Zurück auf Kurs

Verfasst am 8. Januar 2009 in Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Allgemein von Redaktion

Es gab da zwei Haushaltsmitglieder im Hause Purzelpfund, die haben schon fast nicht mehr an unsere Existenz glauben wollen - so lange haben sie uns nicht mehr gesehen. Ihr hättet beispielsweise den erstaunten Display-Aufschlag sehen sollen, als ich am ersten Januar gegen Mittag unsere Personenwaage vorsichtig aus ihrem Spalt zwischen Badschrank und Badwand herausgezogen habe, ihr sanft den Staub weggewischt habe und sie mit leichtem Druck zum Leben erweckt habe.

Gut, die Freude ist dann auf beiden Seiten schon bald darauf der Ernüchterung - von blankem Entsetzen zu sprechen wäre zwar vielleicht möglich, aber doch ein wenig übertrieben - gewichen, als sich das Ergebnis von sechs Monaten Zügellosigkeit, das sich auch schon sichtbar auf den Knochen und spürbar in der zu engen Hose abgezeichnet hatte, in Zahlen abzulesen war. 10 Kilo hatte das leichte bzw. schwere Leben des vergangenen halben Jahres gekostet.

1,6 Kilogramm pro Monat angefressen…. so rein auf Zahlen reduziert wird einem das Schlamassel erst so richtig bewusst. Die Grillparties, das mal eben Essen gehen, die Familienfeiern, die beruflichen Anlässe, die sonstigen gesellschaftlichen Events, bei denen sich heimlich still und leise der Schlendrian eingeschlichen hat. “Ach, einmal sündigen ist ja nicht so schlimm, morgen kann man auch noch abnehmen.” Und dann noch hier eine Leckerei und da und so nährt sich das Eichhörnchen gar nicht so mühsam, bis der Winterspeck komplett ist.

Seit 1. Januar haben wir den Kampf wieder offiziell aufgenommen. Martina ist eben zu ihrem WW-Treffen in die klirrende Augsburger Januar-Kälte hinausgestiefelt, ich werde nachher noch das Wii-Fit-Balance Board bearbeiten. Seit erstem Januar wird wieder konzentrierter aufs Essen geachtet, die ersten Erfolge haben sich bereits eingestellt.

steuerrad.jpgMinus zwei Kilo konnte ich heute morgen bilanzieren - für eine Woche eigentlich relativ viel Gewichtsabnahme. Da mag es aber auch zu Buche schlagen, dass die Silvestervöllerei beim Neujahrswiegen zwar noch mitgewogen wurde, aber eben doch nicht in ihrer Gesamtheit auf den Hüften gelandet ist.

Wir werden auch unser Umfeld wieder ein wenig einschwören müssen, das uns bei der ersten Etappe so toll unterstützt hat. Wenn die Schoki beim Spieleabend erstmal auf dem Tisch steht, dann ist es zu spät. Das müssen wir wieder kommunizieren, an die Bekannten aber auch an uns selber. Der Süßigkeitenschrank ist schon ausgeräumt, die Biokiste ist gestern erstmals nach der Weihnachtspause wieder geliefert worden.

Der Jahresanfang ist immer die Zeit der guten Vorsätze, also die ideale Zeit, das Steuer herumzureißen und in die alten Fahrwasser vor der Abdrift zurückzukehren. Ab sofort ist Purzelpfund.de wieder auf Kurs. Eines werden wir aber auch weiterhin halten wie vorher. Wir werden nicht verbissen um jede Kalorie feilschen. Es wird auch weiterhin “Ausrutscher” geben, genießen ist weiterhin erlaubt.

Es wird aber nicht mehr so sein, dass die Ausrutscher zur Regel werden und eine Schlemmerei auf die nächste folgt. Wir werden wieder mehr zu Hause essen, mehr selber kochen, mehr Gemüse und Obst in den Speiseplan einbauen - dann sollte der Winterspeck bald Geschichte sein.

Na denn - volle Kraft voraus!

 

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Wir packen’s wieder

Verfasst am 16. Oktober 2008 in Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Tinas Tagebuch (WW), Allgemein von Redaktion

Heute ist es fast einen Monat her, seit unsere letzter Artikel hier auf Purzelpfund.de erschienen ist- höchste Zeit also die Tasten zu spitzen und in die Griffel zu hauen und der Außenwelt, also unseren Lesern zu berichten, was sich bei uns getan hat und warum wir (bei Purzelpfund so wenig getan haben).

Nun das Letztere ist schnell erklärt: Wir hatten in den letzten drei, vier Wochen alle Hände voll zu tun. Martina hatte in der Arbeit ihr alljährliches Mammutprojekt, die Organisation eines internationalen Workshops abzuwickeln. Vier Monate Vorbereitungszeit, Arbeit die vor allem in den zwei Wochen vor dem Workshop im Gegensatz zur Zeit immer mehr zu werden scheint, dann vier Tage im Prinzip 24/7-Dienst und zum Abschluss noch ein Tag auf dem Oktoberfest.

Auch kalorientechnisch waren die letzten vier Wochen ein Volltreffer. Stress, lange Arbeitstage, Erschöpfung am Abend und dementsprechend wenig Antrieb zum selber Kochen und noch weniger Antrieb, sich körperlich zu betätigen. Es wurde relativ häufig auswärts gegessen, dazu kamen noch einige Feiern in Verwandtschaft und Freundeskreis und es braucht keinen Hellseher um vorherzusagen, was das Ergebnis dieser Disziplinlosigkeit war. Die Waage brachte es vor ein paar Tagen schonungslos ans Tageslicht: wir hatten uns beide wieder sechs Kilo angefressen.

