückt.

Eine der Institutionen, die dem Stoiberschen Kahlschlag zum Opfer fiel, war die staatliche Ernährungsberatung. Nun, da sie der Edi nicht mehr zwiebeln kann, führen seine aufmüpfigen CSU-ler die Beratung heimlich still und leise wieder ein. Jetzt heißt das Kind “staatliche Ernährungsbildung” und wurde relativ “holterdipolter” durch den Agrarausschuss des bayerischen Landtags gepeitscht - denn dummerweise war die SPD-Abgeordnete Heidi Lück den CSU-Damen mit einem ähnlich lautenden Antrag zuvorgekommen.

Weil aber das Ziel dasselbe war und darüber ja weitgehend Einigkeit herrschte, konnten die CSU-Mitglieder im zuständigen Ausschuss, von einigen kleinen Änderungen abgesehen, dem Vorschlag schließlich zustimmen.

 

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Bundesregierung will Übergewicht bekämpfen

Verfasst am 25. Juni 2008 in Politik, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

Laut einer Meldung der Berliner Zeitung hat die Bundesregierung Länder und Kommunen aufgefordert, sich an ihrem Programm gegen Übergewicht und bessere Ernährung zu beteiligen.

Nachdem das Bundeskabinett den “Nationalen Aktionsplans Ernährung” gebilligt hatte betonten Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Mittwoch in Berlin die Bedeutung einer Teilnahme der Ländern mit ihrer Zuständigkeit für Schulen, aber auch Kommunen und Einrichtungen wie Sportvereine.

Der Bund habe mit seinem Plan gegen Übergewicht nicht vor zu diskriminieren und auch nicht mit Verboten vorzugehen. Man wolle «Deutschland in Form» bringen. Ein Zeichen, dass man bei der Regierung nicht mit einem erdrutschartigen Erfolg rechnet zeigt die Laufzeit des Programms bis zum Jahr 2020.

Hintergrund des Plans, so Seehofer und Schmidt, sei die Tatsache dass ein großer Anteil der Gesundheitsausgaben (bis zu 70 Milliarden Euro) durch auf falsche Ernährung und zu wenig Bewegung bedingt sei. Außerdem sind in Deutschland über 60 Prozent der Männer und rund 50 Prozent der Frauen der Frauen zwischen 18 und 80 übergewichtig

Widerstand kam aus der Opposition, berichtet die Berliner Zeitung weiter:

Die Grünen-Fraktion hält den Aktionsplan für untauglich. «Es werden hauptsächlich Alibi-Maßnahmen vorgeschoben», sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn der dpa. «Übergewichtige Kinder werden so nicht erreicht.» Höhn fordert ein Werbeverbot für Süßigkeiten im Fernsehen vor 20 Uhr sowie eine Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln, bei der die Farben Rot, Gelb oder Grün zeigen, wie hoch der Anteil von Fett, Zucker oder Salz ist. Der FDP-Verbraucherpolitiker Hans-Michael Goldmann lehnt ein Werbeverbot dagegen ab. Die Deutsche Kinderhilfe kritisierte, bloße Appelle an die Bevölkerung reichten nicht. Der Verband fordert Ernährung als Pflichtfach in der Schule.

 

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Von der Kontrolle zur Essstörung

Verfasst am 23. April 2008 in Presse, Internet, In den Medien, Forschung, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

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Jede Abnehmkarriere geht auch irgendwann einmal den Weg der radikalen Regulierung: “Nix Süßes mehr”, “Nicht mehr als 1300 Kalorien” oder so ähnlich lauten die selbst gesteckten Ziele, mit denen wir dem inneren Schweinehund und den äußeren Rettungsringen auf den Hüften zuleibe rücken wollen. Diese Schüsse gehen meist nach hinten los, meint Dr. Thomas Ellrott, Arzt und Ernährungswissenschaftler und Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie am Klinikum der Universität Göttingen. In einem Interview für die neue “ZEIT Wissen”-Serie “Richtig Essen” hat Ellrott sich mit dem Thema Esskontrolle befasst, und warum vermeintlich kleine Störungen uns verzweifeln lassen.

