Eine Portion Dreistigkeit

Verfasst am 18. Mai 2008 in Politik, Lebensmittel, Allgemein von Redaktion

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Seit Monaten läuft die Nation hinauf und hinab die Diskussion nach der Kennzeichnung von Lebensmitteln. Da gibt es die Fraktion der Ampelfreunde - zumeist aus der Ecke der Verbraucher und Verbraucherschützer - dann gibt es die “Vier-Plus-Eins”-Variante befürwortet von der Lebensmittelindustrie und und und. Besonders beliebt bei den Lebensmittel-Lobbyisten ist die immer häufiger auftauchende Angabe von Nährwerten in Portionen.

wurst.jpgDer Nachteil für den Verbraucher: Jeder Hersteller wählt seine eigene Portionsgröße und kann so sein Produkt ganz problemlos als fettarm und zuckerfrei darstellen. Das Extrembeispiel hatte ich heute auf dem Frühstückstisch: Die Packung leichte Schinkenwurst aus der “go light” Produktreihe (u.a. bei Kaufland) hätte mit seinen 99 Kalorien und nur drei Prozent Fett die Schummelei gar nicht nötig gehabt - und dennoch ist auf dem Packung die Portionsgröße mit einer Scheibe (= 6 Gramm) angegeben.

Auch Liebhaber von Getreideprodukten, neudeutsch auch als Frühstückscerealien bekannt, werden hinters Licht geführt und über die vermeintliche Gesundheit der Produkte getäuscht. Der bekannteste Hersteller von Flakes, Crispies und Pops hat nun eine Website mit dem Titel www.diaet-frei.de ins Leben gerufen. “Hört auf zu hungern, fangt an zu essen” heißt es da unter anderem auf de Seite die die “Special K”-Cornflakes als Alternative zu einer Diät propagiert. Kein Zweifel, man kann Cornflakes in eine ausgewogene Ernährung einbauen, aber die Schlankmacher, als die sie verheißen werden, sind sie nicht.

kellogs.jpgSo werden unter anderem die neuen Vollkorn - “Special K Pro Vita” beworben, die zwar nur zwei Prozent Fett enthalten, doch da ist ja auch noch der Zucker. 20 Gramm Zucker pro 100 Gramm Cornflakes sind doch eine recht deftige Quote. Und hatten wir nicht vorhin über Portionsgrößen gesprochen? Bei Kelloggs ist die normale Portionsgröße 30 Gramm plus 125 Milliliter Milch. Wer einzig und allein Cerealien frühstückt, wird wohl kaum mit diesem Portiönchen gesättigt in den Tag starten. Auf dem Bild haben wir für einen besseren Eindruck 30 Gramm Rice Crispies neben einem Teelöffel platziert.

Warum aber gibt der Hersteller Kelloggs 30 Gramm als vollwertige Portion an? Ein Blick auf die Nährwertangaben hilft weiter.

kellogs2.jpg

Mit der beständigen Verkleinerung der Portionen verringert man auch ganz geschickt den Anteil von Kalorien, Fett und Zucker an der empfohlenen Gesamttagesmenge. Wobei es schon relativ schockierend ist, dass man mit 30 Gramm der Vollkorn-”Special K” schon rund zehn Prozent seines Tagesbedarfs am Super-Dickmacher Zucker zu sich nimmt.

Deutlich wird aber an diesen Beispielen, warum die Industrie soviel Wert darauf legt, uns Verbrauchern die Nährwerte in selbst erfundenen, wenn auch völlig unrealistischen Portionsgrößen unterzujubeln. Mit dieser Methode ist es vermutlich sogar möglich, uns die fettigsten Kartoffelchips als echte Schlankmacher zu verkaufen.

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Ampelkennzeichnung: Umfrage macht Seehofer Druck

Verfasst am 9. Mai 2008 in Politik, Lebensmittel, Allgemein von Redaktion

Der oberste Verbraucherschützer der Nation, Bundesminister Horst Seehofer (CSU) hat schon bei diversen Gelegenheiten klar gemacht, dass er von einer farbigen Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln nichts hält. Stattdessen setzt der Minister auf das von der Industrie und ihren Lobbyisten bevorzugte, für den Verbraucher aber völlig undurchschaubare System mit den Nährwertangaben pro Portion (siehe hierzu Spiegel online).