Zeit also die Bremse anzuziehen. Jetzt wo die stressigsten Wochen des Jahres vorbei sind und die kalorienreichsten Wochen des Jahres noch bevorstehen wird es höchste Eisenbahn, sollen die Pfunde weiter purzeln. Seit einer Woche bin ich Donnerstags wieder zwei Stunden beim Tischtennisspielen, Martina geht zweimal in der Woche zum Aquajoggen und auch die Wiii Fit wird in den nächsten Tagen wieder häufiger zum Einsatz kommen. Schließlich wollen wir beide dieses Jahr noch einen “Zehner” knacken…

Wir hoffen also, dass Ihr uns in den nächsten Tagen und Wochen wieder fleißig begleiten werdet - als Leser und Kommentatoren… Wir freuen uns auf die neue Herausforderung und greifen wieder an.

Liebe Grüße
Eure Purzelpfundler

 

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Death by chocolate

Verfasst am 15. September 2008 in Erfahrungsberichte, Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Allgemein von Redaktion

Es gibt ja viele Tricks, wie man kulinarischen “Fallstricken” ausweichen kann, um Kalorien zu sparen, oder das eigene (Fr)Eßverhalten auszutricksen.

Man kann beispielsweise vor dem Essen ein Glas Wasser trinken. Das kann einerseits klären, ob man wirklich Hunger hat, da wir unbewusst Durst oft mit Hunger verwechseln. Haben wir wirklich Hunger können wir mit dem Glas Wasser den Magen schon mal ein wenig füllen. Mancheiner schwört noch drauf, möglichst kaltes Wasser zu trinken, weil dieses ja im Körper aufgewärmt werde und so letzten Endes zusätzliche Energie/Kalorien verbraucht würden.

plaerrer2.jpgDann kann man sich für den kleinen Hunger immer ein Stück Obst bereit legen. Kommt dann der kleine Hunger vorbei, schiebt man ihm den Apfelschnit ins Grinsegesicht und wirft den zuckrig-fetten Milchreis gleich zum Fenster hinaus. Und so ein kleiner Apfel hat zusätzlich den Vorteil, dass man ihn überall hin mitnehmen kann.

Und dann wären da auch noch die diversen Pülverchen, die entweder den Appetit zügeln sollen oder aber eine Art Magenkleister ergeben, die dem Einnehmer das beruhigend sättigende Gefühl einer verschluckten Bowlingkugel geben.

Die ersten beiden Tricks kenne ich aus eigener Erfahrung und halte sie auch für relativ effektiv. Vor allem Obst in Reichweite hält oft von kleineren oder größeren Sünden ab. Es gibt aber eine Situation, da nuss (<- Freud'scher Tippfehler) muss die Sünde einfach sein: Auf dem Volksfest.

Heute war letzter Tag des Plärrers, eben des Volksfests, das zweimal im Jahr in Augsburg stattfindet. Und ich kann auch wirklich gerade eben vom Abendessen kommen - und wahrscheinlich würde auch ein Apfel in der Tasche nichts helfen - ich brauche auf dem Volksfest etwas Süßes. Süß und Volksfest gehört in meiner Gefühlswelt irgendwie zusammen. Fürher gabs ab und zu eine Zuckerwatte oder süßes Popcorn oder ich habe mir selbst diese Plastik-Schnullerflaschen mit Liebesperlen oder ein Tütchen mit Brausestäbchen gekauft. Später musste es dann Magenbrot, noch später gebrannte Mandeln sein.

crepe2.jpgUnd heute…? Kalorien? Was ist das? Kenn ich nicht. Auf unserem Rundgang im Regen kamen wir am Crepes-Stand vorbei. Crepe mit Nutella und Kirschen, ein Traum, eine Sünde, ein Genuss! Ich bestelle und muss hören “Kirschen sind aus”. “Gut”, denke ich mir, “eine Stunde vor Ende des Volksfestes an sich nicht verwunderlich”, und suche auf der Karte nach einer Alternative - und finde sie! “Nutella mit Kinderschokolade” höre ich mich bestellen und merke, wie das kleine Engelchen auf meiner linken Schulter mit einem lauten Seufzer in Ohnmacht fällt, während sich das Teufelchen rechts ins Fäustchen lacht.

Nutella mit Kinderschokolade? Bin ich noch zu retten? Darfs noch etwas Margarine aufs Butterbrot sein? Und vielleicht noch einen Klecks Mayo dazu? Die Iren verspotte ich, weil sie als Beilage zu Kartoffelgratin schon mal Pommes oder Kartoffelbrei reichen und hier peppe ich Nutella mit Kinderschokolade auf. Doppelt gemoppelt hält besser, oder was?

Während ich so sabbernd mit mir hadere entsteht vor mir das Kunstwerk aus Pfannkuchenteig, einem Esslöffel Nutella und zwei zerbröselten Kinderriegeln. Ich verdränge das schlechte Gewissen und beiße hinein und….. Verdammt, es hat sich gelohnt. Dieser Crepe hat einen Fett und Zuckeranteil jenseits von Gut und Böse, aber… er schmeckt!

Und morgen früh gibts wieder ein Müsli!

 

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Donauradweg - Etappe 2 von 2
Von Deggendorf nach Passau

Verfasst am 20. August 2008 in Erfahrungsberichte, Sport, Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Allgemein von Redaktion

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ppparber.jpgNachdem wir auch den mehrere Kilometer langen Schlussanstieg unserer ersten Etappe zwar unter Fluchen aber doch noch fahrend überstanden hatten, gab es zur Belohnung ein kleines Balkon-Barbecue mit Steaks und kühlem Radler bei meinem Onkel, der sich freundlicherweise als Etappenzielort zur Verfügung gestellt hatte.

