Kein Atemschutz über BMI 30?
Aufruhr bei den Feuerwehren. Seit Jahren entscheidet ein knüppelharter, körperlicher Belastungstest über die Tauglichkeit für den Feuerwehrdienst unter Atemschutz. Egal ob kräftig oder schmächtig, wer den Parcours ohne Zusammenzuklappen bewältigte hatte ausreichend unter Beweis gestellt, dass er in der Lage war die Belastungen des Einsatzes durchzustehen.
In einem neuen Tandard der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung soll nun ein maximaler BMI von 30 für den Gebrauch von Atemschutzgeräten vorgeschrieben werden, sehr zum Entsetzen gerade der Freiwilligen Feuerwehren. Denn der BMI ist nicht unbedingt repräsentativ. Ein trainierter, muskulöser Athlet kann ohne Schwierigkeiten einen BMI über 30 erreichen, trotzdem aber fit sein. Und ein schlanker Mensch muss nicht notwendigerweise die Konstitution mitbringen, um unter Atemschutz arbeiten zu können:
Wer sehr groß oder korpulent sei, habe ohnehin Schwierigkeiten, die Atemschutzstrecke zurückzulegen, sagt Karl Miller, der Vorsitzende des Feuerwehr-Vereins Ziemetshausen. Ein Einsatz mit Atemschutz sei sehr anstrengend. „Ohne Kondition geht das nicht“, sagt der Krumbacher Kommandant Wolfgang Hiller. Mit der Neuregelung werde die körperliche Fitness zementiert. „Es geht ganz klar um den Gesundheitsaspekt.“ Das ist auch Karl Miller klar. Aber: „Man sollte froh sein, wenn man genügend Leute hat.“
Sollte die Richtlinie durchgesetzt werden, fürchten gerade die freiwilligen Feuerwehren um Ihre Einsatzfähigkeit, sollten bisher als “fit” eingestufte Wehrmänner durchs Raster fallen.
Der BMI als Fitnessmesser? Klar gibt der Body Mass Index eine ungefähre Richtung vor, gibt Hinweise auf die körperliche Verfassung - 100%ig verlässlich ist der BMI aber in dieser Hinsicht nicht. Die besten Hinweise auf die körperliche Fitness gibt immer noch der regelmäßig durchgeführte Fitnesstest. Und ganz im Vertrauen: Ich lasse mich lieber von einem übergewichtigen aber fitten Feuerwehrmann retten als von keinem!
Quelle: Augsburger Allgemeine
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