Wenn die selbst gesteckte Grenze erst mal überschritten ist und man doch von der verbotenen Schokolade genascht hat, denken wir: »Jetzt ist es auch egal!« Es kommt zu einem Essanfall, manche Betroffenen sprechen von regelrechten Fress- attacken. Aus psychologischer Sicht sind diese Dammbrüche eine typische Gegenregulation zur vorherigen Strenge. Für die Betroffenen sind sie eine Katastrophe. Sie können sich ihr vermeintliches Versagen nicht verzeihen, fühlen sich schuldig und sind todunglücklich.

Fehlschläge dieser Art bergen aus Sicht des Ernährungswissenschaftlers Ellrott eine grundsätzliche Gefahr: durch immer drastischere Versuche, dem eigenen “Versagen” gegenzusteuern, in eine nicht mehr kontrollierbare Esstörung abzugleiten.

Es ist nur ein kleiner Schritt. Die Betroffenen verlernen systematisch, auf die Signale ihres Körpers zu hören: Sie essen nichts, obwohl sie hungrig sind, essen dann aber in den Heißhungerattacken immer weiter, obwohl sie längst satt sind. Zu allem Überfluss bringt die Quälerei noch nicht mal etwas: Menschen, die ihr Essen mit der Brechstange kontrollieren wollen, wiegen mehr als die, die weniger streng mit sich umgehen.

Auch eine konsequente Ausrichtung der Ernährung an Vorgaben wie etwa die Empfehlungen der DGE lehnt Ellrott ab - ebenso die Einteilung in gute und schlechte Lebensmittel. Wichtig sei vielmehr eine Gesamtschau über einen längeren Zeitraum und die Gesamtauswahl der Lebensmittel. Ellrott empfiehlt einen anderen Weg.

Anstatt sich vermeintliche Sünden komplett zu versagen, ist es viel klüger, sich ein Limit zu setzen, nach dem Motto: Zwei Tafeln Schokolade in der Woche sind okay.Es ist viel wahrscheinlicher, dass ich es schaffe, bei zwei Tafeln zu bleiben, als komplett darauf zu verzichten. Diese sogenannte flexible Kontrolle verschafft mir Spielraum nach oben und unten: Wenn es mir gelingt, die Schokolade liegen zu lassen, gut. Wenn nicht, auch gut. Ich bin schließlich immer noch im Rahmen meines Ziels.

Das gesamte Interview ist zu finden auf den Seiten von ZEIT-Wissen, dem Wissenschaftsmagazin der ZEIT. Von April bis Juli befasst sich das Magazin in einer Serie mit der Thematik “Richtig Essen”. Das April-Heft ist seit 3. April im Handel erhältlich. Es kostet 5 Euro.

Das gesamte Interview mit Doktor Thomas Ellrott auf ZEIT-Wissen

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Mehrwert durch Nährwert

Verfasst am 19. März 2008 in Süßigkeiten, Gesundheit, Lebensmittel, Links, Allgemein von Redaktion

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Die anhaltende Diskussion um gesunde Ernährung, Nahrungszusätze und auch die Kennzeichnungsdebatte setzen die Industrie mehr unter Druck, als die Manager gerne zugeben möchten. Wie sonst ließe es sich erklären, dass die PR-Strategen von Mars eine eigene Website unter dem Titel “Clever Naschen” ins Netz gestellt haben, auf der der interessierte Leser allerhand Informationen über die verschiedenen Schokoriegel und anderen Süßwaren der Marke erfahren kann?