Dass die Hersteller die Größe ihrer Produktportionen selbst bestimmen und damit ein Produkt scheinbar unbedenklich rechnen können, ficht den Unionspolitiker nicht an. Und weil er sich seiner Sache sicher fühlte, beauftragte Seehofer eine Umfrage. Doch der Schuss ging nach hinten los. Eine deutliche Mehrheit der befragten Bürger favorisierte die farbliche Kennzeichnung von Lebensmitteln nach dem britischen Vorbild. Doch auch das ist Seehofer und seinen Ministerialen offensichtlich egal.

“Wir arbeiten an keinem Farbsystem”, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Gerd Müller (CSU). “Wir bleiben bei dem mit der Wirtschaft entwickelten System.”

Spiegel-Artikel zur Ampel-Umfrage

Die Foodwatch-Petition für die Ampel-Kennzeichnung unterschreiben

 

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Bayern hat sich dick gefuttert

Verfasst am 29. April 2008 in Politik, Forschung, Allgemein von Redaktion

heb_2007_braten2.JPGSchweinebraten und Knödel und dazu ein Bier - beliebte und bekannte Spezialitäten aus Bayern. Wenn das Ganze nur nicht so kalorienreich wäre. Den Bayern selbst, allen voran den bayerischen Männern, scheint das relativ egal zu sein. Sie werden immer runder und mit Fragen der Ernährung beschäftigen Sie sich erst gar nicht. Da hat eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz ergeben, über die die Augsburger Allgemeine in ihrer heutigen Ausgabe berichtet. Die Zeitung zitiert unter anderem den zuständigen Staatssekretär Gerd Müller (CSU)

“Es gibt bei uns gravierende Unterschiede im Ernährungsverhalten zwischen Männern und Frauen.” 40 Prozent des starken Geschlechts hätten kaum Kenntnisse über Ernährung. Die Folge: Fast zwei Drittel sind zu schwer.

Insgesamt leiden 21 Prozent der bayerischen Männer an Adipositas (Fettsucht), fast die Hälfte aller männlichen Bayern, genau 44,5 Prozent haben Übergewicht. Die Betroffenen scheinen aber auch keinen Grund zu sehen, etwas daran zu ändern, denn vier von zehn Männern in Bayern sehen keine Notwendigkeit sich über Ernährung zu informieren. Dazu kommt, dass fast 90 Prozent aller Befragten ihren Energiebedarf falsch einschätzen.

Den ganzen Artikel in der Augsburger Allgemeinen lesen.

Den Kommentar der Augsburger Allgemeinen lesen.

Zur Diskussion im Forum der Augsburger Allgemeinen

 

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Ampel-Kennzeichen in Deutschland

Verfasst am 8. Februar 2008 in Politik, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

Mitte Januar haben wir uns mit dem britischen Ampel-Kennzeichnungssystem für Lebensmittel beschäftigt. Nach diesem System werden u.a. die Anteile von Fett, gesättigten Fettsäuren und Zucker anhand der Ampelfarben beurteilt.

Eine deutsche Seite zeigt nun anhand bei uns im Handel erhältlicher Produkte, wie das Ampelsystem bei uns aussehen könnte. Einfach bei www.das-ist-drin.de auf die Produkte klicken und das Ergebnis ablesen.

 

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Verbraucherzentralen
fordernAmpel für Lebensmittel

Verfasst am 16. Januar 2008 in Politik, Gesundheit, Lebensmittel, Allgemein von Redaktion

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ampel.jpgDie Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fordert eine Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel, wie sie Großbritannien bereits Anwendung findet. Die Ampel soll laut einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale die nötige Orientierung über gesunde Lebensmittel geben und den Kunden in die Lage versetzen, eine gesündere Kaufentscheidung zu fällen.

