Kleine Diätenkunde
Ich mache gerade die Apfel-Diät; ich esse alles außer Äpfeln!” Dieser nicht gerade neue Kalauer ist dennoch sinnbildlich für die Welt der Diäten. Es gibt hunderte verschiedener Wege zur schlanken Linie, die einen erfolgversprechender, die anderen weniger. Abnehmen ist heutzutage ein milliardenschweres Business und die Gewichtsabnahme (oder auch nur der Versuch einer solchen) bei den einen hat oftmals ein geradezu exponenzielles Anwachsen des Vermögens der anderen zur Folge.
Kein Wunder also, dass gerade die Bellas, Tinas, Petras und wie die kleinen bunten “Friseurblättchen” noch so heißen, kaum eine Woche ohne eine neu revolutionäre Diät auskommen – natürlich mit Erfolgsgarantie von Heidi Naomi Evangelista, oder so ähnlich…! Komischerweise wundert sich niemand drüber, dass eben diese Blätter immer neue Diäten veröffentlichen – obwohl doch die aus der letzten Woche 100-prozentig zum Erfolg führt.
Purzelpfund.de versucht auf dieser Seite einen kurzen Überblick über die Welt der Diäten zu geben. Es geht dabei in erster Linie darum, die jeweiligen Methoden grob zu skizzieren, für detailliertere Informationsbedürfnisse gibt es am Ende jedes Absatzes einen oder mehrere Links zu weiter führenden Informationen.
Reduktionsdiäten
FdH
Brigitte Diät
Weight Watchers
Trennkost
Trennkost (allg.)
Hay’sche Trennkost
KFZ-Diät
Insulin-Trennkost
Low Carb
Low Carb (allg.)
Atkins-Diät

Reduktionsdiäten
Im eigentlichen Wortsinn beschreibt die aus dem Griechischen stammende “Diät” am ehesten eine “Lebensweise”, im übertragenen Sinne auch eine Ernährungsweise (vgl. engl. “diet”). Die “Diät” des Volksmundes dagegen beschreibt (fast) immer eine Umstellung der Ernährung zur Gewichtsabnahme, also eine so genannte Reduktionsdiät.
Im Rahmen einer solchen Diät wird die Kalorienzufuhr teils massiv reduziert, der Körper baut seine Reserven ab, das überschüssige Fett schwindet. Der Nachteil: Der Körper fährt während der Diät seinen Energieverbauch auf ein Mindestmaß zurück, ein Schutzreflex unserer Urahnen gegen “magere Zeiten”. Wird dann nach dem Ende der Diät wieder “normal” gegessen, lagert der Körper sofort Energie in Form von Fett ein – für zukünftige magere Zeiten. Im Volksmund ist dieser Effekt auch als JoJo-Effekt bekannt.
Sinn machen Reduktionsdiäten nur, wenn vorher / währendessen / danach auch eine entsprechende Umstellung der Ernährung erfolgt.

FdH
… ist die volkstümliche Abkürzung für “Friß die Hälfte” und wahrhaft ein Klassiker der Diätenwelt – allerdings vor allem dann, wenn es darum geht, den altbekannten, oben bereits angesprochenen JoJo-Effekt hervorzurufen. Man isst einfach die Hälfte der gewohnten Nahrungsmenge und reduziert so die zugeführten Kalorien ohne auf “Lieblingsgerichte” verzichten zu müssen. Was aber, wenn selbst die Hälfte noch oberhalb dessen liegt, was “gesund” ist?
Die AOK zumindest rät von “FdH” als Diätmethode ab und auch in einem Vergleich von 50-Diäten bei Focus.de schneidet FdH denkbar schlecht ab. Zu groß ist aus Sicht der Experten die Gefahr einer Fehl- oder Mangelernährung, denn nicht nur die Zufuhr von Fetten oder Zucker wird so halbiert – auch Mineralien und Vitamine fallen weg.
Fazit:
Zwar einfach aber unstrukturiert, gesundheitlich bedenklich und eine gefährliche JoJo-Falle. Ohne echte Ernährungsumstellung sind Erfolge nur von sehr kurzer Dauer.