Geschlafen haben wir in dieser Nacht hervorragend, woran das wohl gelegen haben mag. Vorsorglich hatten wir Martinas Rippe - eine nette Prellung wie sich in Augsburg beim Arzt herausstellte - mit einer Schmerztablette ruhiggestellt. Am nächsten Tag hatten wir eine Radlpause eingeplant und erhielten dafür eine “Tour de Bayerischer Wald” mit einem schönen Spaziergang rund um den Arbersee, einem Biergartenbesuch beim Lindner-Bräu in Kötzting und abends einem Besuch bei einem Schnitzelrestaurant. Irgendwo mussten ja die Kalorien für Etappe zwei herkommen.

Der Einstieg in Etappe zwei war quasi die späte Belohnung für die Antrengungen zwei Tage zuvor, denn um zur Donau und damit zum Donauradweg zurückzukehren, durften wir den Anstieg, den wir mit über den Boden schleifender Zunge hinaufgekeucht waren, nun entspannt hinunterrollen. In der Nacht hatte es geregnet und der Himmel zeigte sich zunächst wolkenverhangen, so dass die Temperaturen eher radlerfreundlich waren als bei strahlendem Sonnenschein. Bei einem Discounter versorgten wir uns noch mit einem Isodrink, bevor wir uns endgültig von Deggendorf verabschiedeten.

Und spätestens jetzt merkten wir, was das Hauptproblem auf dieser knapp 60 Kilometer langen Etappe werden sollte. Nicht die Kondition, nicht das Wetter und auch nicht Martinas Rippe. pppnat.jpgVielmehr machte sich allmählich ein Körperteil bemerkbar, der auf der ersten Etappe brav und ohne Murren seinen Dienst versehen hatte - der Hintern.

Erstmals realisierte ich dieses Problem, als einige Kilometer nach Deggendorf auf dem Donauradweg die Sonne die Wolken durchbrach und den Weg in goldenes Sonnenlicht tauchte. Sonne bedeutet Sonnenbrand, also wäre es sinnvoll, sich mit Sonnencreme einzuschmieren. Das aber wiederum hätte Absteigen erfordert. Aber schon jetzt schob ich das Absteigen so lange wie möglich hinaus, um nur nicht aus dem Sattel gehen zu müssen.

Dabei war gar nicht das Absteigen das Problem, sondern der Wiederaufstieg und das Zurückfinden in die am wenigsten drückende Fahrposition. Sobald man dann wieder einige Minuten im Sattel saß, hatte man sich auch wieder eingewöhnt.

Die erste Teiletappe war mit dem erreichen der Benediktinerabtei Niederaltaich (Bild oben) abgeschlossen, wir verzichteten allerdings zugunsten eines längeren Aufenthalts in Passau auf eine Besichtigung. Zwischen Altwässern und der Donau hindurch radelten wir auf Vilshofen zu. Wenige Kilometer vor Vilshofen machten wir direkt am Donauufer Rast, und sahen bei Wurstsemmeln und Isodrinks den Frachkähnen zu, die donauaufwärts schipperten.

pppschleuse1.jpgNach Vilshofen schlängelte sich der Weg mal entlang des Donauufers, dann wieder führte er für zwei Kilometer antlang der Landstraße, bevor die Markierungen wieder auf gekieste Feldwege wiesen. Bei einer zweiten Rast beobachteten wir aus dem kühlenden Schatten eines Baumes einen Donaufährmann bei der Arbeit, bevor wir schließlich die letzte Teiletappe nach Passau in Angriff nahmen.

Kurz vor Erreichen der Dreiflüssestadt unterquerten wir noch die imposante Autobahnbrücke die auf riesigen Betonpfeilern das Donautal überspannt. Mit dem Passieren des Ortsschilds von Passau fiel dann auch sämtliche Spannung von uns ab, das Ziel war erreicht.

Erreicht, naja, fast. Wie in den meisten Städten ist es vom Ortsschild zum Zentrum noch ein Stückchen und das zog sich dann die letzten vier, fünf Kilometer recht zäh hin. Zum Glück gab es noch einiges zu sehen wie etwa die große Donauschleuse oder das gigantische Backsteinkraftwerk, über dessen Staumauer der Donauradweg in die Innenstadt führt.

pppboot.jpgAm Bahnhof haben wir dann als erstes die Fahrräder geparkt, das Gepäck in Schließfächer verstaut und dann ging es zu Fuß auf Erkundungstour durch die Stadt. Erster Programmpunkt: eine Dreiflüsse-Rundfahrt mit dem Schiff. Bessere Blicke auf Passau kann man kaum erhaschen und ich hätte es wohl auch noch mehr genossen, wären da nicht die Holzbänke gewesen. Ich bin ja sonst nicht so zart besaitet, aber damals hätte ich so ein dickes, weiches Kissen unter meinem Allerwertesten wirklich begrüßt.

Weiterer Pflichtprogrammpunkt war der Passauer Dom mit der größten Kirchenorgel der Welt. Leider gab es keine akustische Kostprobe dieses beeindruckenden Instruments. Den Abschluss unseres Rundgangs bildete ein Biergartenbesuch, der allerdings ein wenig hektisch endete, da die Abfahrt unseres Zuges näher rückte und wir ja unsere Drahtesel wieder beladen mussten. Mit dem Bayern-Nacht-Ticket ging es schließlich für 19 Euro zuzüglich Fahrradmitnahmegebühr zurück nach Augsburg, wo ich die letzte Etappe vom Bahnhof nach Hause ausschließlich stehend radelnd absolvierte.

