Kuss, Knutscher, Bussi, Mäulchen, Schmatz, es gibt viele Wörter für die schönste und gesündeste Droge der Welt.
Richtig gelesen, küssen ist gesund: Beim Küssen werden Unmengen an Endorphinen, besser bekannt als Glückshormone, ausgeschüttet. Ganze 34 Muskel sind aktiv, bis zu 18 Kalorien verbrennt ein Kuss. Der Puls steigt von 60 auf 130, das Herz wird trainiert wie bei einem 100 Meter Lauf. Küssen macht auch die Haut glatter, und nach neuesten Erkenntnissen beugt Küssen sogar Karies vor. Während des Küssens produziert die Nebenniere Adrenalin und die Bauchspeicheldrüse Insulin. Dadurch wird der Blutzucker gesenkt, sowie Fette, Kohlehydrate und Schadstoffe abgebaut.
Es wird sogar behauptet, dass man sich schlank küssen könnte. Allerdings müsste man dann buchstäblich an den Lippen seines Partner hängen – und das für mehrere Wochen.
Küssen kann aber auch Leben retten: Eine amerikanische Versicherung will herausgefunden haben, dass der Abschiedskuss die statistische Wahrscheinlichkeit eines Unfalles senkt. Angeblich geht ein geküsster Mensch ruhiger und gelassener durchs Leben. Dauerküsser haben sogar die Möglichkeit, sich im Guinnes Buch der Rekorde zu verewigen. Es gilt lediglich den Rekord beim Langzeitküssen zu überbieten: Der liegt im Moment bei 34 Stunden und elf Minuten Dauerknutscherei. Das ist nichts im Vergleich zu der Zeit, die ein Mensch durchschnittlich in seinem Leben mit Küssen verbringt: nämlich 110.000 Minuten
Rund um den Mund
Der Kuss spielt in Film, Musik und Literatur meist eine tragende Rolle. So küsst der Prinz das Dornröschen nach 100 Jahren Schlummer wach. Eine Prinzessin musste erst den Frosch mit ihren Lippen berühren, bevor der sich in einen Prinzen verwandeln konnte. In Wagners Oper Tristan und Isolde ist der Kuss ein Symbol für die Liebe und den Abschied: Isolde küsst den sterbenden Tristan und schließt mit ihrem Kuss für immer seine Lippen. Für den griechische Philosoph Platon war der Kuss ein „Austausch der Seelen“. Pop-Star Cher sang in ihrem „Shoop Shoop Song“, dass es nicht in seinen Augen sei, sondern „in his kiss!“.
Einer der berühmtesten Filmküsse stammt von Vivian Leight und Clark Gable in „Vom Winde verweht“. Vivian Leight war jedoch nicht sonderlich begeistert von der Knutscherei mit Frauenschwarm Clark Gable: „Er hat falsche Zähne und Mundgeruch!“. Der erste Filmkuss dauerte gerade mal vier Sekunden und wurde 1896 von der Edison Company gedreht.
Der Film „The Kiss” bestand lediglich aus einer 30-Sekunden-Szene, die in Nahaufnahme einen Mann und eine Frau beim Küssen zeigten. Das ist heute nichts ungewöhnliches mehr, aber damals ein handfester Skandal, denn so genau hatte noch nie jemand zuvor den Lippentanz auf Celluloid festgehalten. Der längste Filmkuss dauert stolze 185 Sekunden, den Regis Toomey und Jane Wyman (Ex-Frau von US-Präsident Ronald Reagan) in „Du bist jetzt Soldat“ vor der Kamera zeigten.
Andere Länder, andere Küsse
Das Küssen war nicht immer so „hip“ wie heute. Die Japaner hatten Jahrhunderte lang kein eigenes Wort für „küssen“. Selbst heute küssen sich „die Kinder der aufgehenden Sonne“ nur, wenn sie wirklich zur Sache kommen wollen.