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Brigitte-Diät
Die Brigitte-Diät ist ein echter Klassiker im Universum des von Frauenzeitungen inspirierten kollektiven Abspeckens. 1969 entwickelt hat die Methode bis heute Ihre Anhänger und wird auch von außen – zumindest bedingt – empfohlen. Grundlage des Systems ist eine kalorienreduzierte Mischkost und eine maximale tägliche Kalorienzufuhr. Lag diese früher noch bei 1000 kcal täglich, wurde vor einiger Zeit dieser Wert auf 1200 kcal angehoben – für besonders Sportliche gilt gar ein Wert von 1400 kcal.
Die Mahlzeiten können beliebig aus einer großen Auswahl von nach Kalorienzahl sortierten Rezepten zusammengestellt werden, die es in zahlreichen (Brigitte-)Kochbüchern zu finden gibt. Ein abwechslungsreicher Speiseplan ist somit leicht zu realisieren. Als zusätzliche Hilfestellung für die Abnehmwilligen bietet Brigitte.de in Zusammenarbeit mit www.xx-well.com den “Brigitte-Diät-Coach” an, zum Preis von rund 15 Euro im Monat.
Problematisch kann jeoch die Durchführung der Diät an sich werden. Da die Brigitte-Diät auf der Verwendung der Rezepte basiert, muss jede Mahlzeit und der Einkauf dafür sehr strikt geplant werden. Dazu kommt, dass gerade abnehmende Singles dasselbe Gericht unter Umständen mehrmals hintereinander essen müssen, um angerissene, nicht aufbewahrbare Zutaten aufzubrauchen.
Fazit:
Es funktioniert, solange man sich genau an die Rezepte hält was aber wiederum in hohem Zeit- und gegegebenfalls auch Kostenaufwand resultieren kann.
Im Internet:
Die Seite der Brigitte-Diät.
Literatur:
Die Brigitte-Diät. Das Programm, das in mein Leben passt – Brigitte Buch – 16,95 EUR
Brigitte Ideal-Diät – Mosaik (gebunden) – 16,90 EUR
Brigitte. Neue fettarme Küche für Genießer – Brigitte Edition (gebunden) – 9,95 EUR
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Weight Watchers
… ist der Name eines Konzepts zur Gewichtsreduktion und Ernährungsumstellung und des dazu gehörenden Vertriebsunternehmens. Gegründet wurde die Firma im Jahr 1963 von der New Yorker Hausfrau Jean Nidetch, die, um nicht alleine abnehmen zu müssen, eine Abnehmgruppe mit Ihren Freundinnen ins Leben rief. 1970 kamen erstmals die Deutschen in den Genuss der “Gewichtsgucker”. Die Firma gehörte zwischenzeitlich zum Heinz-Firmenimperium, ist heute aber eine eigene Aktiengesellschaft.
Kernelement des Weight Watchers – Konzepts sind die wöchentlichen Gruppentreffen, bei denen die Abnehmwilligen von einer Gruppenleiterin – allesamt ehemalige Weight Watcherinnen – motiviert, kontrolliert und informiert werden. Ziel ist es, die Ernährung der Teilnehmer langfristig und dauerhaft auf eine vollwertige Ernährung umzustellen. Zusätzlich bauen die Treffen einen subtilen aber wirkungsvollen “Gruppendruck” auf, der von vielen Teilnehmern als positiver Ansporn empfunden wird.
Zentrales Hilfsmittel beim Abnehmen sind die Points, ein Wert, der aus der Kalorienzahl und dem Fettanteil eines Lebensmittels gebildet wird. Beim Eintritt bekommt jedes Mitglied ausgehend von Alter, Geschlecht, Größe und Beschäftigung einen täglichen Points-Wert zugewiesen. Wie diese Points nun verbraucht werden, ist jedem selbst überlassen, wenn auch Wert auf möglichst voll- und hochwertige Nahrung gelegt wird. Das System ermöglicht den Teilnehmern so jedoch, auch an gesellschaftlichen Events teilzuhaben, und doch ihr Ziel fest im Auge zu behalten.