So werden in Großbritannien der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz auf der Ober- / Vorderseite der Packung angegeben und auf Basis wissenschaftlich anerkannter Nährstoffkriterien bewertet und jeweils anhand der Ampelfarben bewertet. Rot mahnt zu sparsamem Verzehr, Gelb signalisiert “in Maßen genießen” und Grün bedeutet “bedenkenlos essbar”.

Hintergrund der Forderung der Verbraucherschützer ist die aus ihrer Sicht mangelhafte Kennzeichnung der Nährwerte von Frühstückscerealien. Vor allem der Mangel einer Bezugsgröße wird kritisiert, da die gängigen Angaben wegen mangelnder Transparenz und Vergleichbarkeit nur eine Scheininformation böten - so Verbraucherzentralen-Vorstand Klaus Müller. “Durch den Mangel an fundierten Bezugsgrößen und eine fehlende Bewertung erscheinen die zuckerhaltigen Produkte gesünder als sie sind”, so Müller weiter.

Mehr Informationen:
Pressemitteilung der VZ Nordrhein-Westfalen

Informationen über das britische Ampelsystem (englisch)

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Führerschein fürs Futtern

Verfasst am 13. Dezember 2007 in In den Medien, Politik, Motivation, Gesundheit, Allgemein von Redaktion

ernaehrungsfs.jpgKinder sind anfällig, wenn es um “schlechte” Ernährung geht, denn Fast Food und Süßes ziehen die Kleinen geradezu magisch an. Kein Wunder, schmeckt ja auch alles irgendwie lecker. Doch bedauerlicherweise steht der Nährwert in keinem Verhältnis zur aufgenommenen Kalorienmenge, so dass auch die Statistiker (z.B. KIGGS-Studie 2007) immer mehr kleine Pummelchen in Deutschland herumspazieren sehen.

Dem will man nun gegensteuern. Kinder sollen lernen und verstehen, wie man sich sinnvoll und gesund ernährt. In Berlin wurden nun von Staatssekretär Dr. Gerd Müller die ersten “Ernährungsführerscheine” ausgestellt und überreicht, wie das Bundesministerium für Ernährungs, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vermeldet.

Der aid-Ernährungsführerschein soll Interesse am Umgang mit Lebensmitteln wecken, Wissenslücken schließen und das Bewusstsein für eine gesunde Ernährungsweise schulen.

In Anlehnung an den Schwimm-Ausweis “Seepferdchen” oder den “Fahrradführerschein” sollen Kinder im 3. Grundschuljahr ganz praxisnah Grundkenntnisse über Ernährung, Lebensmittel und die Zubereitung einfacher Gerichte erwerben. Während der Unterrichtseinheiten lernen die Kinder wichtige Lebensmittelgruppen, die aid-Ernährungspyramide, Küchengeräte und Arbeitsabläufe kennen. Nachdem die Schüler eine kleine praktische “Abschlussprüfung” abgelegt haben, erhalten Sie ein “Führerscheindokument” mit Passfoto und Schulstempel, das die erfolgreiche Teilnahme bestätigt.

- Pressemitteilung BMELV

- Ernährungsführerschein beim aid-infodienst

 

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Einwandern Nicht mit Ihrem Gewicht

Verfasst am 20. November 2007 in Presse, Internet, In den Medien, Politik, Gesundheit, Diäten, Allgemein von Redaktion

newzealand.jpgKein Scherz, wer nach Neuseeland auswandern möchte, sollte sich vor Antritt der Reise vergewissern, dass sein BMI kein Übergewicht verheißt. Sonst kann es ganz schnell geschehen, dass es ihm wie Richie und Rowan Trezise geht. Das walisische Ehepaar wollte nach Neuseeland auswandern, weil Richie als Spezialist für Unterseekabel bei der neuseeländischen Telekom angeheuert hatte. Doch bei der Einreise kam der Schock: “Sie sind zu dick, kehrt marsch” hieß singemäß die Willkommensbotschaft, die Neuseeland für das Ehepaar bereit hielt. Richie speckte ab und durfte einreisen, doch seine Frau hat den magischen BMI-Grenzwert bisher noch nicht erreicht. Schafft sie es bis Weihnachten nicht, wollen die Trezises dem Land den Rücken kehren, berichtet heute der Daily Telegraph.

