“Near Water”

Verfasst am 3. September 2007 in Gesundheit, Functional Food, Lebensmittel, Allgemein von Redaktion

Wasser ist ein Grundnahrungsmittel, ein wesentlicher Bestandteil gesunder Ernährung und auch beim Abnehmen unverzichtbar. Kein Wunder also, dass mit der Wellness-Welle und dem damit einhergehenden steigenden Gesundheitsbewusstsein plötzlich eine Vielfalt von Wässern auf dem Markt zu finden ist. wasser.jpgMit Geschmack und ohne, mit Kräutern und exotischen Aromen, mit Kohlensäure oder extra viel Sauerstoff - die Auswahl ist nahezu unendlich. Und weil es ja nur Wasser ist, muss es ja gesund und leicht sein, denkt sich der Kunde, und weil es gesund ist, legt er gerne mehr Geld auf den Ladentisch als für andere Getränke.

Denkste sagt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, so gesund sind diese “Near Water” Getränke gar nicht. Oftmals ist in den Flaschen nicht mal Mineralwasser, sondern nur geschmacklich aufgewertes Leitungswasser. Die Folge: keine gesunden Mineralien, dafür umso mehr Konservierungs- und Antioxidationsmittel.

Dazu kommt, dass die oft verheißenen gesunden Substanzen (Aloe Vera, Zitronengras etc) in gesundheitlich völlig irrelevanten Dosierungen vorkommen - den Rest erledigt die Aroma-Pipette.
Und wie war das nochmal mit den Kalorien?

Achtung – nicht kalorienfrei: Im Schnitt beträgt der Kaloriengehalt von Wellness-Wässern zwischen 130 und 250 Kilokalorien pro Liter – einige liegen mit 290 kcal noch darüber. Jedoch nur Getränke bis zu 200 kcal pro Liter gelten noch als kalorienarm.

Wer also glaubt, mit einem “Wellness-Wasser” gesund abnehmen zu könne, der kann auf dem Holzweg sein. Ein Blick auf die Nährwerte hilft da oft schon weiter. Und wie lautet das Fazit der Verbraucherschützer? “Teuer, überflüssig und nicht immer kalorienarm!”

Die gesamte Informationsseite der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

 

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Kritik an Optiwell

Verfasst am 1. September 2007 in Functional Food, Allgemein von Redaktion

Wir hatten hier vor geraumer Zeit schon einmal das Thema “Functional Food” aufgegriffen, also Lebensmittel, die mit einem Zusatznutzen werben. Die einen machen glücklich, die anderen nicht dick und wieder andere schneller satt oder leifern mehr Vitamine und Mineralien als unser Körper in zwei Wochen aufnehmen oder verarbeiten kann. Für derartige Produkte lassen wir ein halbes Vermögen im Supermarkt und fühlen uns beim Verzehr so richtig gesund - denn unser Vertrauen in die Werbung ist grenzenlos.

Kilogucker Tobias hat sich mit Optiwell Control auseinandergesetzt, einem Produkt der Campina, das verspricht es helfe dabei weniger zu essen. Und um es gleich vowegzunehmen - der Kilogucker ist nicht allzu überzeugt, von dem was er da liest.

Eine Wirksamkeit mag zwar bestehen, aber genauso wirken ein Vollkornbrot oder Haferflocken dem Hungergefühl entgegen. Was wohl an der Tatsache liegt, dass komplexe Kohlenhydrate länger im Verdauungstrakt unterwegs sind. Wobei Optiwell Control leider nicht das alleinige Recht auf langsame Verdauung hat.

Den ganzen Artikel gibt es auf www.kilogucker.de.