Gesamtbilanz: Insgesamt standen am Ende 157 gefahrene Kilometer zu Buche, was einem Schnitt von fast 80 Kilometern an jedem der beiden Radltage entspricht. Abgesehen von Martinas Sturz und den Problemen mit unseren Sätteln (vor der nächsten großen Tour kaufen wir neue Sättel !!!) gab es keine Schwierigkeiten, weder konditionell noch technisch. Nunja, das Ende der ersten Etappe war für unsere erste Langstreckentoru ein wenig grenzwerrtig, aber auch das haben wir geschafft. Hilfreich war vor allem ein kleines Radwanderführer zum Donauradweg . mit genauen Karten des Donauradwegs und Tipps für Besichtigungen und Aktivitäten entlang der Strecke.

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Donauradweg - Etappe 1 von 2
Es geht von Regensburg nach Deggendorf

Verfasst am 15. August 2008 in Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Allgemein von Redaktion

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Deutschland ist das beliebteste Urlaubsland…der Deutschen. Sagt die Statistik. Auch die Purzelpfund-Redaktion hat sich in diesem Jahr (wieder einmal) davon überzeugt, dass es in Deutschland einige schöne Ecken zu entdecken gibt. Auf Entdeckungsreise ging es auf dem Fahrrad, das sich ja im letzten Jahr zu unserem bevorzugten Freizeitsportgerät entwickelt hat.

Der Donauradweg war unser Ziel und es sollte von Regensburg nach Passau gehen - in zwei Etappen wohlgemerkt. Schließlich sind wir trotz allem noch blutige Anfänger in Sachen lange Radtouren und wollten so unsere grundsätzliche Tourentauglichkeit erst einmal im Kleinen testen.

Ganz ohne Neuanschaffungen ging es natürlich nicht ab; Martinas Fahrrad bekam eine neue Klingel, mein Fahrrad bekam vernünftige Satteltaschen spendiert. 53 Liter Rauminhalt passen nun auf meinen Gepäckträger, zuzüglich der Dinge, die man zusätzich oben drauf spannen will. Wir hatten vor einem Jahr schon einmal Fahrradtaschen gekauft - damals für 11,99 das Set bei Ebay. Zugegeben, wir hatten für den Preis kein Wunder in Sachen Qualität und Preis erwartet, aber eine praktikable Befestigung, die eine halbwegs regelmäßige Benutzung länger als ein Jahr übersteht, wäre schön gewesen.

Nunja, wir haben unsere Lektion gelernt und dieses Mal mehr investiert - es hat sich gelohnt. Problemlose Montage der Seitentaschen wie auch des Topcases, viel Platz, solide Verarbeitung mit einer Ausnahme (Erklärung folgt) und gut sichtbare Reflektoren.

An einem Samstagabend haben wir also die Taschen vollgepackt - in meine kamen die üblichen Reiseutensilien wie Kleidung, Waschzeug und Co. Martinas Taschen (die alten!) wurden mit Proviant gefüllt, Sandwiches, geschnippelte Karotten und Paprikas und Getränke für Frühstück und Picknick.

Frühstück im Zug

Das Frühstück musste deshalb in die Taschen, weil unser Zug nach Regensburg um 6:59 in Augsburg abfuhr und wir das Frühstück zu Hause für 30 Minuten mehr Schlaf eingetauscht hatten. Wieso auch zu Hause frühstücken, wenn man fast zwei Stunden Zugfahrt vor sich hat?

ppreg.jpgMit dem Bummelzug ging es zunächst nach Ingolstadt und von dort entlang der Donau nach Regensburg. Im zweiten Zug trafen wir auf die ersten Gleichgesinnten, die allerdings nur einen Tagesausflug entlang des Donauradwegs auf dem Plan hatten.

Als die vier Senioren ausgestiegen waren unterhielt uns der Schaffner weiter, ein recht netter und ulkiger Kerl, der uns ob unseres Vorhabens bewunderte und seine zwar vorhandene aber nicht übermäßig große Plauze als Entschuldigung für mangelnde Bewegung vorschob - und seine tägliche Leberkäs-Semmel-Diät ;)

Nach der Ankunft in Regensburg gegen 9.15 Uhr ging es erstmal durch die Fußgängerzone zum Dom um das “Startfoto” zu schießen, schließlich muss man ja irgendwie belegen, dass man auch wirklich da gewesen ist.

Etwa 30 Minuten später hatten wir die Außenbezirke Regensburgs dann endlich hinter uns gelassen, hatten eine Radlertruppe aus Spanien in Tour de France-Tempo vorbeizischen lassen und strampelten frisch munter auf die Walhalla zu. Da wir uns aber fürs Radeln und nicht fürs Bergsteigen entschieden hatten, beließen wir es bei einem bewundernden Blick von unten.

Wettertechnisch hatten wir es wirklich gut getroffen. Immer wieder spitzelte die Sonne zwischen den dicken Cumulus-Wolken hindurch, es blieb uns allerdings vorerst erspart in der prallen Sonne zu fahren. Nach etwa 20 Kilometern passierten wir spürbar die Schwelle zum Gäuboden, der Region, die auch als “Kornkammer Bayerns” bekannt ist. Nach dem 100. Maisfeld wundert einen dieser Name auch gar nicht mehr.

