Fünf Kilo in zehn Tagen - Die Appendix-Diät

Verfasst am 13. März 2008 in Gesundheit, Diäten, Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Lachend Abnehmen, Allgemein von Redaktion

Wer schon einmal das Glück oder Unglück hatte, als Student eine wissenschaftliche Arbeit abfassen zu müssen / dürfen / können, dem ist der Begriff “Appendix” wohl bekannt. Der “Appendix” ist ein beim Verfasser oft große Qualen auslösender Anhang an den Korpus der eigentlichen Arbeit, der mit allerhand unnützem Zusatzwissen gefüllt ist. Es ist insofern nicht verwunderlich, dass es auch dem ambitioniertesten Studenten von Zeit zu Zeit in den Fingern juckt, den Appendix eines eben exzerpierten Werkes einfach herauszureißen, um die Qualen zu beenden.

Ganz ähnlich verhält es sich mit einem anderen unnötigen Anhängsel, das man oft jahrelang mit sich herumträgt. Die Rede ist vom so genannten “Appendix vermiformis”, im Volksmund eher als Blinddarm bekannt. Ganz korrekt ist diese Aussage jedoch nicht, da dieser Appendix lediglich den “Wurmfortsatz” des Blinddarms bezeichnet. Genaugenommen ist also eine Appendizitis keine Blinddarmentzündung sondern eine Wurmfortsatzentzündung des Blinddarms. Weil ersteres aber einfach besser von den Lippen geht, hat sich Blinddarmentzündung weitgehend eingebürgert.

Vergangene Woche hatte ich die - im wahrsten Sinne des Wortes - einmalige Gelegenheit, die Eignung einer ausgewachsenen Appendizitis zur zielgerichteten Gewichtsabnahme am eigenen Bauch zu testen. Zugegeben, ich hätte gerne auf die Erfahrung verzichtet, aber wenn es mal soweit ist, dann hat man meistens keine Wahl mehr.

Anfangs (Mittwoch) dachte ich noch, ich hätte mir die Bauchmuskulatur verzogen oder verlegen, am Donnerstag nahm ich an, diese Dehnung wäre schlimmer geworden. Am Freitag begann ich dann die Ursache im Körperinneren zu suchen und ging von einem gereizten Darm aus. So falsch lag ich damit ja gar nicht, doch meine Versuche mit pflanzlichen Magentropfen für Linderung zu sorgen, schlugen fehl. Als am Samstagnachmittag noch keine Besserung eingetreten war, suchte ich doch schließlich einen Arzt auf, denn eigentlich wollten wir am Abend noch auf eine Party von Freunden.

narbe.jpgDie ärztliche Untersuchung ergab erhöhte Leukozytwerte sowie einen erhöhten Wert des C-reativen Proteins - sichere Zeichen für eine schwere Entzündung. Genaueres konnte der Bereitschaftsarzt jedoch nicht feststellen und entließ mich mit pflanzlichen Tropfen und der wohlmeinenden Empfehlung “Wenn’s der Blinddarm ist, wird er sich schon melden!” nach Hause. Inzwischen wurden die Schmerzen minütlich mehr, die Party hatten wir schon gecancelt und gegen halb neun bemühten wir den ärztlichen Notdienst. Die Dame warf einen kurzen Blick auf die Blutwerte vom Nachmittag und das Häufchen Elend auf der Couch und sagte nur “Klinikum, JETZT!”

“Gehe in das Klinikum, begib dich direkt dorthin, gehe nicht über LOS, ziehe nicht….” Um 22 Uhr trafen wir im Krankenhaus ein, um 2 Uhr rollten mein Blinddarm und ich noch vereint in den OP, als ich morgens um 6 von den Stationsschwestern geweckt wurde, gingen wir bereits getrennte Wege. Wobei - von gehen konnte vorerst noch keine Rede sein. Liegen war angesagt und das ausschließlich auf dem Rücken, paradiesisch für einen Bauch- und Seitenschläfer. Überkopf Lesen kann ich nicht, also blieb mir nicht viel mehr, als der Wanduhr beim Ticken zuzusehen. Lediglich der Besuch von Tina und Freunden am Nachmittag brachte ein wenig Abwechslung.

