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Einen neuen Ansatz in der Bekämpfung von Fettleibigkeit haben die Behörden in Los Angeles entdeckt. Sie ordneten ein einjähriges Moratorium für Neueröffnungen von Fast Food Restaurants im überwiegend armen Süden der Millionenmetropole an.
Hintergrund des neuen Vorstoßes sei nicht, bestimmte Vorlieben auszumerzen sondern zu einem vielfältigen Speiseplan zu ermuntern und den Bewohnern mehr Wahlmöglichkeiten zu geben, so Stadträtin Jan Perry. Es sei schwer, sich für eine gesunde Ernährung zu entscheiden, wenn das nächste Lebensmittelgeschäft fünf Meilen entfernt sei, der 1$-Cheeseburger aber gleich um die Ecke erhältlich sei, so Perry.
Unterstützung bekommt die Stadtverwaltung vom früheren Pulitzerpreis-Gewinner Jonathan Gold, der die Fast Food-Ketten mit Quallenschwärmen vergleicht, die, wo sie auftreten, jegliches anderes Leben unterdrücken.
“Food deserts” werden die Regionen der Stadt bezeichnet, in denen es wenig Zugang zu frischen Lebensmitteln gibt. Hier soll nun die Stadtplanung helfen mit genauen Vorgaben, welche Art von Unternehmen in den betroffenen Regionen zugelassen werden. Dabei ist man sich bei der Stadverwaltung im Klaren, dass es mit dem Moratorium alleine nicht getan ist. Jan Perry:
Jeder, der glaubt, Fast Food sei der Ursprung jedes Ernährungs-Übels, ist selbstverständlich naiv. Auch andere Aspekte des modernen Lebens tragen zu Fettleibigkeit bei. Die Menschen fahren mehr als sie laufen, Kinder spielen mehr Videospiele als Ball und das alltägliche Leben quillt über mit Gelegenheiten für einen schnellen Happen.
Doch nicht alle sind mit den neuen Regeln einverstanden, insbesondere nicht die, die das Gefühl haben durch das Raster zu fallen. Sue Morre verkauft Hotdogs, allerdings nicht die klassischen Schlabberwürstchen im Wabbelbrot sondern qualitativ hochwertige Würstchen von edlen Weiderindern mit frischen hochwertigen Zutaten.
Doch die neue Regelung untersagt Restaurantbetriebe mit einer eingeschränkten Speisenauswahl, zum Vor-Ort-Essen oder Mitnehmen, mit im Voraus zubereiteten oder aufgewärmten und in Wegwerfbehältern oder Papier eingepackten Speisen, oder ohne Bestellung am Tisch. Welche Kriterien letztlich Anwendung finden ist Sache der Verwaltung. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sues Hot Dogs auch darunter fallen ist groß.
Ob der in Los Angeles eingeschlagene Weg zielführend ist, wir wissen es nicht. Wir sind da eher pessimistisch. Letztlich entscheidet doch immer noch der Geldbeutel, so dass auch in Zukunft ein möglicherweise weiter entfernter billiger Burgerbrater gegen den dann näher gelegenen aber teureren Gemüsehändler “gewinnt”.
Links:
Der ganze Artikel in der New York Times
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