 

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Kommentiert

Verfasst am 8. August 2007 in Functional Food, Lebensmittel, Allgemein von Lilian Thau

Fortwährend überschlagen sich die Ernährungswissenschaftler mit neuen Erkenntnissen, die dann markig in den einschlägigen Fitness- und Lifestylemagazinen als der jeweilige wissenschaftliche Durchbruch verkündet werden. Bis ein paar Monate später eine neue Entdeckung wieder alles über den Haufen wirft. Im Moment ist Functional Food das Allheilmittel. Dieses soll eben nicht nur satt, sondern durch verschiedene Zusätze wie beispielsweise Vitamine oder Spurenelemente auch gesund machen.

lilwp2.jpgAlles auf einmal – wie praktisch. Zwar haben wir von den meisten dieser Zusätze bis dato zwar nie etwas gehört, aber ohne sie kommen wir ab sofort nicht mehr aus - dafür sorgt schon die Werbung. Da kann die Businessfrau von heute ihrem Sohn pro- oder auch präbiotischen Joghurtkulturen geben und braucht sich keine Gedanken mehr zu machen, wenn der Bub mit nassen Haaren bei Sturm und Wetter nach dem Schwimmen durch die Gegend springt - der Joghurt stärkt ja die Abwehr. Der Bürohengst spart sich dank des ACE-Drinks den frischen Apfel und kann guten Gewissens Kette rauchen.

Problematisch wird es nur, wenn die Wissenschaft etwas neues wieder entdeckt. Das isolierte Beta-Carotin, das lange als Rauchervitamin galt und den ACE-Drinks beigemischt wird, begünstigt gerade bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko. Jedenfalls nach neusten Erkenntnissen – wie lange diese gültig sind, bleibt ab zuwarten. Und ob diese Jogurtkulturen die Abwehrkräfte tatsächlich positiver beeinflussen als normale ist nicht durch Langzeitstudien bewiesen. Und warum sollte die Darmflora von gesunden Menschen überhaupt irgendwie beeinflusst werden? Ad absurdum führen sich diese Lebensmittel oft selbst, wenn man sich die Zutaten genauer ansieht: Selbst wenn sie Inhaltsstoffe enthalten, die die Gesundheit fördern könnten, reduzieren verschiedene andere Zusätze diese mögliche gesunde Wirkung häufig so stark, dass man sich wirklich fragen sollt, ob es sich tatsächlich lohnt, das fünffache dafür auszugeben.

Wie viel „Gesundheit“ verträgt der normale Körper überhaupt? In unserer Wohlstandsgesellschaft treten Mangelerscheinungen fast nur bei sehr einseitiger Ernährung auf, einzige Ausnahmen sind Eisen und Selen. Von fast allen Spurenelementen und Vitaminen nehmen wir zuviel zu uns. Beispielsweise das Calcium, welches zwar gut für Knochen und Zähne ist, aber in vielen Produkten als natürlicher Inhaltsstoff oder Anreicherung vorkommt: Brötchen mit Calcium, Saft mit Calcium, in Milchprodukten, Broccoli, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte, Mineralwasser, Brausetabletten und und und. Ab 4-5 Gramm pro Tag lagert sich das Calcium in Lunge, Nieren und Gewebe ab und kann zu Nierensteinen und Kalkgicht führen.

Die Dosis macht das Gift, wusste schon Paracelsus! Und da wir schon bei Zitaten sind, kommt auch noch Mark Twain zu Wort: “Vertrauen Sie nicht darauf, was Sie in Gesundheitsbüchern lesen. Sie könnten an einem Druckfehler sterben.”

 

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Expertentalk: Functional Food

Verfasst am 7. August 2007 in Functional Food, Lebensmittel, Allgemein von Lilian Thau

Kaum ein Lebensmittel kommt mehr ohne einen Hinweis auf seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit aus. Doch wie sieht es wirklich aus mit den Versprechungen, können Lebensmittel die Gesundheit fördern? Lilian Thau hat sich mit dem Lebensmittelchemiker Proessor Doktor Thomas Henle unterhalten.

henle2.jpgPurzelpfund.de: Was versteht man unter funktionellem Essen?