Die Menschen werden kritischer, wozu mit Sicherheit auch die hohe Aufmerksamkeit der Medien Ihren Teil beigetragen hat. Auch die Diskussion um die Ampelkennzeichnung hat für Aufmerksamkeit gesorgt - vor allem bei Herstellern von Produkten, die aufgrund ihres hohen Fett- und/oder Zuckeranteils eine überwiegend rote Skala aufweisen würden. Also treten die Snack- und Süßigkeitenhersteller die Flucht nach vorne an, demonstrieren Verantwortung und Transparenz, bekennen sich zu gesunder Ernährung und verzichten offiziell - so zumindest im Falle von Mars - auf Marketingaktionen, die sich an unter 12-jährige richten.

In einem auf “Clever Naschen” wiedergegebenem Interview mit Philippe Metzger, dem Geschäftsführer von Mars Süßwaren Deutschland wird die Motivation für die neue Kennzeichnungs-Offensive betont:

Als verantwortlich agierendes Familienunternehmen liegen Mars die Themen Gesundheit und Ernährung besonders am Herzen. Daher ist uns auch die offene und transparente Kommunikation mit dem Verbraucher wichtig. Zentraler Teil ist dabei die detaillierte Information zu den Nähr- und Inhaltsstoffen in unseren Produkten. Diese haben wir jetzt durch die Einführung der erweiterten Nährwertkennzeichnung noch übersichtlicher gestaltet. Verbraucher sehen jetzt “auf einen Blick”, wie viele Kalorien und welche Nährstoffe in unseren Produkten stecken. Damit kommen wir den Bedürfnissen der Konsumenten nach! Studien haben gezeigt, dass die Mehrheit der Verbraucher es bevorzugt, übersichtliche und leicht verständliche Informationen über den Kaloriengehalt ihrer Lebensmittel zu bekommen. Dies hilft ihnen dabei, Energiezufuhr und Energieverbrauch im Gleichgewicht zu halten.

mars_screen.jpgNun gut - das Bemühen um eine positive Eigendarstellung ist aus den Worten deutlich zu erkennen, was man einem Unternehmer ja noch nicht einmal zum Vorwurf machen kann. Doch einmal ganz abgesehen davon, ob “Clever Naschen” ein Instrument der Vorwärtsverteidigung gegen weitergehende Kennzeichnungen ist oder ein Zeichen echten Verantwortungsbewusstseins ist, eines muss man der Seite lassen - sie ist ganz gut gemacht.

Klar strukturiert ist der Benutzer meist nur einen Klick von den gewünschten Informationen entfernt. Zentraler Punkt sind natürlich die Nährwerte (pro 100g und pro Stück), die übersichtlich aus einer Tabelle der diversen Mars Produkte abgerufen werden können. Daneben gibt es Tipps zur empfohlenen Tagesration an Süße, für Kinder verschiedener Altersgruppen und Ernährungsempfehlungen, erarbeitet vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Dieses Institut wird gefördert vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, bedient sich aber auch der “Drittmitteleinwerbung bei öffentlichen Forschungsförderern und industriellen Sponsoren unter strikter Beachtung der wissenschaftlichen Unabhängigkeit“.

Für den ausführlichen Surfer und Stöberer finden sich noch ein Magazin, Bewegungs-, Spiele und Freizeitvorschläge sowie die Expertenrunde, die eingeschickte Fragen zum Thema Ernährung beantwortet. Erstaunlich nur, dass trotz der Zusage, kein Marketing für Kinder unter 12 mehr zu betreiben, der überwiegende Teil der guten Ratschläge sich auf eben diese Altersgruppe bezieht…. Aber gut, auch ohne direkt auf Kinder zugeschnittene Werbung (von “keinem” Marketing spricht ja keiner - ein Schuft wer Böses dabei denkt) haben die Kurzen meist einen süßen Zahn, so dass diese Ausrichtung so oder so Ihre Berechtigung hat

Link: Clever Naschen
Bildnachweis: Screenshot www.clever-naschen.de

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Zuviel Sorge schadet auch

Verfasst am 19. März 2008 in Diäten, Forschung, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

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Wer sich zuviele Sorgen um seine Figur macht, lebt nicht gesund - ganz egal ob er nun gertenschlank ist oder eine dicke Plauze vor sich herschiebt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die in der Märzausgabe des American Journal of Public Health erscheint.