Apropos Abwechslung - die gab es beim Essen, zumindest farblich. “Cremesuppe” hieß es in den ersten Tage oft auf dem Speiseplan “Schonkost”, mit der mein strapazierter Bauch gefüttert werden sollte. Mal rot, mal grün und mal farblos präsentierte sich die Suppe ohne Geschmack. “Loreley-Suppe” nannte es Tina, frei nach dem Lied “Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…”. Als man mir nach fünfeinhalb Tagen endlich “echtes Essen” (Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat) zum Mittagessen ankündigte, verfügte der zuständige Oberarzt meine Entlassung. Kurzzeitig wusste ich nicht, ob ich mich nun ärgern oder freuen sollte.

Eine Woche bin ich nun zu Hause und habe die meiste Zeit liegend zugebracht, um die rund 12 cm lange OP-Narbe und die Narben der Drainagen zu schonen. Seit Mittwoch sind die Fäden und Klammern entfernt und so langsam halten normale Bewegungsabläufe wieder Einzug. Aufrecht sitzen ohne Schmerzen geht inzwischen ganz gut - auch am Computer, d.h. ab sofort wird es wieder Interessantes auf Purzelpfund zu lesen geben.

Und das allerwichtigste: 5 Kilo sind zusammen mit meinem Blinddarm auf der Strecke geblieben. Nun hätte ich unter normalen Umständen wohl keine fünf Kilo abgenommen, ich bin mir aber nicht sicher, ob ich diese Art der Gewichtreduktion guten Gewissens empfehlen kann, schließlich ist es doch ein recht schmerzhafter, unbequemer und alles andere als kulinarisch ansprechender Weg. Aber was tut man nicht alles… ;-)

Nochmals vielen Dank für die lieben Genesungswünsche, die bei uns eingegangen sind, ich habe mich sehr darüber gefreut.

Danke, Euer Tom

 

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Sich aufwiegen lassen für die Fitness

Verfasst am 27. Februar 2008 in Forschung, Gesundheit, Sport, Allgemein von Redaktion

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Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, sich in Gold aufwiegen zu lassen - und das am besten mit der Chance sich vorher noch mal so richtig rund zu fressen. Grundsätzlich ein verlockender Gedanke, wäre zumindest das “Vollfressen” für uns nicht so völlig kontraproduktiv.

abnehmtag2.jpgUnd doch wird sich zumindest Tom aus dem Purzelpfund-Team am kommenden Sonntag aufwiegen lassen - und zwar in einem Fitnesstudio. Allerdings wird er darauf verzichten, sich vorher nochmal extra Speck auf die Rippen zu futtern.

Hintergrund ist eine Aktion der INJOY-Fitnessstudios, die am kommenden Wochenende in Deutschland und Österreich den 1. INJOY-Abnehmtag ausgerufen haben. Am Sonntag, 2. März können Abnehmwillige die INJOY-Clubs besuchen, besichtigen und testen und - ganz uneigennützig ist die Aktion ja auch für INJOY nicht - auch einen Einjahresvertrag abschließen.

Um die Motivation der Interessenten zu steigern hat man sich eine besondere Art der Beitragsberechnung ausgedacht. Der monatliche Obulus berechnet sich nämlich anhand einer Formel aus dem Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht, INJOY-Marketingleiter Michael Menne erläutert wie es funktioniert:

Sie rechnen folgendermaßen: Sie nehmen ihre Körpergröße in cm, ziehen davon ihr Körpergewicht in kg ab, teilen diesen Betrag durch zwei und erhalten so ihren Monatsbeitrag, den sie ab sofort in einem INJOY Studio zu bezahlen hätten, wenn sie Mitglied werden.

In meinem Fall hieße das 188 cm minus 128 Kilo (derzeit) geteilt durch 2 ergäbe einen monatlichen Beitrag von 30 Euro. Das klingt in meinen Ohren derzeit nicht schlecht, soll heißen die Marketingidee von INJOY ist zumindest bei mir auf fruchtbaren Boden gefallen. Und so ist der Tagesablauf für den Sonntag schon wieder zugeplant: Ausschlafen, Frühstücken, Wählen gehen und dann bei INJOY reinschnuppern. Wir werden in jedem Fall berichten… ;-)

Link: Website von INJOY
Bildnachweis: Pressefoto Injoy

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Ampel-Kennzeichen in Deutschland

Verfasst am 8. Februar 2008 in Politik, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

Mitte Januar haben wir uns mit dem britischen Ampel-Kennzeichnungssystem für Lebensmittel beschäftigt. Nach diesem System werden u.a. die Anteile von Fett, gesättigten Fettsäuren und Zucker anhand der Ampelfarben beurteilt.