Prof. Dr. Thomas Henle: Vor dem Hintergrund eines gesteigerten Gesundheitsbewußtseins in der Bevölkerung nehmen in jüngster Zeit vor allem Aspekte gesundheitsorientierter Vermeidungsstrategien eine besondere Bedeutung ein: Ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, weniger Fett und Salz als Gesundheitsprophylaxe und so weiter. Parallel dazu tritt zunehmend ein Interesse an einer “aktiven positiven” Beeinflussung der Gesundheit, ein Trend, der sich zum Teil im Begriff “Functional Food” wiederfindet.

Unter Functional Food werden pflanzliche oder tierische Lebensmittel verstanden, die Wirkstoffe enthalten, welche nicht mehr im engeren Sinne nutritiv, sondern präventiv gesundheitsfördernd sind oder zum Beispiel antimikrobiell, prä- oder probiotisch, knochenfestigend, antioxidativ, immunstimulierend, anticancerogen wirken sollen.

Purzelpfund.de: Ist Functional Food eine neue Erfindung oder gibt es Lebensmittel mit gesundheitsfördernden Zusätzen schon länger?

Prof. Dr. Thomas Henle: Prinzipiell ist Functional Food keine “echte” Neuerfindung. Lebensmittel mit “gesundheitlichem Zusatznutzen” gab es schon immer. Das reicht von althergebrachten Hausmitteln wie etwa “heiße Milch mit Honig” bei Erkältungskranheiten
oder der “heißen Zitrone” zur Vorbeugung gegen Schnupfen bis hin zu Lebertran als Vitamin D-Lieferant. An sich wäre ja bereits “Vollkornbrot” ein “functional food”. Neu im engeren Sinne ist die gezielte “Funktionalisierung” von Grundnahrungsmitteln, wie etwa die Anreicherung von Brot mit Omega-3-Fettsäuren, und damit das in den Vordergrundrücken des “Zusatznutzens” im Rahmen der täglichen Ernährung.

Purzelpfund.de: Gibt es tatsächlich Beweise dafür, dass Functional Food gesundheitsfördernd ist?

Prof. Dr. Thomas Henle: Klipp und klar: Ja. Es würde an dieser Stelle jetzt zu weit führen, einzelne Beispiele mit den dazugehörigen wissenschaftlichen Studien aufzuzählen. Generell muß man natürlich sehr genau hinschauen und den Einzelfall prüfen. Eine generelle Pauschalisierung etwa im Sinne “Functional Food nützt eh nix” ist ebenso wenig richtig wie der Umkehrschluß. Entscheidend ist das jeweilige Produkt, und das, was man damit machen will.

Purzelpfund.de: Suggeriert Functional Food dem Verbraucher nicht einen einfachen Weg sich bequem und einfach zu ernähren? Können diese Nahrungsmittel ungesunde Ernährung wett machen?

Prof. Dr. Thomas Henle: Funktionelle Lebensmittel können keinesfalls eine ungesunde Ernährung – hier verstanden hinsichtlich der benötigten Nährstoffe und der Menge beziehungsweise des Energiegehaltes ausgewogene Ernährung – und generell ungesunde Lebensweise wettmachen. Eine echte “Gefahr” der Verbraucherfehlinformation hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Konsequenzen sehe ich jedoch nicht.

Ich denke eher, dass durch funktionelle Lebensmittel, die ja als “höherwertige” Lebensmittel in einem höheren Preissegment angesiedelt sind, in bestimmten Verbraucherkreisen sogar eine Art “Wiederentdeckung” bestimmter Lebensmittelgruppen zum Beispiel Milchprodukte, Backwaren, Mineralwasser, und eine Abkehr von möglicher einseitiger Ernährung erfolgen könnte.

Purzelpfund.de: Warum ist Functional Food soviel teuer als “normale” Lebensmittel?