Hintergrund des BMI-Scans ist die Tatsache, dass Neuseeland auf diese Weise “Risikofaktoren” für sein Gesundheitssystem aussortieren möchte. Problematisch auch hier, dass der BMI, wie sich hier zeigt, nur begrenzte Aussagekraft hat. Richie Trezise zum Beispiel dürfte als Ex-Soldat und regelmäßiger Rugby-Spieler deutlich fitter sein, als so manch neusseländischer Couch-Potato mit einem niedrigeren BMI.

Mr Trezise, a submarine cable specialist and a former soldier, said: “My doctor laughed at me. He said he’d never seen anything more ridiculous in his whole life. He said not every overweight person is unhealthy or unfit.

(entdeckt bei Leben-ohne-diaet.de)

 

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Die Bundesregierung liest Purzelpfund

Verfasst am 18. November 2007 in Politik, Motivation, Allgemein von Redaktion

Wir haben uns ja schon über das Lob des Adipositas-Blog vor ein paar Tagen sehr gefreut, aber heute neigen wir unsere Häupter ob der uns zuteil gewordenen Ehre. Von einem oder mehreren Rechnern der Bundesregierung wurde am gestrigen Samstag Purzelpfund.de gelesen. Wie es dazu kam, können wir uns nicht erklären, wir wissen nur, dass die Zugriffe von www.uberwach.de registriert wurden. Vielleicht hat es ja was mit dem Wort Diät zu tun? Wobei man ja feststellen muss, dass “Diät” beim einfach Volk immer etwas mit “weniger werden” zu tun hat, bei den Volksvertretern jedoch eher mit “mehr werden”.

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Schulen: Mehr Gewicht auf Ernährung

Verfasst am 26. September 2007 in Politik, Programme, Allgemein von Redaktion

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Gerd Müller (CSU) hat laut einem Bericht der Donauwörther Zeitung gefordert, Kochen und Ernährung in allen Schulen fest auf den Stundenplan zu setzen, um Kindern und Jugendlichen gesundes Essen schmackhaft zu machen. Hintergrund ist die wachsende Zahl übergewichtiger Kinder, belegt durch die diesjährige KIGGS-Studie.

In einer Donauwörther Hauptschule ist die Forderung des Staatssekretärs schon Realität, wenn auch eingeschränkt. Ein Jahr lang müssen die Schüler das Fach Hauswirtschaft besuchen, bevor Sie es abwählen können. Neben “Kochen” stehen auch Ernährungszusammenhänge auf dem Stundenplan.

Dazu würden zum Beispiel die Elemente der mediterranen Küche besprochen. “Wir erklären den Schülern den Vorteil dieser Ernährungsweise und warum es in Mittelmeerländern weniger oft Herz- und Kreislauferkrankungen gibt”, berichtete die Hauswirtschaftslehrerin. “Und natürlich wollen wir den Kindern auch klarmachen, wie wichtig Sport und Bewegung sind.”

Angesichts des hohen Anteils von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen erscheint der Vorstoß des Staatssekretärs sinnvoll - zumindest ein Fach Ernährungswissenschaften in angemessener Form in den Unterricht aufzunehmen. Hier ist durchaus Handlungsbedarf gegeben und eine entsprechende Unterweisung der Schüler mehr als nützlich, auch im Hinblick auf die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge von Übergewichtsfolgekrankheiten und deren Bekämpfung..
Ob nun unbedingt in jeder Schule gekocht werden muss ist dagegen fraglich - müsste dann jedes Gymnasium eine Unterrichtsküche nachrüsten?

Hier geht es zum ganzen Artikel der Donauwörther Zeitung.

Hier können Sie im Forum der Zeitung mitdiskutieren.

 

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