Eine deutsche Seite zeigt nun anhand bei uns im Handel erhältlicher Produkte, wie das Ampelsystem bei uns aussehen könnte. Einfach bei www.das-ist-drin.de auf die Produkte klicken und das Ergebnis ablesen.

 

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Verbraucherzentralen
fordernAmpel für Lebensmittel

Verfasst am 16. Januar 2008 in Politik, Gesundheit, Lebensmittel, Allgemein von Redaktion

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ampel.jpgDie Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fordert eine Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel, wie sie Großbritannien bereits Anwendung findet. Die Ampel soll laut einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale die nötige Orientierung über gesunde Lebensmittel geben und den Kunden in die Lage versetzen, eine gesündere Kaufentscheidung zu fällen.

So werden in Großbritannien der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz auf der Ober- / Vorderseite der Packung angegeben und auf Basis wissenschaftlich anerkannter Nährstoffkriterien bewertet und jeweils anhand der Ampelfarben bewertet. Rot mahnt zu sparsamem Verzehr, Gelb signalisiert “in Maßen genießen” und Grün bedeutet “bedenkenlos essbar”.

Hintergrund der Forderung der Verbraucherschützer ist die aus ihrer Sicht mangelhafte Kennzeichnung der Nährwerte von Frühstückscerealien. Vor allem der Mangel einer Bezugsgröße wird kritisiert, da die gängigen Angaben wegen mangelnder Transparenz und Vergleichbarkeit nur eine Scheininformation böten - so Verbraucherzentralen-Vorstand Klaus Müller. “Durch den Mangel an fundierten Bezugsgrößen und eine fehlende Bewertung erscheinen die zuckerhaltigen Produkte gesünder als sie sind”, so Müller weiter.

Mehr Informationen:
Pressemitteilung der VZ Nordrhein-Westfalen

Informationen über das britische Ampelsystem (englisch)

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Aus für die Fettwegspritzer

Verfasst am 14. Dezember 2007 in Presse, In den Medien, Gesundheit, Sehr suspekt, Allgemein von Redaktion

spritze.jpgEine USA-weit operierende Praxiskette, die Übergewichtigen Klienten “fettauflösende Injektionen” anbot, musste nun nach massiven Beschwerden und Regressforderungen ihrer Kunden “aus wirtschaftlichen Gründen” Ihre Pforten schließen, berichtet die New York Times in ihrer heutigen Ausgabe.

Die Kette “fig.” - gegründet als Advanced LipoDissolve Center - mit insgesamt 18 Praxen hatte seit 2005 übergewichtige Kunden mit angeblich fettlösenden Mitteln behandelt. Durch eine Reihe von Injektionen sollten so Fettabsammlungen in Körperteilen wie den Schenkeln oder dem Bauchbereich aufgelöste werden - zum Preis von rund 2000 Dollar pro Körperteil.

Zum Verhängnis wurde der Kette unter anderem, dass die verwendeten Mittel laut Food and Drugs Administration zu diesem Zwecke gar nicht freigegeben waren. Zudem hatten sich Beschwerden von Kunden gehäuft, die über Schwellungen, Schmerzen, und vor allem über Wrikungslosigkeit der Behandlung geklagt hatten.

Tja - was soll man dazu sagen. Da zitieren wir doch einfach mal Frau Doktor Arend Metzger, die uns einmal zu einem anderen Wundermittel Auskunft gegeben hat: “Fett ist gespeicherte Energie und Energie kann nicht ausgeschieden werden, die muss abgebaut werden.”

 

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Führerschein fürs Futtern

Verfasst am 13. Dezember 2007 in In den Medien, Politik, Motivation, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

ernaehrungsfs.jpgKinder sind anfällig, wenn es um “schlechte” Ernährung geht, denn Fast Food und Süßes ziehen die Kleinen geradezu magisch an. Kein Wunder, schmeckt ja auch alles irgendwie lecker. Doch bedauerlicherweise steht der Nährwert in keinem Verhältnis zur aufgenommenen Kalorienmenge, so dass auch die Statistiker (z.B. KIGGS-Studie 2007) immer mehr kleine Pummelchen in Deutschland herumspazieren sehen.

Dem will man nun gegensteuern. Kinder sollen lernen und verstehen, wie man sich sinnvoll und gesund ernährt. In Berlin wurden nun von Staatssekretär Dr. Gerd Müller die ersten “Ernährungsführerscheine” ausgestellt und überreicht, wie das Bundesministerium für Ernährungs, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vermeldet.