Auch sportliche Bewegung findet Ihren Niederschlag in den Points und kann als Abnahmebeschleuniger oder als zusätzliche Nahrungspoints eingesetzt werden – wöchentlich jedoch maximal 12 Points.
Als größter “Nachteil” sind die Kosten anzuführen, mit denen die Weight Watchers – Mitgliedschaft zu Buche schlägt. Für 39 Euro gibt es die Mitgliedschaft einschließlich des Besuchs der Wochentreffen sowie den Zugang zum Weight Watchers @ssistenten (sonst 12,95 pro Monat), einer Internet-Datenbank mit Rezepten und Tipps.
Fazit:
Das Weight Watchers – Konzept erfreut sich durch die Jahrzehnte großer Beliebtheit und wird regelmäßig wieder empfohlen. So lobt die AOK die “ausgewogene, vollwertige Mischkost”, die Stiftung Warentest sprach 2005 von einem “Konzept zum Mitmachen” und die Stiftung Ökotest verlieh den Weight Watchers das Prädikat “sehr gut”.
Internet:
Weight Watchers – Website
SWR – Weight Watchers – Test
Wikipedia zu Weight Watchers
Literatur:
Weight Watchers, 10 Diät-Mythen und die ganze Wahrheit – von Hans Hauner – 19,90 EUR
Weight Watchers. Der 4 Wochen Power Plan - von Kathrin Dost – 12,90 EUR
Weight Watchers. Easy Cooking - von Weight Watchers – 14,90 EUR
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Trennkost
Trennkost ist eine Ernährungsweise, bei der verschiedene Nahrungsmittelbestandteile nicht kombiniert aufgenommen werden sollen. Die Urform der Trennkost, die Hay’sche Trennkost forderte Kohlenhydrate und Eiweiße nicht zusammen aufzunehmen, um eine Übersäuerung des Körpers zu vermeiden. Mittlerweile gibt es jedoch noch weitere Trennkostvarianten, die beispielsweise Kohlehydrate und Fett trennen.

Hay’sche Trennkost
Ausgehend von seiner eigenen schweren Nierenerkrankung und Übergewicht entwickelte der New Yorker Arzt Dr. William Howard Hay im frühen 20. Jahrhundert die Trennkost. Der Darm könne einweiß- und kohlehydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig verdauen, da dies zu einem Gärungsprozess im Darm führe. Eine Trennung der Lebensmittel führe zu einer besseren Aufspaltung der Lebensmittel und zu einer schnelleren Darmentleerung, so seine mittlerweile medizinisch widerlegte Theorie.
Zu diesem Zweck teilte er die Lebensmittel in drei Gruppen, in die Eiweißgruppe (Fleisch, Milch(produkte), Nüsse etc.), die Kohlehydratgruppe (Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Bananen etc.) und die neutrale Gruppe (Salat, Obst, Gemüse, Erdnüsse, etc.), deren Lebensmittel frei mit denen anderer Gruppen kombiniert werden dürfen. Hülsenfrüchte sind völlig verboten, da sie sowohl Kohlehydrate als auch Eiweiße enthalten.
Von der Medizin wird die Hay’sche Trennkost im Sinne Ihrer eigenen Theorie als wirkungslos betrachtet. Positive Effekte kommen vor allem durch den größeren Anteil an Gemüse und Salat in den täglichen Mahlzeiten zustande, wären also auch mit einer “normalen” Ernährungsumstellung zu erreichen.
Dazu kommt, dass die Theorie einige Lücken bzw. Fehler aufweist:
1) Muttermilch enthält Eiweiß und Kohlehydrate – wie können sich Babys entwickeln, wenn sie diese Nahrung doch angeblich nicht verwerten können?
2) Hülsenfrüchte sind verboten – Erdnüsse aber sind erlaubt. Dabei sind sie gar keine “Nüsse” sondern Hülsenfrüchte.
3) Zahlreiche Nahrungsmittel sind einer unpassenden Gruppe zugewiesen. Kartoffeln beispielsweise enthalten Kohlenhydrate aber auch Eiweiß, Käse oder Quark immer Eiweiß.