Genau als wir unser Mittagspicknick ausgepackt hatten prasselte der Wolkenbruch vom Himmel, der sich durch immer schwärzere Wolken schon am späten Vormittag angekündigt hatte. Wir suchten kurz Schutz im Torbogen eines kleinen Kirchleins, zogen die Regenhauben über die Satteltaschen und machten uns bald darauf auf, unsere Fahrt an dampfenden Feldern vorbei fortzusetzen. Hier übrigens das erwähnte Manko der Satteltaschen - am Regenschutz ging beim Überziehen eine Naht auf. Wir werden reklamieren.

ppdonau.jpgInzwischen lachte die Sonne ungehindert vom blauen Himmel, die Regenfeuchte stieg aus dem Boden auf, kurz gesagt, es wurde unangenehm dampfig auf dem Fahrrad. Bei Straubing wäre dann die Tour schon fast zu Ende gewesen. Eine enge, feuchte 90°-Kurve warf Martina aus der Bahn - Abschürfungen, Blutergüsse und - was sich erst im weiteren Verlauf der Fahrt herausstellen sollte - eine geprellte Rippe waren die Folge.

Rund 15 Kilometer vor dem Ziel bekamen wir die Donau schließlich wieder zu Gesicht. Allerdings hatten wir zu diesem Zeitpunkt weder Sinn noch Nerven für die Schönheiten des Flusslaufes. Uns steckten jeweils 80 Kilometer in den Knochen, Martinas Rippe machte sich bemerkbar und machte das Atmen zur Qual und mein Allerwertester wollte sich so gar nicht mehr mit meinem Sattel verstehen.

Die Krönung folgte zum Abschluss der ersten Etappe. Über vier Kilometer fluchten wir uns recht steil (Einheimische lachen drüber, haben wir uns sagen lassen) über eine kurvenreiche Straße bergauf, bis wir bei Kilometer 91,8 unser Etappenziel bei meinem Onkel erreichten. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Töni für Kost und Logis und einen tollen Tag im Bayerischen Wald. Der “Pfandschein” wird unvergessen bleiben.

Fortsetzung folgt… Von Deggendorf nach Passau

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Konzerte statt Fitnesstudio

Verfasst am 23. Juli 2008 in Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Allgemein von Redaktion

Mit 35 Jahren fühlt man sich für gewöhnlich alles andere als “alt”. Nunja, für gewöhnlich eben. Es gibt aber doch Momente, in denen man sich auf einmal steinalt vorkommt. Konzerte sind hier ein gutes Beispiel. Früher konnte es gar nicht weit genug vorne sein, mitten drin, möglichst nahe an der Bühne. Heute, die Erfahrung der letzten Woche mit zwei Konzerten zeigt es, ist das alles ganz anders. Am Rand oder im hinteren Drittel der Fanmassen ist für uns inzwischen vollkommen ausreichend. Man hört alles, sieht alles und hat genug Bewegungsfreiheit zum Klatschen, Hüpfen oder Tanzen. Lass doch die Kiddies nach vorne ;-)

Letzte Woche ging es aufs Tollwood-Festival nach München zu meiner Lieblingsband “Runrig“. Zweieinhalb Stunden haben die Jungs von der Isle of Skye vor mehreren tausend Zuschauern das Zelt gerockt. Ich war am Ende vom Klatschen, Tanzen und Mitgehen klitschnass geschwitzt, die Waage hat am nächsten Morgen einen “Danke Runrig”-Seufzer abgelassen. Wer Runrig noch nicht kennt - die Jungs sind echt zum empfehlen, die aktuelle CD heißt “Everything you see”, aber die Jungs sind ja inzwischen schon seit 1973 im Geschäft - die Auswahl an CDs (Amazon-Link!) ist also entsprechend groß - Reinhören lohnt sich.

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Nun gut gestern auf dem Konzert der Hooters war das mit der Bewegungsfreiheit so eine Sache, mein Hintermann hat mir regelmäßig beim Mitklatschen eine gewischt, aber ansonsten wars echt klasse - ein echtes Fitnessprogramm: Drei Kilometer zum Konzertort radeln, dann zweieinhalb Stunden mitklatschen und -hüpfen und dann wieder drei Kilometer zurückradeln. Gut, auf dem Rückweg kam einem der Verkehrslärm irgendwie leiser vor, aber ansonsten wars wieder mal Spitze. Konzert-Fitness ist echt zu empfehlen. Man sollte nur auf die Auswahl der Interpreten achten, Schmussongs sind in ihrer Kalorienfeindlichkeit eher ungeeignet.

So, und für alle, die schon mal fürs nächste Konzert übern wollen, hier ein Schmankerl aus dem Repertoire der Hooters (ebenfalls gestern live gehört) - Johnny B.

Leider kann das Video nicht eingebettet werden.
Hier gibt es Johnny B. von den Hooters!

 

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Das Gottesurteil

Verfasst am 14. Juni 2008 in Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Allgemein von Redaktion

tiramisu.jpgNun ist es ja so, dass wir uns beim Abnehmen vorgenommen haben, auf nichts was lecker schmeckt, zu verzichten. “Genuss ohne Reue” heisst das dann, sprich die Abnahme geht vielleicht langsamer als bei anderen, aber dafür wird man bei uns beiden mit Sicherheit nie das von zusammengepressten Lippen beherrschte Frustgesicht erblicken. Die einzige Umstellung im Vergleich zu früher ist die Tatsache, dass wir nun versuchen, die “Sünde” ein wenig auszugleichen oder wenn man es schon länger im Voraus weiß, sich darauf einzustellen und entsprechend im Vorfeld weniger zu futtern.

Trotzdem gibt es von Zeit zu Zeit Gelüste, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, obschon man zugleich genau weiß, dass für diesen Tag die Punkte zumindest für diese Kalorienbombe keineswegs vorhanden sind. Das sind dann die Momente, in denen man auf ein Zeichen Gottes hofft, der auf irgendeine Weise sein himmlisches Einverständnis gewährt.