Der aid-Ernährungsführerschein soll Interesse am Umgang mit Lebensmitteln wecken, Wissenslücken schließen und das Bewusstsein für eine gesunde Ernährungsweise schulen.

In Anlehnung an den Schwimm-Ausweis “Seepferdchen” oder den “Fahrradführerschein” sollen Kinder im 3. Grundschuljahr ganz praxisnah Grundkenntnisse über Ernährung, Lebensmittel und die Zubereitung einfacher Gerichte erwerben. Während der Unterrichtseinheiten lernen die Kinder wichtige Lebensmittelgruppen, die aid-Ernährungspyramide, Küchengeräte und Arbeitsabläufe kennen. Nachdem die Schüler eine kleine praktische “Abschlussprüfung” abgelegt haben, erhalten Sie ein “Führerscheindokument” mit Passfoto und Schulstempel, das die erfolgreiche Teilnahme bestätigt.

- Pressemitteilung BMELV

- Ernährungsführerschein beim aid-infodienst

 

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Mythos Süßstoffe - Mastfutter für den Menschen?

Verfasst am 2. Dezember 2007 in Getränke, Forschung, Gesundheit, Lebensmittel, Allgemein von Redaktion

ferkel.jpgEine Kommentardiskussion in den letzten Tage hier im Blog hat den Ausschlag gegeben, mich ein wenig mit einem kontrovers diskutierten Thema auseinanderzusetzen - den Süßstoffen und Ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus.

Süßstoff - Sauerei

Das erste Argument, das einem bei der Recherche zum Thema “Süßstoffe” immer wieder begegnet ist sinngemäß “Süßstoffe machen dick, warum werden die wohl sonst in der Schweinemast eingesetzt?” Daher also der verzückte Ausruf “süße Schweinchen”, wann immer Kinder der kleinen Steckdosen - Schnauzen angesichtig werden?

Wie dem auch sei, “der Sauerei muss auf den Grund gegangen werden”, dachte ich mir und rief bei einem Schweinemastbetrieb an. Die Unabhängige Erzeuger Gemeinschaft für Qualitätsschlachttiere Hohenlohe-Franken, mit Sitz bei Niederstetten hat im Jahr 2006 ingesamt 205.818 Mastschweine verkauft. Wer sollte mir also besser Auskunft geben können, als Willi Grün, Geschäftsführer der UEG. “Süßstoffe werden in der Tat verwendet, aber keinesfalls in der Mast. Süßstoffe kommen zusammen mit Molasse während eines kurzen Zeitraumes der Ferkelzucht zum Einsatz, nämlich dann, wenn es darum geht Ferkeln das Festfutter statt der Muttermilch schmackhaft zu machen.”

Gut der Züchter sagt also “Keine Süßstoffe in der Mast” - was aber sagt die Wissenschaft zu dem Thema. Wir haben beim “Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diätetik” der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig angerufen und mit dem Institutsleiter Professor Dr. Manfred Coenen gesprochen. Der bestätigt die Aussage des Züchters im vollen Umfang: “Süßstoffe werden allenfalls in der frühen Phase der Ferkelzucht zur Umstellung auf Festfutter eingesetzt. Dabei geht es nur um die Wahrnehmung von Geschmack und Aroma.” Nun gut, und in der Mast wird kein Süßstoff eingesetzt? “Nein,” sagt Prof Coenen, “dazu besteht in der Schweinemast überhaupt kein Anlass, die Tiere fressen auch von selber das Futter, das sie bekommen. Und da wo etwas ‘Antrieb’ hilfreich wäre, bei Milchrindern nämlich, würde es nicht funktionieren.” Und warum überhaupt Süßstoff und nicht Zucker? Aufgrund der um ein vielhundertfaches höheren Süßkraft des Süßstoffes braucht man im Verhältnis nur winzige Mengen Süßstoff um den gewünschten Süßegrad zu erreichen.

suessstoff.jpg

Süßstoffe für den Menschen

Wie aber wirken sich die Süßstoffe auf uns Menschen aus? Diese Frage wird in Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Jede Seite versucht dabei die eigene Position mit entsprechenden wissenschaftlichen Forschungsarbeiten aber auch Halbwahrheiten des Hörensagens (siehe Schweinemast) zu untermauern.

Süßsstoffe finden sich in reiner Form in den Süßstofftabletten und Pulvern, in vielen zuckerfreien Limonaden und Erfrischungsgetränken, in kalorienarmen Süßspeisen, Kaugummis und vielen anderen Lebensmitteln - mal offener, mal eher unter “ferner liefen” auf der Zutatenliste eines Produkts.