Auch die Amis sind Hinterwäldler in Sachen Lippentanz: Der Zungenkuss war im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bis ins 20. Jahrhundert gänzlich unbekannt. Kinsey, der berühmte amerikanische Sexualforscher stellt 1948 fest, dass die meisten vor dem Krieg verheirateten Männer, keine Ahnung hatten, was ein sogenannter Frenchkiss ist, geschweige denn ihn jemals praktiziert hatten.
Eskimos, Polynesier und Lappen küssen sich nach westlichem Verständnis gar nicht. Sie reiben oder drücken ihre Nasen aneinander. Alles andere, sogar der Handkuss, ist für sie anstößig. Allerdings hat das „Näseln“ für sie die selbe Bedeutung wie hierzulande das Küssen. Sie nehmen so die „Fährte“ ihres Gegenüber auf.
Histokuss
Wie kommen die Menschen dazu, sich zu küssen? Dazu gibt es unzählige Theorien: Zum Beispiel, dass das Küssen eine Weiterentwicklung der Nahrungsübertragung ist. Die Mutter kaut das Essen vor und gibt es anschließend Mund zu Mund an ihrem Nachwuchs weiter. Im alten Ägypten war das Wort „essen“ identisch mit „küssen“.
Der berühmteste Liebhaber, Casanova, war der ähnlichen Ansicht, denn der ließ verlauten: „Der Kuss ist ein Ausdruck der Fresslust, die darauf zielt, das Objekt zu verschlingen!“
Siegmund Freud war der Überzeugung, dass uns das Küssen schon in die Wiege gelegt wird: Wenn ein Kind gestillt wird, dann saugt und knabbert es, ähnlich dem Küssen, an der Brustwarze der Mutter.
Es gibt in der ganzen Tierwelt nur wenige Gattungen, die sich auch küssen: so zum Beispiel die Bonobos, eine dem Schimpansen ähnliche Affenart. Sie haben, in der Tierwelt einzigartig, Sex in der Missionarsstellung. So können sie den Akt von Angesicht zu Angesicht vollziehen und sich leidenschaftlich küssen.
Lexikuss
Es gibt viele Arten sich zu küssen und natürlich noch mehr, einen Kuss zu genießen.
Frechkiss: Küssen mit leicht geöffneten Lippen, und „Zungenaction“. Der Zungenkuss ist bei Männer übrigens besonders beliebt, denn die Nerven auf der Zunge geben Impulse direkt zu seinem besten Stück ab.
Augenliedkuss: Du hauchst dem Objekt der Begierde eine Küsschen auf die Augenlieder.
Halskuss: Über 94 Prozent der Frauen favorisieren einen Kuss auf den Hals.
Knabbern am Ohr finden 84 Prozent der Frauen hocherotisch, allerdings nur 10 Prozent der Männer.
Eskimokuss: zärtliches Nasenreiben
Schmetterlingskuss: Die Wimpern werden nahe an die erogenen Zonen des Partners gebracht und dann wird geblinzelt. Selten wird ihn ein Augenklimpern so heftig in Fahr bringen, wie diese Kuss-Variante.
Fellatio: Intimkuss beim Mann
Cunnilingus: Intimkuss bei der Frau
Handkuss: Kuss auf den Handrücken der Partnerin; dabei wird der Kuss nur angedeutet: Die Lippen des Mannes berühren den Handrücken der Frau nicht.
Todeskuss: Nicht erotisch, sondern tödlich: Der Pate küsst den Verräter, bevor dieser gezwungenermaßen des Zeitliche segnet.
Bruderkuss: Vor allem in kommunistischen Ländern praktizierte Begrüßung bei Männern – aber auch die Italiener nutzen diese Art der Begrüßung besonders gern.
Mittlerweile gibt es zum Chatten und SMSen schon Emoticons fürs Küssen:
XOXOXOX bedeutet: Knuddeln und Knutschen;
XXX bedeutet: Bussi links, rechts, links;
:* Küsschen
:Pq-: Zungenkuss
:() Kussmund
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