Zu ihren Schlüssen kommen die Forscher durch die Auswertung einer Telefonerhebung unter 170.000 Männern und Frauen in den ganzen USA. Neben Angaben zu Gesundheit und Lebensstil wurden die Probanden zu ihrem Gewicht und zu ihrem Wunschgewicht befragt und an wievielen Tagen des vergangenen Monats sie sich physisch oder psychisch unwohl gefühlt hatten.

Das Ergebnis zeigte parallele Entwicklungen bei Männern und Frauen. Je größer der Wunsch nach Gewichtsverlust, desto höher die Zahl der Tage mit akutem Unwohlsein. Auch die Gegenprobe nach Variablen wie Rauchen oder Diabetes konnte die Schlussfolgerungen nicht widerlegen.

Quelle: New York Times

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Todesfall durch Schlankmacher

Verfasst am 17. März 2008 in Medikamente, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

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Auf der Suche nach einem schlanken Körper greifen Menschen zu den verschiedensten Heilsbringern. Ärgerlich für die Betrogenen sind wirkungslose Präparate doch leider verkennen auch viele Abnehmwillige die Gefahren, die hinter vielen “Schlankmachern” stecken. Gerade erst erlag ein junger Däne einem Herzanfall, nachdem er das Ephedrin, Synephrin und Koffein enthaltende Schlankheitsmittel “Therma Power” eingenommen hatte.

Das Mittel ist in Dänemark ebenso verboten wie in Deutschland, aber unzählige Webshops rund um die Welt vertreiben das aus den USA stammende Produkt und auch die effektivsten Grenzkontrollen können nicht jede Sendung aufspüren. Aus diesem Grund warnt die Verbaucherzentrale Nordrhein-Westfalen ausdrücklich vor diesen gesundheitsschädlichen Präparaten.

Appetitzügler mit Ephedrin gibt’s in Deutschland nur auf Rezept. Vor allem in Verbindung mit Koffein wirkt die Substanz so aufputschend, dass die Gesundheit geschädigt wird. Ephedra-Kraut (Meerträubel, Ma-Huang) enthält den Wirkstoff ebenfalls. Seit April 2004 ist Ephedrin auch in den USA verschreibungspflichtig. Deshalb werden synephrinhaltige Alternativen wie Bitterzitrusextrakt oder Bitterorange (Citrus Aurantium) angeboten. Synephrin (oft fälschlich „Synephedrin“ genannt) hat – auch wenn als „rein natürlich“ bezeichnet – ähnliche Nebenwirkungen wie Ephedrin, zum Beispiel Muskelzittern, erhöhten Blutdruck und Nervosität.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt seit Jahren immer wieder vor Nahrungsergänzungsmitteln mit Ephedrin und die amerikanische Food- and Drug-Administra-tion hat Bitterorangenextrakte als Ephedrin-Ersatz als potenziell gefährlich eingestuft. Doch das Risiko lauert nicht nur in den Schlankheitsmitteln, so die Verbraucherzentrale.

Auch bei Kräutertee zum Abnehmen in kyrillischer Schrift hat das Amt auf den Verpackungen falsche Angaben entdeckt. Laut Aufschrift bestand der Tee nur aus Fenchel, Hauhechel, Kamille, Süßholz und Löwenzahn - tatsächlich war aber auch Ephedrakraut enthalten.

Benutzer solcher Mittel setzen nicht nur ihr Leben einer nicht unerheblichen Gefahr aus. Die Einnahme dieser Mittel kann unter Umständen sogar den Führerschein kosten. Sowohl Ephedrin als auch Synephrin werden beim Drogenschnelltest als Amphetamine nachgewiesen.

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

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