Ein Punkt, der immer wieder in den verschiedensten Quellen angeführt wird ist die Behauptung, dass Süßstoffe Heißhunger auslösen würden und somit eher zu einer Gewichtszunahme denn zu einer Abnahme führen würden. Demzufolge soll der menschliche Organismus angeregt durch den süßen Geschmack des Süßstoffs Insulin ausschütten. Da die Süßstoffe de facto jedoch keinen Zucker liefern, solle es laut dieser These aus den 70er Jahren zu einem Abfall des Blutzuckerspiegels und damit zu Heißhungergefühlen kommen. Dieser postulierte Effekt wird als „cephalischer Insulinreflex” bezeichnet, wissenschaftlich handelt es sich hierbei aber lediglich um eine unbewiesene These. Vielmehr legen neuere Studien nahe, dass Süßstoffe keinen Einfluss auf den Insulinspiegel haben. In Heft 4 der “Ernährungsumschau” (1993) kommen Wissenschaftler der “Europäischen Gesellschaft August Bier für Ökologie und Medizin e.V.” und der Medizinischem Hochschule Hannover zu folgendem Ergebnis:

Die Plasmainsulin- und Blutglucosekonzentrationen verlassen sowohl nach Gabe der vier verschiedenen wäßrigen Süßstofflösungen als auch nach Gabe von Wasser zu keinem der festgelegten Zeitpunkte die angegebenen Normbereiche (s. Probanden und Methoden). Die Süßstoffe verhalten sich damit hinsichtlich der Beeinflussung des Plasmainsulin- und Blutglucosespiegels vergleichbar mit Wasser (Tab. 1 u. 2). Hingegen bewirkt eine Saccharoselösung im Vergleich zu Süßstoffen und Wasser eine signifikante Zunahme der Plasmainsulin-und Blutglucosewerte, die erwartungsgemäß im Zeitraum zwischen 10 und 30
min den Normbereich überschreiten

Außerdem basiert die “Heißhunger-These” auf der Voraussetzung, dass süßstoffhaltige Lebensmittel völlig isoliert eingenommen werden, so dass sich durch das Fehlen von Zucker / Kohlehydraten besagtes Hungergefühl entwickeln kann. Dies läuft jedoch der Lebensrealität zuwider, da Süßstoffe meist in Verbindung mit anderen Lebensmitteln eingenommen werden (gesüßte Kuchen, Getränke zum Essen etc.), so dass alleine auf dieser Basis ein völliges Fehlen von Kohlehydraten und das Aufkommen dieses Hungergefühls eher unwahrscheinlich ist.

Aspartam

Ein Süßstoff sticht in der Diskussion unter allen anderen hervor. Während “Süßstoffe” per se angeblich dick machen und Schweinemastmittel sind, gilt Aspartam auch bei vielen Forschern als potenziell krebserregend. Das Problem dabei ist, dass zu jeder Studie, die eine mögliche Schädlichkeit dokumentiert alsbald eine Gegenstudie existiert, die das genaue Gegenteil beweist. Letztlich ist es bisher keiner Seite gelungen, einen unstrittigen Beweis für Schädlichkeit oder Unbedenklichkeit zu führen. Wer immer etwas glauben will, wird eine passende Studie dazu finden. Außerdem scheinen bei den Aspartam-Studien mit karzinogenen Ergebnissen an Ratten die Dosierungen im Verhältnis weit über den für den Menschen empfohlenen Dosen gelegen zu haben, zumindest ist das ein Argument, das die Pro-Süßstoff-Fraktion gegen diese Studien anführt.

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Stevia

Seit einiger Zeit geistert ein mysteriöser Stoff namens “Stevia” durchs Internet. Zahlreiche Internetläden bieten Steviaprodukte an, auch hier in Deutschland. Hinter Stevia verbirgt sich eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler namens Stevia rebaudiana. Als deutsche Namen sind Süßkraut, Süßblatt oder auch Honigkraut gebräuchlich. Die Pflanze ist in Südamerika und Asien beheimatet, wo sie unter anderem als natürliches Süßungsmittel eingesetzt wird. Die Zulassung als Lebensmittel in der EU wurde 1997 wegen nicht ausreichender Studien und möglicher Risiken abgelehnt weshalb Stevia in der EU und der Schweiz nicht als Lebensmittel oder Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist. Das Inverkehrbringen als Lebensmittel ist untersagt.