Solche Momente gibt es, man nehme nur das EM-Spiel Rumänien gegen Italien. Ich gebe offen zu, dass ich den Rumänen die Daumen gedrückt habe ( Perdonate me, prego! ). Gegen Ende des Spieles, es stand zu diesem Zeitpunkt 1:1, habe ich feierlich gelobt, sollten die Rumänen doch noch ein Tor schießen und so das Spiel gewinnen, würde ich, quasi als Seelentröster einem italienischen Gastwirt am selben Abend noch ein Tiramisu abkaufen. Gut, zugegeben, der Trost für den Gastwirt war nur ein vorgeschobenes Motiv, aber es war immerhin ein Motiv.

Ich hatte noch nicht fertiggesprochen, als es aus dem Fernseher dröhnte und als ich den Kopf wandte, sah ich den Schiedsrichter mit ausgestrecktem Arm auf den Elfmeterpunkt deuten. Auf den italienischen Elfmeterpunkt. “Es gibt einen Gott und er liebt mich” jubilierte ich innerlich und sandte kleine Stoßgebete für den rumänischen Schützen Mutu gen Himmel.

Aber irgendwas muss dabei schiefgegangen sein. Vielleicht habe ich unterbewusst das Wort “Tiramisu” oder eine Variation einfließem lassen etwa “Gib, dass er den Ball ins Toramisu drischt”…. Egal, jedenfalls scheint der Herr da oben spitz bekommen zu haben, dass Tiramisu für mich an diesem Abend alles andere als eine erhnährungstechnisch sinnvolle Wahl gewesen wäre und ich zudem mein Gelübde aus, sagen wir mal, leicht selbstsüchtigem Antrieb getan hatte.

Es kam wie es kommen musste. Anlauf… Schuss… Arm Buffon… Fuß Buffon… Ecke!!! Aus der Traum vom Tiramisu. Aber letztlich ist aufgeschoben nicht aufgehoben. Ich komme wieder, und dann bin ich besser vorbereitet, denn was könnte einen Obsttag besser abschließen als ein großes Stück Tiramisu.

In diesem Sinne - Buona fortuna, Italia!

 

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Abnehmen mit dicker Lippe?

Verfasst am 8. Juni 2008 in Erfahrungsberichte, Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Allgemein von Redaktion

Wer als beleibte Person durchs Leben wandelt, der ist sich meist bewusst, dass er zumindest einem Teil seiner Umwelt dazu dient, die spitze Zunge zu wetzen, frei nach dem Motto “Guck mal - für den ist es in T-Shirt, für uns ein Fünf-Mann-Zelt!” Lästereien sind an der Tagesordnung, und solange sie dem Betroffenen nicht zu Gehör kommen, agieren viele nach dem Motto “Was kratzt es eine deutsche Eiche, wenn sich eine Sau an ihr reibt?”

Manch einer nimmt diese Schüsse aus der Umwelt nicht wahr, andere wollen sie nicht wahrnehmen. Mit einem “Sooo dick bin ich auch wieder nicht und außerdem ist Lästern sooo mies” lässt sich schnell eine Autosuggestion der moralischen Überlegenheit aufbauen. Bei vielen hält diese Fassade bestens Tag für Tag mindestens so gut wie Drei-Wetter Taft.

Hat man dann einmal angefangen, den Speck auf den Rippen los zu werden, bietet man den “Bösen” im wahrsten Sinne des Wortes weniger Trefferfläche und sobald man in einem Bereich angekommen ist, für den es noch Kleider außerhalb der Zeltfabrik oder der XXL-Abteilungen gibt, hört das Phänomen ganz auf.

Nun bin ich selber nicht gerade schüchtern und auch mein Mundwerk gehört sicher nicht zu meinen langsamsten Organen. Das war schon immer so - Erbteil beider Elternteile! Und so habe ich auch zu Zeiten meiner 160 Kilo gerne mal einen flotten Spruch zum Thema Rettungsringe abgelassen. “Wenn einer das darf, dann ich - ich weiß schließlich wovon ich rede”, habe ich diese vorlauten Kommentare meist bei mir entschuldigt. Und außerdem waren “die anderen” eh immer viel runder als ich.

Umso entsetzter bin ich, dass ich mich inzwsischen selbst wieder immer öfter bei lästerlichen Gedanken ertappe, über die die jeweilige Zielpersonen sicher nicht allzu erfreut wäre. Nun gut, inzwischen sind die meisten von denen wirklich runder als ich, aber ich bin nicht unbedingt sparsamer in Sachen blöde Sprüche geworden. Zwar nie in aller Öffentlichkeit, aber doch unter vier Augen. Doch eines hat sich bei mir zumindest geändert: Waren “die Dicken” für mich in der Tat überspitzt ausgedrückt die “Freak-Show”, ohne zu realisieren, dass ich der Lead-Tänzer der Freak-Show hätte sein können, sind sie heute eher das Ziel meines Verständnisses, teilweise auch Mtleids. Die flapsigen Kommentare sind aber dennoch geblieben, nur meine Perspektive hat sich verschoben.

Seit wir selbst abnehmen und unsere Ernährung umgestellt haben, beobachten wir beide, Tina und ich, andere Menschen sehr genau beim Einkaufen und versuchen zum Teil auch aus der Figur aufs Einkaufsverhalten zu schließen. So wie heute beim Einkaufen in einem Augsburger Einkaufscenter als eine Dame um die 30 - Alter nicht Kilo; fürs Gewicht hätte man ohne Übertreiben zu wollen, das Alter gut und gerne vervierfachen können. Wir stehen zeitgleich mit der Dame vor dem Wurstregal und während wir Geflügelprodukte in den Wagen legen, zieht die Dame neben uns erstmal einen großen Schwung Salami aus der Kühltheke.