Einen letzten Nachteil bringt eine Bewertung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auf den Punkt:
Die Lebensmittelauswahl sichert keine ausreichende Nährstoffversorgung, wenn nur 20 bis 25 % der Nahrung aus säurebildenden Lebensmitteln wie Getreideprodukte, Fleisch und Fisch bestehen. Getreide und Getreideerzeugnisse liefern essentielle Nährstoffe wie B-Vitamine, Folsäure, Magnesium, Eisen und Selen. Sie kommen in der Hayschen Trennkost deutlich zu kurz
Fazit:
Eine Gewichtsabnahme ist möglich, jedoch nicht wegen der Trennung der Nahrungsmittel, sondern wegen des hohen Anteils fett- und kalorienarmen Gemüses. Dafür besteht die Gefahr einer Mangelernährung, außerdem ist die Theorie medizinisch widerlegt und auch in sich nicht stichhaltig.
Internet:
Eine deutsche Seite zum Thema Trennkost.
Literatur:
Basisbuch Trennkost. Alles, was Sie wirklich über Trennkost wissen müssen – von Thomas Heintze – 14,95 EUR
Kochbuch zur Trennkost. Absolut köstliche Speisen ohne Kalorienzählen (gebunden) – von Ingrid Schlieske – 20,90 EUR
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KFZ-Diät
Eine Trennkost-Theorie neueren Datums ist die so genannte KFZ-Diät. KFZ steht hierbei für “Kohlehydrate, Fette und Zwischenmahlzeiten”. Entwickelt wurde die Diät vom an einem Klinikum der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität vom Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. med. habil. Olaf Adam.
Vom Prinzip ähnelt die Theorie der des Trennkost-Urvaters Hay. Adam jedoch kombiniert in seiner KFZ-Diät klassische Trennkostansichten mit Low-Fat und Low-Carb-Elementen zu einer “neuen” Trennkost. Fette und Kohlenhydrate können vom Körper gleichzeitig nicht gleichzeitig verbrannt werden, so seine These. Stattdessen verbrennt der Körper laut Adam die Kohlenhydrate und lagert die Fette ein. Die Folge: Kohlenhydratmahlzeiten und Fettmahlzeiten sind voneinander zu trennen.
Auch bei Adam gibt es drei Nahrungsmittelgruppen, die Kohlenhydrate (zusätzlich unterteilt in “gute” und “böse” Kohlenhydrate), die Fette und die “Sattmacher”. Letztere dürfen mit den beiden ersten Gruppen frei kombiniert werden. Abgesehen von Eigenstudien von Adam existieren zur Zeit noch keine verlässlichen Studien über die Wirksamkeit der Methode.
Fazit:
Vor der Veröffentlichung klinischer Studien kann keine definitive Empfehlung ausgesprochen. Ein Gedanke soll hier aber noch aufgeführt werden, der auch bei der Hay’schen Trennkost erwähnt wurde. Muttermilch enthält Fett und Kohlenhydrate – würde die Natur so agieren, wenn wir auf solche Nahrung nicht eingestellt wären? Diese Frage soll hier abschließend in den Raum gestellt werden.
Internet:
Website der KFZ-Diät.
Infos zur KFZ-Diät
Literatur:
KFZ-Diät (TB) - von Olaf Adam – 16,90 EUR
Essen und abnehmen! Das KFZ-Prinzip fürs Büro und unterwegs – von Olaf Adam u.a. – 7,95 EUR
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Die Insulin-Trennkost
…wird auch gerne unter dem Slogan “Abnehmen im Schlaf” propagiert. Entwickelt wurde die Insulin-Trennkost vom Essener Internisten und Ernährungsmediziner Dr. Detlef Pape. Vermarktet wird die Insulin-Trennkost von der “InsuLean GmbH & Co. KG – ERNÄHRUNGSMEDIZIN UND ADIPOSITAS-KONZEPT” in Essen, Geschäftsführerin ist Annegret Wiedemeier-Pape.