Prof. Dr. Thomas Henle: “So viel teurer” sind funktionelle Lebensmittel nicht, insbesondere wenn man bedenkt, dass Lebensmittel generell heute so billig sind wie nie zuvor. Der Anteil am Einkommen, der für Lebensmittel ausgegeben wird, ist derzeit extrem niedrig. Milch kostet heute weniger als vor 20 Jahren. Ein höherer Preis wird zum Teil auf die wissenschaftliche Entwicklungsarbeit zurückzuführen sein. Andererseits müssen auch Lebensmittelbetriebe Geld verdienen. Warum kostet wohl ein BMW mehr als ein VW?

Purzelpfund.de: In den USA und Japan boomt der Trend mit Produkten wie Schokolade gegen Herzinfarkt. Könnte es solche Produkte bei uns in Zukunft auch geben?

Prof. Dr. Thomas Henle: Ja, aber mit erheblichen Einschränkungen. Das deutsche Lebensmittelrecht – übrigens die strengste Lebensmittelgesetzgebung der Welt – verbietet an sich Werbung mit Gesundheitsbezug zur Abgrenzung von Lebensmitteln gegenüber
Arzneimitteln. Konkrete Aussagen wie “Schokolade gegen Herzinfarkt” wird es also bei uns nie geben. Erlaubte Werbeaussagen sind bei uns eher unspezifisch, wie “fördert die Abwehr” oder “schützt den Kreislauf” und auch nur dann erlaubt, wenn konkrete wissenschaftliche
Belege existieren.

Purzelpfund.de: Müssen Functional Food-Produkte wegen ihre Zusätze nicht vielleicht stärker kontrolliert werden und Warnhinweise angebracht werden? Neuere wissenschaftliche Studien zeigen, dass Beta-Carotin in isolierter Form bei starken Rauchern und Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen Gesundheitsschäden verursachen kann.

Prof. Dr. Thomas Henle: Die bestehende Kontrolle reicht vollkommen aus. Gerade das Beispiel Beta-Carotin zeigt ja, dass Risiken erkannt werden. Im übrigen sollten sich starke Raucher keine Sorgen vor Risiken durch Lebensmittelinhaltsstoffe machen, das Risiko
durch das Rauchen per se ist so hoch dass Raucher an sich alles essen dürfen.

 

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Functional Food:
Wirklich gesunde Ernährung?

Verfasst am 7. August 2007 in Functional Food, Lebensmittel, Allgemein von Lilian Thau

Joghurt für die Darmflora, Mineralwasser für feste Knochen, Margarine gegen Cholesterin. Immer öfter findet der Verbraucher Lebensmittel mit Zusatznutzen in den Kühlregalen, das so genannte Functional Food. Doch halten diese funktionellen Lebensmittel tatsächlich was sie versprechen? Ist Functional Food wirklich gut für die Gesundheit oder nur gegen das schlechte Gewissen?

ffei.jpgGesund leben, gesund essen – wer möchte das nicht? Doch hat heute noch jemand das Geld im Bioladen Obst und Gemüse zu kaufen und wer hat die Zeit es anschließend in der Küche zu waschen, zu schneiden und zu schnipseln, wegen der Vitamine langsam zu garen und die nach Burger und Fritten gierenden Kinder zu überreden das gesunde Mahl zu verspeisen?

Genau dieses Dilemma hat auch die Lebensmittelindustrie erkannt und offeriert dem gesundheitsbewußten Kunden immer mehr Produkte, die nicht nur gut schmecken, sondern gesund erhalten beziehungsweise gesund machen sollen – das sogenannte Functional Food. Was man genau darunter zu verstehen hat, ist noch nicht eindeutig gesetzlich definiert. Das Fachmagazin “Die Ernährungsumschau” erklärt Functional Food folgendermaßen: “Nahrungsmittel, die durch Zugabe bestimmter Nährstoffe oder Zutaten so modifiziert wurden, dass sie spezifische gesundheitliche Nutzen beziehungsweise Vorteile erbringen”. (Weiter…)

 

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