“Oh, Salami für die Dame”, denke ich mir und weiß ganz genau, wo ihre letzten drei Salamiringe hingekommen sind und bis heute liegen. Wenn mir heute so ein Kommentar entgleitet, dann schwingen da mehrere Aspekte mit. 1) ich weiß wovon ich rede ( ;-) hatten wir das nicht schon mal? ) - 2) die Überraschung und zum Teil das Entsetzen, wenn ich Leute so einkaufen sehe, wie ich es früher auch getan habe: Fett und Zucker, mehr braucht es nicht zum Glücklichsein - 3) die Versuchung ist inzwischen immer da, einfach hinzugehen und zu sagen “He, leg das wieder zurück, das ist nicht gut für Dich”.

Zum Glück kommt diese Versuchung gegen meine Vernunft nicht an, denn meine Zähne sind mir lieb und teuer.

 

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Wii es mir gefällt

Verfasst am 31. Mai 2008 in Produkttest, Tagebücher, Tinas Tagebuch (WW), Allgemein von Tina

Hallo liebes Tagebuch,

ja, es gibt mich noch, und heute habe ich tatsächlich mal wieder Zeit und Lust etwas zu schreiben.

Über die letzten 6 Monate, in denen ich hadernd und zeternd zwischen Freßfesten und Frustattacken gefangen war, möchte ich, zumindest vorerst, lieber den Mantel des Schweigens decken.

Tom hat ja schon über unseren neuesten Mitbewohner, das Wii Balance Board berichtet, und hier kommen meine ganz persönlichen Erfahrungen damit.

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass ich keine große Video-, Computer- oder Konsolenspielerin bin, ich hatte es noch nie mit solchen “elektronischen Games”, wenn schon ein Spiel, dann auf dem Spielbrett mit richtigen Mitspielern. Daher war ich der Wii gegenüber Anfangs skeptisch, was sich aber bald änderte, als ich “die Jungs” beim Bowling reihenweise von der Bahn fegte. Wii Sports finde ich super, es macht Riesenspass mit Freunden abends eben nicht nur auf dem Sofa zu sitzen, sondern Reihum im sportlichen Wettkampf mit- und gegeneinander anzutreten. Und ein paar zusätzliche Bewegungspunkte zu meinem gewohnten Sportprogramm (Aquajogging, Schwimmen, Radfahren) können ja nie schaden. Zugegebenermaßen sind die typischen Konsolenspiele, die es ja auch für die Wii gibt, immer noch nicht mein Ding, aber es gibt ja Wii Sports.

Seit etwa 3 Wochen testen wir nun das Balance Board und auch hier war ich Anfangs eher skeptisch und zurückhaltend. Die erste große Überraschung kam, als ich mich registrierte und Körpergröße und Geburtsdatum eingeben sollte. Das Balance Board hat nämlich eine eingebaute Waage und errechnet kurzerhand den BMI des kleinen Alter Ego - und schwupps ging mein süßes kleines Mii, das ich mit einer moderat pummeligen (schmeichelhaften) Figur ausgestattet hatte, auf wie ein kleiner Hefekuchen. “Zu Hoch” schallte es mir aus dem Lautsprecher der Fernbedienung entgegen und ich überlege für einen Augenblick ernsthaft mich nochmal zu registrieren und bei Größe einfach zwei Meter einzugeben, um auf diese Weise den BMI auf ein normales Mass zu bringen, und wenigstens meinem Mii eine schlanke Figur zu verschaffen. Nachdem ich mich von dem ersten Schock erholt hatte, gewöhnte ich mich rasch an mein “Moppel-Mii” und jetzt kann ich es kaum erwarten, bis man die reelle Abnahme auch an meinem kleinen Zwilling sehen kann.

Das Wii Fit Programm legt für jeden registrierten Benutzer einen Datensatz mit den Kategorien Gewicht, BMI und Trainingszeit an, so dass man jederzeit seine Fortschritte grafisch dargestellt betrachten kann. Man kann sich ein Ziel in einem bestimmten Zeitraum setzen, z.B. dass man in der nächsten Woche 1 kg abnehmen möchte, und wird beim Erreichen des Ziels auch entsprechend von der Wii gelobt. Um die persönlichen Daten vor dem Zugriff anderer zu schützen kann jeder Benutzer eine PIN eingeben.

Wenn der ganze “Verwaltungskram” erledigt ist, hat man die Möglichkeit, entweder einen Körpertest zu absolvieren, oder gleich mit dem Training anzufangen. Beim Körpertest geht es hauptsächlich um die Balance, das heißt die Wii stellt fest, ob der Körperschwerpunkt in der Mitte liegt und wie stark er schwankt. Danach gibt es noch mehrere Balance- und Agilitätstests, von denen die Wii jedesmal zwei Stück willkürlich auswählt. Aus den Ergebnissen dieser Tests wird dann das Wii Fit Alter errechnet.

Nun hat man die Wahl zwischen Yoga, Muskelübungen, Aerobic und Balancespielen. Da ich Frühaufsteherin bin, habe ich es mir angewöhnt, jeden Morgen vor dem Duschen eine halbe Stunde (netto) mit der Wii zu trainieren. Zum Aufwärmen mache ich Step-Aerobic, danach einige Yoga und Muskelübungen und zum Schluss jogge ich noch eine Runde durch mein Wohnzimmer. Außer das die Übungen mir einen Riesenspass machen komme ich dabei auch ganz schön ins Schwitzen und ich hoffe sehr, dass sich die ganze Bewegung morgen auf der Waage bei den Weight Watchers auszahlen wird.