Fazit:

Befürworter und Gegner von Süßstoffen stecken in einem Dilemma. Die einen wollen die Schädlichkeit beweisen, die andere die Unbedenklichkeit. Von Haus aus tun sich da die Befürworter der Unbedenklichkeit schwerer, denn wie will man “Ungefährlichkeit” beweisen. Wie lange darf nichts passieren, dass ein Stoff als unbedenklich gilt? 10 Jahre, 50 Jahre, 100 Jahre? Würde sich noch irgendein Forscher die Arbeit machen, wenn erst jede neue Technologie und jeder Stoff ein oder mehrere Jahrzehnte auf ihre Unbedenklichkeit getestet werden müssen?

Doch wie soll man sich als Verbraucher verhalten? Gibt es eine allein selig machende Verhaltensweise? “Natürlich,” werden Kritiker sagen, “keine Süßstoffe verwenden!” Doch gerade das ist für Menschen mit dem berühmten “süßen Zahn” oft sehr schwer, insbesondere, wenn sie versuchen, Ihren Körperumfang zu reduzieren. Süßstoffe helfen nunmal, den Zuckerkalorien ein Schnäppchen zu schlagen und trotzdem “süß” schmecken zu können. Wer früher gerne Cola getrunken hat, ist heute sicher froh, wenn er im Rahmen seiner Diät auf Cola light / zero zurückgreifen kann. Und dick machen Süßstoffe ebenso wenig, wie Schweine damit gemästet werden.

Letzten Endes muss jeder selber wissen, wie er sich verhält. Unsere Links geben einen kleinen Einstieg in die Meinungsbildung, die Schlüsse muss jeder selber ziehen. Eines sei unseren Lesern aber noch mit auf den Weg gegeben. Es wird oft argumentiert “Zuviel Süßstoff” sei ungesund. “Zuviel” ist von jedem Lebensmittel ungesund, das ist die Aussage des Wortes “zuviel”. Insofern ist diese Aussage über Süßstoffe ebenso eine Binsenweisheit wie “Auf Regen folgt Sonne”. Ein verantwortlicher Umgang mit Süßstoffen kann also nicht schaden, genauso wie ein Verzicht auf Süßstoffe nicht schaden wird. Die derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Studien vertreten die Ansicht, dass Süßstoffe, einschließlich des umstrittenen Aspartams ohne Bedenken konsumiert werden können. Sollten sich die Wissenschaftler einer anderens Sichtweise besinnen, werden wir sicher darauf zurückkommen.

Studien

Wir haben einige Studien zu Süßstoffen und Aspartam herausgegriffen, um sie hier vorzustellen. Wie bei vielen Themen ist es hier auch wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass auch die jeweiligen Interessensverbände Studien finanzieren, um Ihre Positionen zu untermauern. Das gilt für die Interessensvertreter der Süßstoffindustrie und der Diätmittelhersteller ebenso wie die Hersteller des konventionellen Zuckers. Inwieweit die jeweiligen Studien “neutraler” Forschung entspringen, ist nicht immer leicht festzustellen.

1) Eine Studie des interuniversitären Kollegs Graz vom Oktober 2007 untersuchte den Einfluss von Süßstoffen auf den menschlichen Blutzuckerspiegel. Das Ergebnis:

The data showed no significant changes in the blood glucose concentration. Neither the application of sugar (F(4;60) = 1.645; p = .175) nor the consumption of an artificial sweetener (F(2.068;31.023) = 1.551; p > .05) caused significant fluctuations in the blood sugar levels. Over a time frame of 60 minutes in the control group a significant decrease of the blood sugar concentration was found (F(2.457;36.849) = 4.005; p = .020) as a physiological reaction during lunch digestion.

2) Eine Zusammenfassung aktueller Forschungsergebnisse zum Thema Aspartam präsentierte 2007 in der “Critical Reviews in Toxicology” die Burdock Group (Consultants der Lebensmittel- / Diätmittelindustrie). Zitat:

Acute, subacute and chronic toxicity studies with aspartame, and its decomposition products, conducted in mice, rats, hamsters and dogs have consistently found no adverse effect of aspartame with doses up to at least 4000 mg/kg bw/day. Critical review of all carcinogenicity studies conducted on aspartame found no credible evidence that aspartame is carcinogenic. The data from the extensive investigations into the possibility of neurotoxic effects of aspartame, in general, do not support the hypothesis that aspartame in the human diet will affect nervous system function, learning or behavior.