Anders als Hay fordert Pape keine strikte Trennung von Kohlehydraten und Eiweißen – die Hay’sche These der Übersäuerung weist auch er als überholt und widerlegt zurück. Pape empfiehl am Morgen ausschließlich Kohlehydrate zu sich zu nehmen, Mittags vollwertige Mischkost ( Kohlenhydrate und Eiweiße) und Abends ausschließlich eiweißhaltige Nahrungsmittel. Auf Zwischenmahlzeiten wird hier verzichtet, ja den Pausen (mindestens 5 Stunden) kommt ein besonders großes Gewicht zu.
Durch den Wechsel von Kohlenhydrat- und Eiweißmahlzeiten einschließlich der langen Esspausen soll erreicht werden, dass das “Fettgewebe 12 Stunden täglich ohne Fettblockade Speicherfette in die Muskelverbrennung abgibt”. Das Frühstück führt dem Körper Energie zu und löst entsprechend die Produktion des Hormons Insulin aus. Am Abend ist dann nur mehr Eiweiss erlaubt, so dass der Insulinspiegel möglichst niedrig gehalten wird. Zugleich soll mit sportlicher Bewegung am Abend die Fettverbrennung angeregt werden, die dann, so die Theorie, im Schlaf erfolgt.
Außerdem vetreibt “insulean.de” noch ein breite Palette an Nahrungsergänzungsmitteln, mit denen die Insulin-Trennkost unterstützt werden soll.
Fazit:
Die Recherche hat noch keine aussagekräftigen Studien zum Thema “Insulin-Trennkost” zu Tage gefördert. Stutzig macht jedoch, dass anscheinend zusätzlich zur Ernährung ein (allabendliches) Bewegungs- Sportprogramm propagiert, das auch in Verbindung mit “normaler” gesunder Ernährung zum Erfolg führen dürfte. Das große Programm an Nahrungsergänzungsmitteln mutet zudem stark kommerzialisiert an und lässt Purzelpfund.de ein wenig ander Seriosität des Programms zweifeln.
Internet:
Die Insulin-Trennkost
Insulin-Trennkost bei Akte 07 (SAT 1).
Insulin-Trennkost bei schrot-und-korn.de
Literatur:
Schlank im Schlaf – von Detlef Pape – 19,90 EUR
Schlank im Schlaf. Das Kochbuch – von Detlef Pape – 14,90 EUR
Schlank im Schlaf. Der 4-Wochen-Power-Plan - von Detlef Pape – 14,90 EUR
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Low Carb
…trägt die zentrale Abnehmstrategie schon im Namen. Eine weitestgehende Reduktion der dem Körper zugeführten Kohlehydrate. Die Wurzeln der Low-Carb-Bewegung liegen weit zurück im 19. Jahrhundert, denn die ersten derartigen Theorien stellte der englische Mediziner William Banting (1797-1878) in seinem Buch Letter on Corpulence vor. Immer wieder meldeten sich Ernährungstheoretiker mit artverwandten Thesen zu Wort, doch erst mit der in den 70er Jahren in den USA publizierten Atkins-Diät wurde die Theorie einem breiten publikum zugänglich gemacht. Heute existiert eine Vielzahl von Low-Carb-Varianten, die bekannteste ist bis heute die Atkins-Diät.
Medizinisch und ernährungswissenschaftlich wird Low-Carb häufig serh kritisch betrachtet, teilweise als Fehlernährung bezeichnet. Low Carb sei durch die Vermeidung von Kohlenhydraten und der gesteigerten Aufnahme von Eiweißen und Fetten eine einseitige Ernährungsform. Ein erhöhter Eiweißverbrauch könne zu Nierenschäden führen, eine vermehrte Fettaufnahme habe eine Erhöhung des Cholesterinspiegels ebenso zur Folge wie einen erhöhten Harnsäuregehalt – der wiederum die Gefahr von Gichtanfällen in sich birgt.