Bei aller Euphorie ist mir natürlich schon klar, dass man mit einem “Videospiel” keinen “richtigen” Sport ersetzen kann - es besteht da auch überhaupt keine Gefahr, weil ich inzwischen meine anderen Aktivitäten (Aquajogging, Radfahren, Schwimmen) so lieb gewonnen habe, dass ich sie nicht aufgeben würde - aber ich denke für die Stunden, die normalerweise bewegungsmäßig ungenutzt verstreichen würden ist die Wii Fit wirklich eine gelungene Ergänzung zur täglichen Fitness.

 

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Stubenjogger statt Stubenhocker

Verfasst am 16. Mai 2008 in Toms Tagebuch (WW), Tagebücher, Allgemein von Redaktion

Mittlerweile habe ich wieder zu Atem gefunden, aber während meines Wii-Workouts am frühen Abend habe ich mal wieder kräftig Schweiß gelassen. Über eine Stunde (netto) habe ich mich von meinem Wii-Fit Coach quälen lassen, genau genommen eine Stunde und drei Minuten.

Am Anfang ist das ganze noch ein fröhliches Spiel, als ich mich bei Balanceübungen langsam aufwärme. Skispringen, Slalom fahren, Kugeln balancieren und Snowboarden stehen auf dem Trainingsplan, bevor es mit einer Sportart weitergeht, die ich eigentlich so gar nicht mag - Joggen.

jog2.jpgMein Problem mit der Joggerei ist vor allem meine schlechte Laufkondition. Ich kann 50, 60 oder 70 Kilometer am Stück Radfahren, das juckt mich überhaupt nicht, aber sobald ich Laufen soll, beginne ich zu japsen. Wenn ich also irgendwo im Wald zum Joggen ginge, dann wäre ich a) recht bald platt und b) das irgendwo im Wald. Ich müsste also trotz Erschöpfung wieder zurück.

Trotz meines passionierten Nicht-Läufertums laufe ich inzwischen, und zwar mit der Wii Fit, die dafür mehrere Programme anbietet, nämlich Joggen, Partner-Joggen und Freies Joggen. Man läuft dabei zwar auf der Stelle, aber man läuft. Das Balanceboard kommt dabei nicht zum Einsatz, eine in der Hand gehaltene oder in die Hosentasche gesteckte Wii-Fernbedienung dient als Schrittzähler, auf dem Fernsehschirm wird eine Parklandschaft mit allerhand Wegen gezeigt.

Joggen: Bei der einfachsten Variante des Joggens hat der Spieler die Wahl einer kurzen oder einer langen Laufstrecke, wobei die Längenangaben relativ sind. “Kurz” heißt etwa zwei, drei Minuten, “lang” entspricht vielleicht vier, fünf Minuten.

Partner-Joggen: Dasselbe in Grün, nur kann sich hier ein zweiter Läufer mit in den Lauf einklinken und mitjoggen. Der Mitjogger kann seine Daten allerdings nicht speichern.

jog1.jpgFreies Joggen: Hat man die einfache Variante des Joggens mit passablen Ergebnissen absolviert, dann wird irgendwann das “Freie Joggen” freigeschaltet. Hier kann man nun die gewünschte Dauer des Laufes eingeben und dann 10 oder 20 Minuten rennen. Und weil nicht jeder seinem eigenen Mii beim Joggen zusehen will, kann man auch während des Joggens auf den Fernseher umschalten

Bei mir war es heute just so: Meine erste Runde hatte ich noch ganz gemächlich auf der “Langstrecke” absolviert, bevor mir die Wii dann mitteilte, sie hätte mir das Freie Joggen freigeschaltet… Helle Freude.

Ich habe die Zeitskala mutig auf 10 Minuten gestellt und bin losgejoggt Erst aus der Stadt hinaus, eine Brücke hinauf und durch eine schön surreale Cartoon-Parklandschaft entlang einer Steilküste. Durch mehrere Tunnels und an Leuchttürmen vorbei führt der Weg zurück zur Stadt, in der man gestartet ist.

jog3.jpgUnd ich habs geschafft. Ich habe die zehn Minuten durchgehalten. Das dürfte das längste Laufstück sein, das ich in den letzen zehn Jahren joggend zurückgelegt habe. Laut Wii bin ich in diesen zehn Minuten ganze 2403 Meter weit gerannt. Nunja, ob man diesen Schätzungen glauben kann, bezweifle ich ja eher, aber es hilft die Leistungen vergleichbar zu machen. Ich habe dank meiner Trainingssession geschwitzt wie ein Stier, aber ich habs überlebt, und das besser als erwartet. Und das Beste: Während ich fröhlich auf der Wii herumgeturnt bin, hat es draußen geregnet, was der Himmel hergegeben hat.

Die nächsten Tage werde ich dann wieder beim Joggen angreifen, am Anfang noch mit 10 Minuten. Dann aber werde ich wohl bald umsteigen auf 20 Minuten - und dann werde ich noch ein echter Läufer. Jawohl!

Nachtrag:
Ich hätte ja nie gedacht, dass die Amerikaner mal bei irgendeiner Markteinführung nach uns dran sein könnten. Und doch kommt es vor, wie ich eben aus der New York Times erfahren musste. Die Wii Fit kommt dort erst in einigen Tagen auf den Markt, Grund genug für die MYT sich mit dem ungewöhnlichen “Fitnessgerät” auseinanderzusetzen. Hier geht es zum Artikel.

 

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