3) Das Cesare Maltoni Cancer Research Center in Bologna veröffentlichte eine Studie zur möglichen krebsauslösenden Wirkung von Aspartam. Hier heißt es:

The results of this carcinogenicity bioassay confirm and reinforce the first experimental demonstration of APM’s multipotential carcinogenicity at a dose level close to the acceptable daily intake for humans. Furthermore, the study demonstrates that when life-span exposure to APM begins during fetal life, its carcinogenic effects are increased.

4) Keine exakten endgültigen Ergebnisse zu den Einflüssen von Aspartam auf das menschliche Gehirn bringt eine Studie der Universitäten Pretoria und Limpopo in Südafrika.

The aim of this study was to discuss the direct and indirect cellular effects of aspartame on the brain, and we propose that excessive aspartame ingestion might be involved in the pathogenesis of certain mental disorders (DSM-IV-TR 2000) and also in compromised learning and emotional functioning

5) In der Onlineausgabe des Ärzteblatts wurde auf eine Studie verwiesen, derzufolge Geschmacksrezeptoren im Darm die Geschmacksrichtung “süß” erkennen könnten, womit eine erhöhte Ausschüttung von Insulin nach Süßstoffgenuss sowie ein daraus resultierender Heißhunger erklärt werden könnte. Folgt man den dort angegebenen Links zur Studie selbst und zur National Academy of Sciences, findet man heraus, dass die Wissenschaftler dort lediglich eine Wahrnehmbarkeit von Glukose bestätigen, nicht jedoch von Süßstoffen oder gar der Geschmacksrichtung “süß”.

Mehr Informationen

Zum Abschluss haben wir hier eine lange Liste an Links zum Thema zusammen gestellt. Diese decken, wie auch die Liste der Studien, beide Positionen zum Thema “Süßstoffe” ab, es ist also dem Leser selbst überlassen, aus unterschiedlichen Winkeln einen Blick auf die Fakten und Thesen zu werfen und sich schließlich eine Meinung zu bilden.

Weiterführende Links:

Süßstoffe allgemein:
- Süßstoffe bei Wikipedia
- Süßstoffbewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (2003)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung zu Süßstoffen (2007)
- Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg zum Thema “Lebensmittelzusatzstoffe und Süßstoffe” (2007)
- Diabetes-Informationsdienst über Süßstoffe (2007)
- Ökotest über Süßstoffe
- Focus Artikel “Süßstoffe regen den Appetit nicht an”
- www.gesundheit.de über Süßstoffe
- www.lebegesund.de über Süßstoffe
- “Lightprodukte und Süßstoffe” auf Fitness.com
- ARD zum Thema “Neue Süßstoffe”
- Interview auf www.fitforfun.de - Sind Süßstoffe unbedenklich?
- www.innovations-report.de über Süßstoffe (2001)
- “Machen Süßstoffe hungrig” auf www.suessstoff-verband.de
- Infos über Stevia
- U.S. Food and Drug Administration zum Thema Süßstoffe (2006)

Aspartam:
- Aspartam bei Wikipedia
- die European Food Safety Authority zu Aspartam
- Das europäische Informationszentrum für Lebensmittel zu Aspartam
- www.medizinauskunft.de über Aspartam
- www.zentrum-der-gesundheit.de über Aspartam
- politblog.de über Aspartam
- Der Stern über Aspartam
- Das Ärzteblatt über Aspartam
- taz-Artikel über Aspartam
- Janet Star Hull über Aspartam auf www.sweetpoison.com

 

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Nützliche Links: Tageskalorienrechner

Verfasst am 28. November 2007 in Tipps, Diäten, Gesundheit, Links, Allgemein von Redaktion

calcula.jpgEin festes Kalorienpensum pro Tag ist ein Weg, den viele Menschen gehen, um dem Speck auf den Hüften und in anderen Körperregionen zuleibe zu rücken. Doch wieviele Kalorien pro Tag sind denn nun ideal, um gesund aber auch wirkungsvoll abzunehmen? Sind es die 1500 kcal der Brigitte-Diät oder hat jeder seinen individuellen Wert?

Die New York Times bietet auf ihrer Internetpräsenz einen interessanten Rechner an. Nachdem man diesen mit Alter, Geschlecht, Gewicht und Zielgewicht, Körpergröße und dem täglichen Bewegungsumfang gefüttert hat, berechnet er einem die empfohlene tägliche Kalorienzahl. Wahlweise kann auch noch ein Wunschtermin eingegeben werden, zu dem das Zielgewicht erreicht sein soll.