Internet:
Low Carb im STERN
Literatur:
Leben ohne Kohlehydrate. Living Low Carb. Die Langzeit-Anwendung kohlenhydratarmer Diäten – von Fran McCollough – 19,95 EUR
Low Carb Kochbuch - von Elisabeth Fischer – 9,95 EUR
Low Carb. GU Ratgeber Gesundheit - von Marion Grillparzer – 12,90 EUR
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Atkins-Diät
Als “Diät-Revolution” stellte der amerikanische Arzt Robert Atkins im Jahr 1972 seine Diät vor, die Abnehmen ohne Hungern möglich machen sollte. Auf der Basis des Low_Carb-Prinzips sollten nach Atkins Kohlenhydrate möglichst aus dem Speiseplan gestrichen werden, so dass Fett und Eiweiß zu den Hauptenergielieferanten des Körpers werden. Atkins starb 2003, Gerüchten zufolge starb übergewichtig an den Folgen eines Herzinfarktes.
Zur Vermarktung des Atkins-Prinzips wurde 1989 die “Atkins Nutritionals Inc.” gegründet, die allerdings im Jahre 2005 schon wieder in Konkurs ging. Der Low-Carb-Boom in den USA war vorbei.
Was heute noch “Atkins” heißt, ist nicht mehr das, womit Atkins seine Theorie ursprünglich begründet hat. In der Ursprungs-Diät waren Fett und Eiweiß erlaubt, Kohlenhydrate dagegen nicht. Diese Ansicht wurde inzwischen revidiert, so dass eine gemäßigte Kohlenhydrataufnahme heute zum System gehört. Auch sportlich Bewegung wird heute propagiert, wovon 1972 noch keine Rede war.
Hintergrund für den Verzicht auf Kohlenhydrate ist das Ziel, a) die Einlagerung der Kohlehydrate zu verhindern und b) den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten. Da unser Körper Eiweiß im anders als Kohlenhydrate nicht speichern kann, wird überschüssiges Eiweiß wieder ausgeschieden. Als Energiequelle bleibt Fett. Atkins selbst scheint sich bewusst gewesen zu sein, dass seine Diät als Reinkultur betrieben schädlich und einseitig ist, denn er empfahl die Einnahme von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln – die Existenzgrundlage seiner “Atkins Nutritionals Inc.”.
Die Atkins-Diät gliedert sich in insgesamt vier, durch die verschieden hohe Zufuhr von Kohlenhydraten unterschiedene Phasen. Eingeleitet wird die Diät mit einer sehr niedrigen Tagesmenge an Kolehydraten, die “Idealernährung” besteht in dieser Phase aus Eiern, Fleisch und Gemüse bzw. Salat. In den folgenden Phasen werden die Mengen weiter justiert, nach Erreichen des Wunschgewichts wird das Spektrum der “erlaubten” Lebensmitteln größer.
Fazit:
Das Journal of American Medical Association veröffentlichte im Frühjahr 2007 eine Vergleichsstudie vierer Diäten, bei der die Atkins-Diät mit einer durchschnittlichen Abnahme von 4,7 Kilogramm in 12 Monaten (!) als beste abschnitt. Außerdem hatten einige der Atkins Probanden bessere Cholesterin- und Insulin-Werte als die der anderen Gruppen. Nachteil der Studie: Die Probanden wurden nicht wirklich überwacht, inwieweit sie sich an ihre jeweilige Diät gehalten hatten.
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist Atkins bis heute umstritten, da seiner Methode neben fehlender Ausgewogenheit (Fettgehalt > 50%) auch die Verursachung von Gesundheitsstörungen wie Niereninsuffizienz, Leberschäden, Akne und Verstopfung zugeschrieben werden. Ein Buch, das sich kritisch mit Atkins auseinandersetzt, unterstellt den Anwendern auch ein höheres Krebsrisiko.
Internet
Atkins Website (engl.)
Netdoktor.de über die Atkins-Diät
TK-Online über die Atkins-Diät
Literatur:
Die neue Atkins-Diät. Abnehmen ohne Hunger – von Robert C. Atkins – 11,00 EUR
Atkins-Basics- von Robert C. Atkins – 9,95 EUR
Wir haben das Fettsein dicke! Die Wahrheit über ketogene Ernährung, Atkins-Diät, Low-Carb und Ketarier – von Monika Berger-Lenz – 16,80 EUR
Quellen:
www.wikipedia.de
www.abnehmen.com
www.aok.de
