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Deutschland ist das beliebteste Urlaubsland…der Deutschen. Sagt die Statistik. Auch die Purzelpfund-Redaktion hat sich in diesem Jahr (wieder einmal) davon überzeugt, dass es in Deutschland einige schöne Ecken zu entdecken gibt. Auf Entdeckungsreise ging es auf dem Fahrrad, das sich ja im letzten Jahr zu unserem bevorzugten Freizeitsportgerät entwickelt hat.
Der Donauradweg war unser Ziel und es sollte von Regensburg nach Passau gehen - in zwei Etappen wohlgemerkt. Schließlich sind wir trotz allem noch blutige Anfänger in Sachen lange Radtouren und wollten so unsere grundsätzliche Tourentauglichkeit erst einmal im Kleinen testen.
Ganz ohne Neuanschaffungen ging es natürlich nicht ab; Martinas Fahrrad bekam eine neue Klingel, mein Fahrrad bekam vernünftige Satteltaschen spendiert. 53 Liter Rauminhalt passen nun auf meinen Gepäckträger, zuzüglich der Dinge, die man zusätzich oben drauf spannen will. Wir hatten vor einem Jahr schon einmal Fahrradtaschen gekauft - damals für 11,99 das Set bei Ebay. Zugegeben, wir hatten für den Preis kein Wunder in Sachen Qualität und Preis erwartet, aber eine praktikable Befestigung, die eine halbwegs regelmäßige Benutzung länger als ein Jahr übersteht, wäre schön gewesen.
Nunja, wir haben unsere Lektion gelernt und dieses Mal mehr investiert - es hat sich gelohnt. Problemlose Montage der Seitentaschen wie auch des Topcases, viel Platz, solide Verarbeitung mit einer Ausnahme (Erklärung folgt) und gut sichtbare Reflektoren.
An einem Samstagabend haben wir also die Taschen vollgepackt - in meine kamen die üblichen Reiseutensilien wie Kleidung, Waschzeug und Co. Martinas Taschen (die alten!) wurden mit Proviant gefüllt, Sandwiches, geschnippelte Karotten und Paprikas und Getränke für Frühstück und Picknick.
Frühstück im Zug
Das Frühstück musste deshalb in die Taschen, weil unser Zug nach Regensburg um 6:59 in Augsburg abfuhr und wir das Frühstück zu Hause für 30 Minuten mehr Schlaf eingetauscht hatten. Wieso auch zu Hause frühstücken, wenn man fast zwei Stunden Zugfahrt vor sich hat?
Mit dem Bummelzug ging es zunächst nach Ingolstadt und von dort entlang der Donau nach Regensburg. Im zweiten Zug trafen wir auf die ersten Gleichgesinnten, die allerdings nur einen Tagesausflug entlang des Donauradwegs auf dem Plan hatten.
Als die vier Senioren ausgestiegen waren unterhielt uns der Schaffner weiter, ein recht netter und ulkiger Kerl, der uns ob unseres Vorhabens bewunderte und seine zwar vorhandene aber nicht übermäßig große Plauze als Entschuldigung für mangelnde Bewegung vorschob - und seine tägliche Leberkäs-Semmel-Diät
Nach der Ankunft in Regensburg gegen 9.15 Uhr ging es erstmal durch die Fußgängerzone zum Dom um das “Startfoto” zu schießen, schließlich muss man ja irgendwie belegen, dass man auch wirklich da gewesen ist.
Etwa 30 Minuten später hatten wir die Außenbezirke Regensburgs dann endlich hinter uns gelassen, hatten eine Radlertruppe aus Spanien in Tour de France-Tempo vorbeizischen lassen und strampelten frisch munter auf die Walhalla zu. Da wir uns aber fürs Radeln und nicht fürs Bergsteigen entschieden hatten, beließen wir es bei einem bewundernden Blick von unten.
Wettertechnisch hatten wir es wirklich gut getroffen. Immer wieder spitzelte die Sonne zwischen den dicken Cumulus-Wolken hindurch, es blieb uns allerdings vorerst erspart in der prallen Sonne zu fahren. Nach etwa 20 Kilometern passierten wir spürbar die Schwelle zum Gäuboden, der Region, die auch als “Kornkammer Bayerns” bekannt ist. Nach dem 100. Maisfeld wundert einen dieser Name auch gar nicht mehr.
Genau als wir unser Mittagspicknick ausgepackt hatten prasselte der Wolkenbruch vom Himmel, der sich durch immer schwärzere Wolken schon am späten Vormittag angekündigt hatte. Wir suchten kurz Schutz im Torbogen eines kleinen Kirchleins, zogen die Regenhauben über die Satteltaschen und machten uns bald darauf auf, unsere Fahrt an dampfenden Feldern vorbei fortzusetzen. Hier übrigens das erwähnte Manko der Satteltaschen - am Regenschutz ging beim Überziehen eine Naht auf. Wir werden reklamieren.
Inzwischen lachte die Sonne ungehindert vom blauen Himmel, die Regenfeuchte stieg aus dem Boden auf, kurz gesagt, es wurde unangenehm dampfig auf dem Fahrrad. Bei Straubing wäre dann die Tour schon fast zu Ende gewesen. Eine enge, feuchte 90°-Kurve warf Martina aus der Bahn - Abschürfungen, Blutergüsse und - was sich erst im weiteren Verlauf der Fahrt herausstellen sollte - eine geprellte Rippe waren die Folge.
Rund 15 Kilometer vor dem Ziel bekamen wir die Donau schließlich wieder zu Gesicht. Allerdings hatten wir zu diesem Zeitpunkt weder Sinn noch Nerven für die Schönheiten des Flusslaufes. Uns steckten jeweils 80 Kilometer in den Knochen, Martinas Rippe machte sich bemerkbar und machte das Atmen zur Qual und mein Allerwertester wollte sich so gar nicht mehr mit meinem Sattel verstehen.
Die Krönung folgte zum Abschluss der ersten Etappe. Über vier Kilometer fluchten wir uns recht steil (Einheimische lachen drüber, haben wir uns sagen lassen) über eine kurvenreiche Straße bergauf, bis wir bei Kilometer 91,8 unser Etappenziel bei meinem Onkel erreichten. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Töni für Kost und Logis und einen tollen Tag im Bayerischen Wald. Der “Pfandschein” wird unvergessen bleiben.
Fortsetzung folgt… Von Deggendorf nach Passau
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