Dank diesem Rechner weiß ich nun, dass ich täglich 2422 Kalorien zu mir nehmen sollte - dann erreiche ich bei einer Durchschnittsabnahme von 700 Gramm mein Zielgewicht von 85 kg am 22. April 2009.

2009? Wollte ich das wirklich wissen??? :xmas_shocked:

 

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Einwandern Nicht mit Ihrem Gewicht

Verfasst am 20. November 2007 in Presse, Internet, In den Medien, Politik, Gesundheit, Diäten, Allgemein von Redaktion

newzealand.jpgKein Scherz, wer nach Neuseeland auswandern möchte, sollte sich vor Antritt der Reise vergewissern, dass sein BMI kein Übergewicht verheißt. Sonst kann es ganz schnell geschehen, dass es ihm wie Richie und Rowan Trezise geht. Das walisische Ehepaar wollte nach Neuseeland auswandern, weil Richie als Spezialist für Unterseekabel bei der neuseeländischen Telekom angeheuert hatte. Doch bei der Einreise kam der Schock: “Sie sind zu dick, kehrt marsch” hieß singemäß die Willkommensbotschaft, die Neuseeland für das Ehepaar bereit hielt. Richie speckte ab und durfte einreisen, doch seine Frau hat den magischen BMI-Grenzwert bisher noch nicht erreicht. Schafft sie es bis Weihnachten nicht, wollen die Trezises dem Land den Rücken kehren, berichtet heute der Daily Telegraph.

Hintergrund des BMI-Scans ist die Tatsache, dass Neuseeland auf diese Weise “Risikofaktoren” für sein Gesundheitssystem aussortieren möchte. Problematisch auch hier, dass der BMI, wie sich hier zeigt, nur begrenzte Aussagekraft hat. Richie Trezise zum Beispiel dürfte als Ex-Soldat und regelmäßiger Rugby-Spieler deutlich fitter sein, als so manch neusseländischer Couch-Potato mit einem niedrigeren BMI.

Mr Trezise, a submarine cable specialist and a former soldier, said: “My doctor laughed at me. He said he’d never seen anything more ridiculous in his whole life. He said not every overweight person is unhealthy or unfit.

(entdeckt bei Leben-ohne-diaet.de)

 

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Nofallversorgung
Problemfaktor Übergewicht

Verfasst am 20. November 2007 in TV, In den Medien, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

Rettungsbus der Feuerwehr HamburgWer übergewichtig ist, der denkt meist nicht daran, wieviel Ballast er mit sich herum schleppt. Völlig ausgeblendet wird außerdem oft die Frage “Was ist im Falle eines Notfalles?” Was passiert, wenn man auf fremde Hilfe angewiesen ist? Das RTL-Magazin “extra” widmete diesem Thema unter dem Titel “XXL-Patienten fordern Krankenhäuser” einen Beitrag.

Ein “zunehmendes Problem der Krankenhäuser”, so extra-Moderatorin Birgit Schrowange in ihrer Anmoderation, sei die im Schnitt immer schwerer werdende Bevölkerung. Pflege- und Rettungsdienste sind mit schwer übergewichtigen Patienten völlig überfordert, Krankenhäuser müssen materiell aufrüsten, etwa mit Spezial OP-Tischen, die bis zu 100 000 Euro teuer sind, mi tüberbreiten, besonders gefederten Betten und mit Spezialwaagen.

Die Hamburger Feuerwehr etwa setzt für den Transport solcher überschweren Patienten einen speziellen, so genannten Großraumrettungswagen ein, ein euphemistischer Ausdruck für Omnibus. Ein Betroffener, Horst S. benötigte die Hilfe zweier Pfleger, des RTL Kamerateams sowie zweier Sanitäter, die den 235-Kilo-Mann nach einem Sturz im Bad wieder ins Bett bugsierten.

Lebensbedrohlich stellte sich die Situation einer Patientin im Hamburger Klinikum Eppendorf dar. Die stark übergewichtige Frau leidet an Lungenfibrose. Um jedoch auf die Transplantationsliste aufgenommen zu werden, muss sie ihr Gewicht unter 100 Kilo senken.

Und auch für die Mediziner selbst stellt das Phänomen “dicke Deutsche” vor eine erhebliche Erschwerung des Arbeitsalltags dar, berichtete ein Mediziner vor der Kamera. Gerade bei Operationen sei es immer wieder schwer, die betroffenen Organe zu sehen und schnell zu finden, da die Sicht durch die im Körperinneren abgelagerten Fettmengen erschwert werde.

 

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