Arzt vs. Adipositas - die XXL-Patienten kommen
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Als ich vor fünf Wochen mit Blinddarmbeschwerden in der Notaufnahme des Augsburger Klinikums lag, bekam ich schmerzhaft zu spüren, welches Problem die Ärzte mit einer respektablen Speckschicht so haben. Beim Ultraschall half nur massiver Druck auf die ohnehin schmerzenden Bauchpartien, um dem Arzt einen groben Eindruck der Geschehnisse jenseits der Bauchdecke zu vermitteln.
Fett ist für Röntgengeräte und Ultraschall eine Mauer, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ich nun noch berücksichtige, dass ich mein Gewicht mittlerweile um fast 40 Kilo und meinen BMI um 10 Punkte gesenkt habe, dann will ich mir nicht ausmalen, wie die Aktion “Blinddarm” mit 160 Kilo abgelaufen wäre. Denn auch Operationen sind bei dicken Menschen problematischer und ein größeres Risiko als bei Normalgewichtigen. Ein Bericht auf www.web.de zeigt, mit welchen Schwierigkeiten die Ärzte bei XXL-Menschen konfrontiert sind.
Oft scheitern die Helfer schon beim Messen des Blutdrucks, weil die Manschette des Geräts nicht um die breiten Arme passt. Oder sie können Infusionen nicht setzen, weil die Venen unauffindbar sind. Die Spezialisten im Krankenhaus behelfen sich daher mit feinen Schnitten ins Fleisch. Während zwei Assistenten die Fettmassen zur Seite drücken, sticht ein Arzt die Nadel in die freigelegte Vene.
Firmen in den USA verdienen sich am zunehmenden Umfang der Patienten eine goldene Nase, vor allem an dem vorher schon erwähnten Röntgenproblem.
Bildgebende Verfahren sind den Ärzten dabei keine Hilfe. Ab einem gewissen Umfang passen die Patienten nicht mehr in die Röhren von Computer- oder Kernspintomographen, herkömmlicher Ultraschall dringt nicht tief genug in das Gewebe. Siemens Medical Solutions in Erlangen entwickelt deshalb breitere Röhren und Ultraschallgeräte mit einer tieferen Reichweite. Die Nachfrage nach der Spezialausrüstung ist dem Unternehmen zufolge steigend, vor allem in den USA.
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